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Abgeordneten-Sextett strebt nach Berlin

Am 18. September streben im Kreis Esslingen alle bisherigen Abgeordneten den erneuten Einzug in den Bundestag an. Vor der Kandidatenkür durch die jeweiligen Kreisverbände der CDU, SPD und Grünen gibt es keine Hinweise auf parteiinterne Konkurrenz.

HERRMANN DORN

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KREIS ESSLINGEN Sechs Abgeordnete des Bundestags kommen heute aus dem Kreis Esslingen: Die CDU-Politiker Markus Grübel (Wahlkreis Esslingen) und Michael Hennrich (Wahlkreis Nürtingen) haben vor drei Jahren in ihren Wahlkreisen die meisten Erststimmen erhalten und die Fahrkarten nach Berlin gelöst. Karin Roth (WK Esslingen) und Rainer Arnold (WK Nürtingen) ist der Sprung nach Berlin über die Landesliste der SPD gelungen. Auch bei den Grünen setzten sich Antje Vogel-Sperl (WK Esslingen und Uschi Eid (WK Nürtingen) auf diesem Weg durch.

Alle Abgeordneten haben ihren Kreisverbänden gegenüber erklärt, dass sie ihre politische Karriere in Berlin fortsetzen wollen. Auf den bevorstehenden Mitgliederversammlungen gilt ihre Nominierung für die vorgezogenen Neuwahlen als ausgemachte Sache. Sie genießen in ihren Reihen breite Unterstützung. Von Gegenkandidaturen ist bisher nichts bekannt.

Obwohl die Prognosen für den Ausgang der Wahl am 18. September noch mit einem beträchtlichen Unsicherheitsfaktor behaftet sind, dürfen sich alle sechs Abgeordneten gute Chancen für einen erneuten Einzug ins Parlament ausrechnen. Angesichts des Stimmungshochs für die Union erwartet Thaddäus Kunzmann als CDU-Kreisvorsitzender, dass Grübel und Hennrich ihre Direktmandate verteidigen. Weil sich die CDU ihrer Sache so sicher ist, versucht sie erst gar nicht, ihre Kandidaten auf der Landesliste ihrer Partei abzusichern.

Anders die SPD und die Grünen. Sie gehen davon aus, dass ihre Bewerberinnen und Bewerber auf den Landeslisten sichere Plätze erhalten. Matthias Weigert, Mitglied im Kreisvorstand der Grünen, sieht Uschi Eid erneut als Spitzenkandidatin der Grünen auf der Landesliste. Antje Vogel-Sperl, die sich in Verbraucher- und Umweltfragen profiliert hat, dürfte sich nach seinen Informationen wieder auf einer aussichtsreichen Position finden.

Vor drei Jahren waren Karin Roth noch auf Platz 22 und Rainer Arnold auf Platz 27 der SPD-Landesliste gestartet ein Umstand, der Arnold eine wahre Zitterpartie beschert hat. Nur mit Mühe ist ihm damals die Rückkehr in den Bundestag geglückt. Jetzt gibt es Hinweise, dass sich die parteiinterne Wertschätzung für das Duo in deutlich besseren Ausgangspositionen niederschlagen wird. SPD-Kreisvorsitzender Michael Wechsler hat sich in Stuttgart bereits um die entsprechende Rückendeckung für solche Wünsche gekümmert.

Im Kreisverband der FDP mag man zumindest öffentlich im Augenblick noch nicht über die Namen möglicher Kandidaten reden. "Wir haben Zeit", sagt FDP-Kreisvorsitzender Ulrich Fehrlen, der auch den Termin für die Personalentscheidung vorerst offen lässt.

CDU, SPD und Grüne haben den Fahrplan für die Nominierung ihrer Kandidaten dagegen schon einmal festgelegt oder umrissen. Die CDU nimmt ihre Kandidatenkür am 22. und 23. Juni vor. Bei der SPD fällt die Entscheidung zwischen 20. und 25. Juni. Die Grünen wollen die personellen Weichen für die Wahlkampf am 20. Juni stellen.