Lokales

Absage an Bissingen

Nein zu Werkreal- und Hauptschulbezirk

Landauf landab schlägt die Einführung der Werkrealschule hohe Wellen. Nun knirscht es auch im Verwaltungsraum Weilheim. Bissingens Wunsch, einen gemeinsamen Werkreal- und Hauptschulbezirk inklusive der Gemeinden Holzmaden und Neidlingen zu gründen, stößt in Weilheim auf Ablehnung.

Anke KirsamMer

Weilheim. „Um unseren Schulstandort langfristig zu sichern, hätten wir unseren Schulbezirk gerne auf Bissingen ausgedehnt“, sagte Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle in jüngster Gemeinderatssitzung. Rat und Verwaltung der Seegemeinde fürchten ihrerseits jedoch um den Fortbestand der eigenen Hauptschule. Schon im Schuljahr 2011/2012 könnte es mit weniger als 16 Schülern in der Kombi-Klasse 5/6 kritisch werden. Bürgermeister Wolfgang Kümmerle sprach denn auch vor dem Bissinger Gemeinderat davon, dass dies für die Hauptschule „den Anfang vom Ende bedeute“. Vor diesem Hintergrund wirkt es wie der Griff nach dem berühmten Strohhalm: Das Bissinger Ratsgremium folgte der Empfehlung der Schulkonferenz, dem Werkrealschulbezirk nur beizutreten, wenn Kinder aus Weilheim, Neidlingen und Holzmaden auch die Bissinger Hauptschule besuchen können.

Den Antrag der Gemeinde Bissingen, einen gemeinsamen Werkreal- und Hauptschulbezirk der vier genannten Kommunen zu gründen, lehnte nun der Weilheimer Gemeinderat bei einer Enthaltung von Stadtrat Dr. Hansjörg Egerer ab. „Eine gewisse Freiheit in der Schulwahl hat für die Eltern auch was Positives“, legte der Vater von vier Kindern als Argument in die Waagschale. Die Mehrheit des Weilheimer Ratsgremiums stellte sich aber auf die Seite von Bürgermeister Züfle, der betonte: „Ich kann nachvollziehen, dass Bissingen die eigene Hauptschule retten will. Der Vorschlag, einen gemeinsamen Haupt- und Werkrealschulbezirk zu gründen, ist aber kein geeignetes Mittel.“ Er sei nicht bereit, dadurch die Zweizügigkeit der Weilheimer Werkrealschule zu gefährden.

Schützenhilfe hatte der Verwaltungschef von Seiten des Schulamtes erhalten. „Die offene Variante eines gemeinsamen Schulbezirks für die Haupt- und Werkrealschule könnte den Werkrealschulstandort Weilheim gefährden“, heißt es in einem Schreiben an die Weilheimer Stadtverwaltung. Die Eltern hätten damit zwar die freie Schulwahl, eine unsichere Zukunft beider Schulen hätte letztlich aber eine Verunsicherung bei den Eltern zur Folge.

„Wir sind nicht der Totengräber der Bissinger Hauptschule“, stellte Johannes Züfle klar. Weilheim halte die Schulinfrastruktur für die umliegenden Gemeinden vor. „Wir wollen nicht eines Tages den Teiler unterschreiten.“ Denn für einen guten Unterricht gebe es neben gut ausgebildeten Lehrern nichts Wichtigeres als kleine Klassen.

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