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820 Kalorien verbraucht, eine landschaftlich ...

820 Kalorien verbraucht, eine landschaftlich wunderschöne Strecke voller Aussichtspunkte

I. STRIFLER / P. EIDEMÜLLER

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durchs Voralbgebiet kennengelernt und einen Nachmittag unter Gleichgesinnten genossen Herz, was willst du mehr, fragt sich die Kollegin und lehnt sich entspannt zurück: Ziel erreicht, Heininger Dreikönigslauf als Erfolg verbucht. An einem der letzten Plätze im kleinen Häufchen von 80 ambitionierten Läufern ist allerdings nicht zu rütteln. Auch wenn die persönlich gemessene Zeit um mehrere Minuten von der angeblich offiziellen abweicht: Nach rasenden Rentnern und hechelnden Hausfrauen zu finishen, weckt den sportlichen Ehrgeiz klassischer Fall von "Blut geleckt".

Die Kollegin nimmt sich fest vor, den Trainingsplänen des Jungspunds aus der Sportredaktion und seinen Ausführungen über die Bedeutung von Fahrtspiel und Intervalltraining fortan mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Zugegeben: Ihm selbst hat das wenig genutzt. Leicht zerknirscht schleicht er durch die Redaktionsstube, immer noch hadernd mit dem "schlechten Tag", den er beim Ötlinger Dreikönigslauf erwischt hatte: Saft- und kraftlos quälte er sich durchs Rübholz. Das anvisierte Ziel, unter 50 Minuten bleiben zu wollen, wurde gründlich verfehlt, erst nach einer Stunde hielt die Stoppuhr an. Nach ersten Zweifeln am eigenen Leistungsvermögen war die Ursache jedoch schnell gefunden: Bereits wenige Stunden nach der deprimierenden Zielankunft kündigten Husten, Halsschmerz und hohes Fieber eine deftige Grippe an, die den Kollegen für eine Woche ans Bett fesselte klassischer Fall von "Der Geist war willig, aber das Fleisch schwach".

Dies galt auch in den vergangenen Tagen, als die Kollegin, beflügelt von ihrem Dreikönigserfolg schon wieder mit den Hufen scharrend, den rekonvaleszenten Kollegen zur gemeinsamen Leibesertüchtigung treiben wollte. Nachdem dieser aus Rücksicht auf die geschundenen Bronchien zähneknirschend absagen muss, macht sich die Kollegin allein auf die mittägliche Laufrunde klassischer Fall von "Selbst ist die Frau". Wenigstens muss sie nach dem Duschen zugeben, dass es alleine doch nicht so viel Spaß gemacht hat das Laufen natürlich, nicht das Duschen.

Gerührt durch so viel Mitgefühl verspricht der Kollege der Kollegin eine baldige Neuauflage läuferischer Zweisamkeit. Schließlich will man(n) sich nicht den Ruf eines Laufmuffels einfangen, der "hinterher" schlapp macht klassischer Fall von "Ich könnt' schon wieder . . ."