Lokales

Acht Haftbefehle wurden erlassen

Erfolgreich agierten die Drogenfahnder des Rauschgiftdezernats der Esslinger Polizei in den vergangenen Wochen und Monaten. In drei Ermittlungsverfahren wurden Haftbefehle gegen acht Rauschgifthändler erlassen. Die Kripobeamten konnten dabei Rauschgift im Gesamtwert von zirka 45 000 Euro beschlagnahmen.

KREIS ESSLINGEN Seit Anfang des Jahres ermitteln die Drogenfahnder des Rauschgiftdezernats der Esslinger Polizeidirektion gegen zwei Brüder aus Nürtingen. Die 40 und 48 Jahre alten Deutschen stehen in dringendem Verdacht, eine größere Menge Rauschgift eingeführt und an Abhängige im Bereich Nürtingen verkauft zu haben. Sie unterhielten aus ihrer Wohnung einen schwunghaften Handel mit Haschisch und Marihuana.

Anzeige

Nachdem der 48-Jährige mit seinem Wohnmobil aus Portugal zurückkam, nahmen die Fahnder den arbeitslosen Industriemechaniker und seinen Bruder fest. Dabei fanden sie umfangreiches Beweismaterial. Im Wohnhaus der beiden befindet sich zudem im Keller ein Raum, in dem die Beschuldigten den Anbau von Rauschgift vorbereiteten. Die Fahnder gehen davon aus, dass zumindest der 48-jährige verheiratete Familienvater seinen Lebensunterhalt mit Rauschgifthandel verdient hat.

Gegen eine Vielzahl von Abnehmern, hauptsächlich Personen aus den Landkreisen Esslingen und Reutlingen, wird derzeit noch ermittelt. Gegen die beiden Brüder wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart beim Amtsgericht Nürtingen Haftbefehl erlassen.

In einem weiteren Ermittlungsverfahren konnten Anfang August auf der Autobahn bei Heilbronn zwei 22 und 28 Jahre alte Deutsche, einer davon türkischer Abstammung, von Beamten des Autobahnpolizeireviers Weinsberg festgenommen werden. In ihrem Auto fanden die Polizisten 200 Gramm Heroin und vier Gramm Kokain. Die beiden Festgenommenen kamen aus Holland und wollten die "heiße Ware" ihrem Auftraggeber nach Esslingen bringen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Heilbronn erging gegen beide Haftbefehl. Hintermann des Rauschgiftgeschäfts war ebenfalls ein Türke, der in Esslingen wohnt und bei der Polizei kein Unbekannter ist. Bei der Festnahme des 34-jährigen Mannes fanden die Polizisten sieben Gramm Kokain. Bei den weiteren Ermittlungen stießen die Beamten auf zwei weitere deutsche Staatsangehörige türkischer Abstammung aus dem Raum Göppingen, die gemeinsam mit ihrem Esslinger Landsmann gedealt hatten. Nachdem bekannt war, dass einer der Tatverdächtigen angeblich wenige Wochen zuvor in Österreich nach einem Schusswechsel mit der Polizei geflüchtet sei, wurden die beiden von einem Spezialeinsatzkommando festgenommen.

Vergangene Woche nahmen die Rauschgiftfahnder einen 38-jährigen Esslinger in dessen Wohnung fest. Dort fanden sie Rauschgift im Schwarzmarktwert von über 30 000 Euro. Die Ermittler hatten den 38-jährigen polizeibekannten Arbeitslosen bereits seit Wochen im Visier. Er stand im Verdacht, in großem Stil mit Rauschgift zu handeln. Der arbeitslose Mann war bis Anfang des Jahres in einer Vollzugsanstalt. Dort verbüßte er eine mehrjährige Freiheitsstrafe wegen Rauschgifthandels und war schließlich zur Bewährung entlassen worden. Wie die Ermittlungen der Esslinger Kripo ergaben, fing der Mann sofort nach seiner Entlassung wieder an, hauptsächlich an alte Bekannte Rauschgift zu verkaufen.

Der Hauptverdächtige hatte versucht, einen Beutel mit Drogen vom Balkon zu werfen. Die Polizisten fanden dann in der Wohnung knapp zwei Kilogramm Haschisch, rund 1000 Ecstasy-Tabletten, 500 LSD-Trips und einen Beutel mit rund knapp 60 Gramm Kokain, Heroin und Speed. Einen Teil des Rauschgifts entdeckte ein an der Aktion beteiligter Rauschgiftspürhund in einem alten verschlossenen Holzkasten außerhalb der Wohnung. Das Rauschgift im Schwarzmarktwert von über 30 000 Euro hatte der 38-jährige Mann nach Erkenntnissen der Kripo im benachbarten Ausland eingekauft.

lp