Lokales

Ästhetik und Höchstleistung reichen sich hier die Hand

Die erfolgreiche "Ventus-2"- Familie aus dem Hause Schempp-Hirth, die im Wettbewerbsgeschehen von Anbeginn Maßstäbe gesetzt hat, hat dieser Tage den wohl formschönsten Nachwuchs erhalten den "Ventus-2cxa".

KIRCHHEIM Pilot und Frühjahrssonne strahlen um die Wette, als Tilo Holighaus mit der neuesten Schempp-Hirth-Kreation vor den zahlreichen Zuschauern nach dem überaus gelungenen Erstflug des Ventus-2cxa' auf der Hahnweide ausrollte. Wie bei dem Kirchheimer Segelflugzeugunternehmen schon fast üblich, wurde die Fachwelt mit diesem neuen Wurf überrascht. Ganz im Stillen wurde in der Entwicklungsabteilung und im Versuchsbau schon seit geraumer Zeit an diesem kompromisslosen Wettbewerbsflugzeug gearbeitet.

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Bei dem Ventus-2cxa handelt es sich um ein 18-Meter-Flugzeug mit einem speziellen Minimalrumpf. Durch seine fast schon filigrane Form und Größe wird der schädliche Luftwiderstand auf das kleinstmögliche Maß reduziert. Von Klaus Holighaus stammt der Leitspruch: "Was dem Auge gefällt, gefällt auch der Luft". Er hätte seine Freude gehabt, wenn er die elegante und ästhetisch sehr ansprechende Silhouette mit dem schlanken Rumpf und den weitgestreckten, mehrfach nach hinten und oben gezogenen Flügeln über den Kirchheimer Himmel hätte gleiten sehen können. Und in der Tat gehen wesentliche Konstruktionsmerkmale des neuen Ventus-2cxa noch auf sein Wirken zurück. So stammt die Grundidee des Minimalrumpfes von ihm. Den ersten "a"-Rumpf erhielt vor vielen Jahren die Ehefrau und heutige Geschäftsführerin Brigitte Holighaus. In der Zwischenzeit erfuhr dieser Rumpf zahllose und grundlegende Verbesserungen durch das heutige Ingenieursteam um Joachim Krauter, Christoph Wannenmacher, Swen Lehner, Ebi Schott und dem inzwischen in Ruhestand gegangenen Helmut Treiber. Mit dem Ventus-2cxa finden diese Optimierungen nun den vorläufigen Höhepunkt. Der Flügel des Ventus-2cxa stammt von dem wohl bisher erfolgreichsten 18-Meter-Flugzeug überhaupt. Mit der 18-Meter-Variante des Ventus-2 wurden nämlich sämtliche Weltmeistertitel in der 18-Meter-Klasse geholt. Die noch relativ junge Klasse ist die derzeit populärste Wettbewerbsklasse, da die Flugzeuge einen nahezu idealen Kompromiss zwischen Leistung und Handlichkeit aufweisen. Und genau hier punktet der Ventus-2. Kein anderes Flugzeug bietet so viele Variationsmöglichkeiten. Der Ventus-2 kann sowohl als Segelflugzeug oder als Motorsegler (mit Heimweghilfe oder als Selbststarter) geordert werden. Als Clou gibt es für dieses Flugzeug auch austauschbare Außenflügel mit reduzierter Spannweite, sodass man mit demselben Flugzeug auch in der 15-Meter-Klasse starten kann. So verließen neben Discus-2, Duo-Discus und Nimbus-4 letztes Jahr allein über 50 Ventus-2 das Schempp-Hirth-Werk in der Krebenstraße. Um auch für die Zukunft die Auftragsbücher voll zu halten, kommt nun der neue Ventus-2cxa gerade recht.

"Mit dem neuen Rumpf sollte die inzwischen auch im Ausland sehr aktive Konkurrenz deutlich in die Schranken gewiesen werden", ist SH-Geschäftsführer Tilo Holighaus überzeugt. Die erste Bewährungsprobe wird schon bald mit den deutschen Meisterschaften stattfinden. In Zwickau startet der zweimalige Weltmeister Werner Meuser ("WM") mit seinem neuen Ventus-2cxa. Er möchte sich für die Weltmeisterschaften qualifizieren. Diese werden Mitte nächstes Jahr seit Langem wieder einmal in Deutschland, in der Nähe von Berlin, ausgetragen. Bis dahin soll die Serie des Ventus-2cxa so weit angelaufen sein, dass das Spitzenfeld mit diesen Flugzeugen antreten kann "und die Goldmedaille so wieder nach Kirchheim geholt wird", ist Tilo Holighaus guter Dinge.

pm