Lokales

Ärztehaus als willkommene Zäsur

Eine "Aufwertung Kirchheims als medizinischer Standort" und "ein Stück Stadtreparatur" erwartet sich der Kirchheimer Gemeinderat von einem Vorhaben aus den Reihen der Kirchheimer Ärzteschaft. Es handelt sich um den Neubau eines großen Ärztehauses. Dafür haben die Ärzte das Grundstück der Druckerei Haag gegenüber dem Teckcenter erworben.

IRENE STRIFLER

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KIRCHHEIM Genaugenommen sind es nicht nur Ärzte, die das Projekt "Ärztehaus Kirchheim" seit Jahren vorantreiben. 23 medizinische Dienstleister haben sich zu einer Gesellschaft zusammengeschlossen. Ihr Traum ist ein Dienstleisungszentrum mit Arztpraxen, Apotheke, Sanitätshaus, Physiotherapie und Altenpflege. Von ihrer engen Kooperation, inhaltlich wie räumlich, erhoffen sich die Beteiligten Synergieeffekte. Für den Kirchheimer Gemeinderat steht die sinnvolle, der Stadt dienende Nutzung einer Industriebrache im Vordergrund.

Planungsamtsleiter Dr. Hermann-Lambert Oediger stellte kurz das Ansinnen der Mediziner und medizinischen Dienstleister vor, das eine Bebauungsplanänderung und die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauunsplanes erforderlich macht. "Es gibt derzeit zwei Varianten", erläuterte Oediger. Die Realisierung der von den Initiatoren favorisierten ersten Variante hängt davon ab, ob ein in Privatbesitz befindlicher Parkplatz erworben werden kann. Vorgesehen ist ein fünfgeschossiges Gebäude mit Atrium, das ein auskragendes Element zur Stuttgarter Straße ab dem zweiten Obergeschoss aufweist. Die mit der Planung beauftragte Architekten-Partnerschaft Stuttgart spricht von einem markanten, städtischen Baustein, durch den eine Torsituation in Richtung Innenstadt dargestellt werde. Variante zwei ist eher schlicht gehalten und hat die Form eines Kubus.

Von allen Rednern im Gemeinderat wurde das Vorhaben grundsätzlich begrüßt und als Zäsur am westlichen Stadteingang gewürdigt. Eine "Bereicherung für den ganzen Straßenabschnitt", sah Hagen Zweifel, Vorsitzender der Freien Wähler, in der Realisierung der Variante eins. Dieser Meinung schloss sich auch Oliver Riethmüller an, der die unternehmerische Initiative im Namen der CDU begrüßte. Auch Sabine Bur am Orde-Käß von den Grünen Alternativen sah eine Stärkung des Standorts Kirchheim, sprach sich aber für Variante zwei aus. Begründung: "Diese Ecke verträgt einen gut gestalteten Würfel als Auftakt für das Kolb&Schüle-Areal." Für Peter Bodo Schöllkopf von der SPD schienen beide Varianten denkbar. Auch er begrüßte das Ärztehaus als weiteren Mosaikstein in der Entwicklung des Gesundheitswesens.

Gemeinsamer Wunsch des Gemeinderats und der Bauherren ist, schnell voranzukommen. Schon im Herbst wird der Spatenstich erfolgen. Spätestens im Sommer 2008 soll das Ärztezentrum in Betrieb gehen. 80 Prozent der Flächen sind bereits unter Dach und Fach, wie Dr. Friedrich Fink bestätigte. Es handelt sich dabei um Praxen und Geschäfte, die schon fast alle in Kirchheim ansässig und bekannt sind. Was die Baumaßnahmen angeht, setzen die Initiatoren des Ärztehauses darauf, parallel zur Neubebauung des Kolb&Schüle-Areals zu agieren. Beispielsweise sollen Parkplätze gemeinsam genutzt werden von den Kunden des neu zu errichtenden Einkaufszentrums und den Patienten. Dass sich im gesamten Kolb&Schüle-Bereich etwas tut, ist nicht nur im Sinne der Mediziner, sondern auch im Sinne der Stadt Kirchheim.