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Akte Röper liegt bei der Staatsanwaltschaft

In den Fall des ehemaligen Leiters der DRK-Rettungshundestaffel, Klaus Röper, kommt Bewegung. Bettina Vetter, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Stuttgart, teilte mit, dass die Ermittlungsergebnisse der Kriminalpolizei nun vorliegen. Sollte die Aktenlage den Tatverdacht der Veruntreuung bestätigen, werde es, möglicherweise noch Ende dieses Jahres, zu einer Verhandlung gegen Klaus Röper kommen.

SYLVIA GIERLICHS

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NÜRTINGEN Die Wege Klaus Röpers und des DRK-Kreisverbands Nürtingen-Kirchheim trennten sich Ende letzten Jahres, nachdem der Kreisverband ein Disziplinarverfahren gegen den Rettungshundeführer eingeleitet hatte. Der Grund für das Verfahren war eine von Röper eigenmächtig organisierte Rettungsaktion im indonesischen Erdbebengebiet im Mai 2006. Röper, der sich nicht zum ersten Mal über die Weisungen seines Vorgesetzten hinweggesetzt hatte, war laut DRK mit Ausrüstung des Kreisverbandes, aber unter der Flagge des privaten Rettungsdienstes "SAR Rescue Dogs" nach Indonesien gereist. Den Ausgang des Verfahrens wartete Röper nicht ab und verließ das DRK nach zehn Jahren in Richtung Malteser Hilfsdienst, wo er eine neue Hundestaffel aufgebaut hat.

Ehemalige DRK-Kollegen warfen Röper jedoch vor, bei seinem Weggang Gegenstände des DRK mitgenommen und Geld veruntreut zu haben. Gestritten wurde unter anderem um eine Kücheneinrichtung, den Zugang zur Internetseite der Rettungshundestaffel, einen auf Kosten des DRK angeschafften Satz Autoreifen für einen Privatwagen Röpers und um 19 000 Euro, die von einem Anlagenkonto des DRK verschwunden sein sollen. Der Verbleib des Geldes, das aus Spendenaktionen aus den Jahren 2004 und 2005 stammt und als Rücklage für die Hundestaffel dienen sollte, konnte bisher nicht geklärt werden.

HausdurchsuchungGespräche mit dem Hundeführer trugen nichts zur Aufklärung des Falles bei, sodass das DRK letztlich Anzeige wegen Untreue und Unterschlagung gegen Röper erstattete. Im März dieses Jahres veranlasste die Staatsanwaltschaft Stuttgart eine Hausdurchsuchung in Röpers Wohnung, bei der Material sichergestellt wurde. Dieses wurde in den vergangenen Monaten von der Polizei gesichtet und ausgewertet.

Die Ermittlungsergebnisse der Kriminalpolizei lägen nun der Staatsanwaltschaft Stuttgart vor, teilte deren Sprecherin Bettina Vetter mit. "Derzeit überprüfen wir anhand der Polizeirecherchen, ob Röper die vorgeworfenen Taten nachgewiesen werden können", erklärte Vetter auf Nachfrage. Bestätige sich der Verdacht gegen Röper so, wie er sich bei der Hausdurchsuchung im März dargestellt habe, werde eine Verhandlung anberaumt.

Vetter rechnet frühestens Ende des Jahres mit dem Abschluss des Verfahrens. Zu einem möglichen Strafmaß wollte sie sich vor dem Ende der Aktenprüfung nicht äußern. Bestätigt sich der Tatbestand der Veruntreuung, liegt das untere Strafmaß bei einer Geldstrafe, schwere Vergehen können auch mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren bestraft werden, erklärt Vetter. Klaus Röper hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe stets bestritten.