Lokales

Älteren Menschen betreutes Wohnen ermöglichen

IRIS HÄFNER

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LENNINGEN Um die Aufgabe und den Sinn des Besuchsdienstes den Lenninger Bürgerinnen und Bürgern vorzustellen, gibt es eine Seminarreihe, die am Montag, 13. Juni, um 19.30 Uhr im Bürgerhaus im Bahnhof Unterlenningen beginnt. Bei dieser Auftaktveranstaltung geht es darum, Perspektiven zu entwickeln. "Informationen für künftige Freiwillige" lautet das Thema des Abends, den das Lenninger Netz und der Arbeitskreis "Älter werden in Lenningen" veranstalten.

Das Projekt Wohnen zu Hause, bei dem Senioren trotz Hilfs- und Pflegebedürftigkeit ermöglicht werden soll, in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben zu können, ist der Grund für die Veranstaltungsreihe. "Ohne ehrenamtliche Mitarbeiter ist dies nicht zu schaffen", ist sich Lenningens Bürgermeister Schlecht im Klaren.

"Bei der Auftaktveranstaltung gibt es grundsätzliche Informationen über das Lenninger Netz, betreutes Wohnen und den Besuchsdienst", sagt Tanja Baumann, die federführend an der Seminarreihe beteiligt ist. Dabei werden Fragen beantwortet, beispielsweise, was einen erwartet, wie man mit Demenz umgeht oder wie man auf die Bedürfnisse der Senioren eingeht. Die möglichen Mitarbeiter sollen das Rüstzeug für ihre künftige Arbeit bekommen, auch was die Kommunikation angeht. "Wir bieten an, im Tageszentrum zu hospitieren, um praktische Erfahrungen zu sammeln", so Tanja Baumann. Dort gibt es auch manchen wertvollen Tipp.

Beim Besuchsdienst soll es sich jedoch nicht um einen versteckten Pflegedienst handeln, die Ehrenamtlichen "schauen nach dem Rechten". So organisieren sie zum Beispiel Arztbesuche oder halten einfach ein kleines Schwätzchen. Die Verantwortung für die alten Menschen liegt jedoch nicht beim Besuchsdienst. Fällt zum Beispiel auf, dass die ältere Dame nicht mehr regelmäßig Mahlzeiten zu sich nimmt, werden diese Informationen an das Lenninger Netz weitergegeben und dort dann die entsprechenden Maßnahmen in die Wege geleitet und möglicherweise Essen auf Räder organisiert.

"Die Arbeit des Besuchsdienstes ist keine Samariterleistung", verspricht Michael Schlecht. Das Lenninger Netz schließt mit dem Besuchsdienst-Mitarbeiter einen Vertrag ab. Dieser kann sich daher auf die Unterstützung seitens dieser Organisation verlassen. Zudem gibt es einen Auslagenersatz für die Tätigkeit und jeder Einzelne bestimmt Art und Umfang des Einsatzes selbst.

Anhand der Seminarreihe kann sich jeder unverbindlich über die Aufgaben des Besuchsdienstes informieren, wobei nicht alle Veranstaltungen besucht werden müssen. Am 20. Juni referiert Brigitte Reich vom DRK über das Thema "Kompetenz in Kommunikation erlangen Grundlagen der Gesprächsführung und Kommunikation". Medizinische Fragen behandelt Dr. Falk Henkel am 27. Juni in seinem Vortrag "Fit im Alter Spaß am Alter". Pfarrer Karlheinz Graf von der evangelischen Kirchengemeinde Oberlenningen spricht am 4. Juli über "Seelsorgerliche Begleitung von Älterwerdenden und Kranken" und Gabriele Steiner von der Diakoniestation Teck am 11. Juli über "Betreuung und Pflege zu Hause". Tanja Baumann und Hans-Jürgen Jung vom DRK sprechen am 18. Juli über den "Umgang mit älteren Notfallpatienten". Die Auswertung und der Abschluss der Reihe ist auf den 25. Juli terminiert, die Veranstaltungen finden jeweils montags statt und beginnen um 19.30 Uhr.

"Nach diesen Vorträgen kann jeder für sich eine klare Entscheidung treffen", ist Tanja Baumann überzeugt. Einbringen kann sich jeder, der sich Zeit für andere Menschen nehmen und helfen möchte. "Wer für einen Besuchsdienst nichts übrig hat, jedoch gerne bügelt oder einkaufen geht, ist ebenfalls herzlich willkommen", so Tanja Baumann.