Lokales

Abschiedstour für Chorleiterin

Gut gelaunt trafen sich die Teilnehmer am Ötlinger Bahnhof zur Fahrt über Stuttgart, Frankfurt und Leipzig in die sächsische Hauptstadt. In der modernen Prager Straße einer breit angelegten Fußgängerzone unweit der Altstadt, bezogen die Ötlinger ihr Quartier.

KIRCHHEIM Am Abend bummelte die Gruppe durch den historischen Stadtkern zur Brühl'schen Terrasse und genossen den Blick auf die farbig angestrahlte Silhouette der Stadt an der Elbe.

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Am zweiten Tag fuhren die Chormitglieder mit einem Dampfschiff zum Schloss Pillnitz, das August der Starke für Anna Constanze, Gräfin von Cosel, erbauen ließ. In den weitläufigen, in französischem und englischem Stil angelegten Gartenanlagen hinterließ unter den vielen exotischen Baumarten eine über 200 Jahre alte Kamelie einen besonderen Eindruck. Für diesen Baum steht zum Schutz vor der Kälte ein zwölf Meter hohes Glashaus bereit, das im Herbst auf Schienen herangefahren wird. In der Neustadt am nördlichen Elbeufer sah man den Goldenen Reiter (August I.), das Geburtshaus von Erich Kästner und das Pfund'sche Milchgeschäft mit der kunstvoll gefliesten Ladenausstattung von 1892. Höhepunkt des Tages war eine geistliche Abendmusik in der Kreuzkirche. Die Vorträge des Dresdener Kreuzchores waren für alle Zuhörer ein großartiges Erlebnis.

Eine interessante Stadtführung brachte die Gruppe vom Theaterplatz über den Opernplatz zum Zwinger, einem einzigartigen Meisterwerk höfischen Barocks, erbaut um 1710, im letzten Krieg total zerstört und danach in gleicher Pracht wieder aufgebaut. In den Gebäuden des Zwingers befindet sich unter anderem eine Porzellanausstellung und die Galerie Alte Meister. Außerdem besichtigten die Ötlinger die Hofkirche und den Fürstenzug, ein 102 Meter langes Gemälde von 1876, das die Herrscher des Hauses Wettin von 1485 an stolz auf ihren Pferden zeigt. Dieses Graffitigemälde wurde 1906 auf 25 000 Meißener Porzellanfliesen übertragen. Am Nachmittag bestand Gelegenheit zum Besuch eines der Museen, zum Beispiel Grünes Gewölbe, Gemäldegalerien oder die Sonderausstellung Sixtinische Madonna. Am Abend erlebten die Chormitglieder in der Semperoper eine Aufführung von "Capriccio" von Richard Strauß.

Die Anregung zu dieser Tour kam von der Chorleiterin Gertrud Find, die jetzt nach 40 Jahren die Leitung des Chores abgibt, um in den wohl verdienten Ruhestand zu gehen. Peter Treuherz war ein ausgezeichneter Reiseleiter, von dessen fundiertem Wissen alle Teilnehmer profitiert haben.

Die wieder aufgebaute Frauenkirche ist ein Schmuckstück geworden; sie wird Ende Oktober feierlich eingeweiht. Zurzeit ist nur die Kuppel zugänglich; von dort bietet sich ein prächtiger Ausblick über die Stadt. Ein kurzes Wiedersehen gab es mit dem ersten Organisten der Frauenkirche, Samuel Kummer, der zuvor Bezirkskantor in Kirchheim war; er sagte uns, dass die neue Orgel fertig eingebaut ist und wies auf die große Zahl geplanter Konzerte hin.

reh