Lokales

Advent Er kommt

An diesem Sonntag ist der erste Advent. Die vier Wochen vor dem Weihnachtsfest können uns wieder neu helfen, das Kommen des göttlichen Kindes als großes Geschenk zu erkennen. Aber unser Blick soll auch gerichtet sein auf den Advent, auf die Ankunft des Menschensohnes am Ende der Zeit. Es geht also um die Wachsamkeit und die Bereitschaft, ihn aufzunehmen. Denn er kommt zu einer Stunde, in der man es nicht vermutet.

Ich möchte hier von einem Erlebnis berichten, das mich sehr erschüttert hat. Es war am Tag vor dem ersten Advent. Ich ging aus dem Haus. Da lag mein Nachbar bewusstlos am Boden. Der sofort herbeigerufene Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Das ist mir in die Knochen gefahren, denn ich hatte gerade meine Sonntagspredigt gemacht. Das Thema war das Wort Jesu: "Seid wachsam, denn ihr wisst nicht, an welchem Tag der Herr kommt."

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Von jetzt auf nachher, ohne vorherige Anmeldung, schlägt plötzlich die Stunde. Das gilt aber nicht nur auf dem Weg zum Tod. Das Kommen des Herrn ist auch eine Ankunft im Heute. Der Advent soll uns aufmerksam machen, dass das Reich Gottes bereits angebrochen ist. Täglich kann und wird uns Christus begegnen. Er rüttelt uns wach durch Ereignisse unseres Lebens, die wir ernst nehmen wollen. Im Vertrauen auf seine Nähe können wir letztlich die Angst überwinden und als Menschen des Lichtes und des Tages leben.

So heißt es in einem alten Lied: "Das ewig Licht geht da herein, gibt der Welt ein' neuen Schein. Es leucht' wohl mitten in der Nacht und uns zu Lichtes Kindern macht."

Hubert Barth

Pfarrer in der Katholischen

Kirchengemeinde Lenningen,

Owen und Erkenbrechtsweiler