Lokales

Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen

In den vergangenen Monaten fielen auch im Landkreis Esslingen immer wieder Jugendliche durch exzessiven Alkoholkonsum auf. Deshalb haben sich die Verantwortlichen des Landratsamts Esslingen und der Polizeidirektion Esslingen entschlossen, dieses Thema noch intensiver anzugehen. Gemeinsam haben der Landkreis und die Polizeidirektion eine Gelbe Karte gegen Alkoholmissbrauch für den Einsatz bei Verkaufsstellen und Gaststätten entwickelt.

KREIS ESSLINGEN Polizeibeamte werden die Gelbe Karte Gaststätten- oder Diskothekenbesitzern, Tankstellen- oder Verkaufspersonal sowie Veranstaltern von Vereinsfesten im Rahmen von beratenden Gesprächen überreichen.

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Die Gelbe Karte wurde in Anlehnung an die Verwarnungskarte von Fußball- oder Handballschiedsrichtern gestaltet und hat ausschließlich präventiven Charakter. Sie wird auch in der bevorstehenden heißen Phase der Faschingssaison zum Einsatz kommen. Verstöße werden konsequent angezeigt und Ermittlungen aufgenommen.

Die im Jahr 2004 im Landkreis gestartete konzertierte Aktion "Jugendschutz und Alcopops" hat gezeigt, dass die umfangreiche Medienberichterstattung, die Aktivitäten der Polizei sowie eine von der Bundesregierung auf Alcopops festgelegte Sondersteuer zu einem Rückgang der Verkaufszahlen dieser Modegetränke und zu einem veränderten Trinkverhalten der Jugendlichen führte. Allerdings ist gerade bei sehr jungen und auch weiblichen Jugendlichen immer häufiger extremer Alkoholmissbrauch zu beobachten.

Daraufhin wurde in Abstimmung zwischen der Suchtprophylaxe des Landratsamtes Esslingen und der Polizeidirektion beschlossen, die gemeinsamen Aktivitäten auf den gesamten Bereich der Alkoholprävention auszuweiten.

Landrat Heinz Eininger und Polizeidirektor Hans-Dieter Wagner, der Leiter der Esslinger Polizeidirektion, haben Ende September 2007 ein Rundschreiben an alle Rathauschefs des Landkreises gesandt. Darin machten sie auf die Problematik der jugendlichen Alkoholexzesse aufmerksam und warben für eine enge Zusammenarbeit beim Jugendschutz und bei der Prävention aller 44 Kommunen. Unterstützend wurde den Kommunen Info-Material als Druckvorlage zur Verfügung gestellt, das im Rahmen des Bundesmodellprojektes HaLT (Hart am LimiT) zur "Alkoholprävention bei Kindern und Jugendlichen" unter dem Motto "Halt sagen, Halt geben" entwickelt wurde.

Diese Informationsmaterialien wie Info-Karten für Jugendliche, Tipps für Eltern, Veranstaltungs-Hinweise, Aufkleber für Veranstaltungen und ein Plakat können nun an Vereine, Veranstalter und Einrichtungen der Jugendarbeit weitergegeben werden.

Zudem zeigen die Beamten der Polizeidirektion Esslingen weiterhin verstärkt Präsenz auf Festen und Veranstaltungen und gehen konsequent gegen exzessiven Alkoholmissbrauch vor. Der ständige Kontrolldruck, vor allem im Bereich der unerlaubten Abgabe von alkoholischen Getränken an Kinder und Jugendliche soll gewährleisten, dass die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes eingehalten werden. Zudem drängen Bußgeldbehörden und Ordnungsämter Veranstalter und Gewerbetreibende, sich streng an die Jugendschutzbestimmungen zu halten.

Vor allem auch die Vereine leisten einen wichtigen Beitrag in der Jugendarbeit. Um sie in ihrem Engagement zu unterstützen und für den Jugendschutz und suchtpräventive Ansätze zu sensibilisieren, bietet die Suchtprophylaxe des Landkreises Schulungen zum Umgang mit gefährdeten Jugendlichen und zu suchtpräventiven Ansätzen im Verein an. Darüber hinaus finden auf Anfrage Info-Veranstaltungen und Vorträge zu den Themen Jugendschutz und Suchtprävention in Kooperation mit der Polizei für Vereinsvorstände, Jugendtrainer und Jugendleiter statt.

lp