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44 renommierte Künstler geben Einblicke in ihr Schaffen

BISSINGEN/SÜSSEN "Natur und Kunstwerke lernt man nicht kennen wenn sie fertig sind, man muss sie im Entstehen aufhaschen, um sie einigermaßen zu begreifen." Diesem Goethe-Zitat kann der Bissinger Bildhauer Winfried Tränkner nur zustimmen. Gemeinsam mit 43 renommierten Künstlerinnen und Künstlern nimmt Tränkner am Samstag, 5. November, von 13 bis 20 Uhr am ersten internationalen Künstlersymposium in der Kunstgießerei Strassacker im baden-württembergischen Süßen teil.

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In Form eines multikulturellen "Tag des offenen Ateliers" zum Thema "Bewegung und Dynamik" haben sich Kunstschaffende Altrenommierte wie auch jung Aufstrebende zusammengefunden, um Einblicke in ihr Schaffen zu geben. In ungezwungener Atmosphäre lernen Kunstinteressierte Künstler und ihre Werke persönlich kennen. Der Eintritt ist frei.

Für das Süßener Symposium entwickelte Tränkner unter der thematischen Vorgabe "Bewegung und Dynamik" die Bronzeskulptur "Das Spiel". Sie zeigt zwei Fußballspieler in einen rasanten Zweikampf vertieft. "Im sportlichen Spiel ist der Mensch ungestüm, frei und kraftvoll. Er ist voller Leidenschaft", skizziert Tränkner die Umrisse seiner Arbeit. Der organischen Beweglichkeit des menschlichen Körpers setzt er die Materielle Stärke der Bronze kontrastreich entgegen.

Von 1982 bis 2001 arbeitet Tränkner als freischaffender Bildhauer in der Abgeschiedenheit in Ohmden auf dem Talhof. Im Juni 2001 ist er in sein neues Atelier in Bissingen auf dem Helleshof gezogen.

Im Rahmen des Süßener Symposiums möchte sich Tränkner viel Zeit für persönliche Gespräche nehmen. Mit dem Ziel, das meist Verborgene und Unausgesprochene hinter seiner Kunst transparent zu machen und zu artikulieren, will er den Besuchern seine Gedanken und seine Motivation während des Schaffensprozesses näher bringen.

"Wir wollen Kunstinteressierten Kennern und Einsteigern gleichermaßen die Gelegenheit geben, mit den Bildhauern und ihren Kunstwerken direkt in Kontakt zu treten", erklärt Edith Strassacker, Geschäftsführerin der Kunstgießerei Strassacker, ihre Motivation. Die Idee dahinter ist das Bestreben, Erfahrungen im Umgang mit zeitgenössischen Bildhauern und ihrer Kunst zu ermöglichen und zu vermitteln. Persönliche Gedanken der Bildhauer zu ihren Arbeiten sowie die Möglichkeit zum Dialog sollen eine Beziehung zwischen dem Künstler, der Kunst und dem Betrachter schaffen. Mit dem Ziel, das meist Unsichtbare hinter der Kunst hervorzubringen: "Wie und warum ist das Werk entstanden? Was hat den Bildhauer im Schaffensprozess bewegt?"

Der spannende Werdegang von der künstlerischen Idee zum fertigen Modell wird anhand der Arbeiten spürbar, die von den Künstlern auf Einladung der Kunstgießerei Strassacker eigens unter dem Leitmotiv für das Symposium angefertigt worden sind. "Bewegung und Dynamik" als Thema, dem sich die Bildhauer auf ganz unterschiedliche Weise genähert haben. Dabei ist eine beeindruckende Bandbreite von Werken entstanden, die uralte Mythen, Bilder und zeitlose Emotionen ebenso aufgreift wie aktuelle Ereignisse: So findet sich unter den Exponaten, die während des Symposiums zum ersten Mal einer breiten Öffentlichkeit gezeigt werden, Tränkners "Spiel" beispielsweise neben der Arbeit des Aichelberger Bildhauers Roland Bischofberger, der die vorgegebene Thematik in der Darstellung einer tanzenden Bronzeschönheit umsetzt.

In ihrem ureigensten Sinne soll jedes der gezeigten Exponate ein kleines Stück Lebensfreude bringen. Denn das erhoffte Ziel ist hochgesteckt. "Wenn sich jemand für ein Kunstwerk entscheidet, weil es ihm gefällt, sind wir zufrieden. Fällt die Entscheidung jedoch aufgrund einer tieferen Bindung, sind wir angekommen", betonen die Initiatoren den feinen Unterschied. Und der ist für Strassacker ozeangroß: "Zwischen dem Erwerb eines ,anonymen Werkes' oder einer künstlerischen Arbeit, mit der man etwas Besonderes verbindet ein Gefühl oder ein persönliches Gespräch liegen Welten." Denn letztendlich geht es um die Frage, die nicht mehr die Kunstschaffenden, sondern die Kunstsuchenden für sich beantworten müssen: "In welcher Beziehung steht das Kunstwerk zu mir?"

Dazu kommt die Botschaft, dass Kunst nicht nur für Museen gedacht ist, sondern die gezeigten Exponate von jedem Interessierten zu erschwinglichen Preisen erworben werden können. In der Kunstgießerei Strassacker vor Ort in Bronze gegossen, ist jedes Exponat der Reihe "Bewegung und Dynamik" auf zwölf Abgüsse limitiert.

Das international renommierte Familienunternehmen Strassacker gehört in vierter Generation zu den weltweit führenden Manufakturen und ersten Adressen für Künstler, Bildhauer und leidenschaftliche Kunstsammler. In den Ateliers, den hochmodernen Gießereien, den Ziselier- und Patinierwerkstätten entstehen anspruchsvolle Skulpturen und ästhetische Objekte, moderne Architekturelemente und Plastiken renommierter Künstler.

pm