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Alle Kosten kommen noch einmal auf den Prüfstand

"Pläne, Kostenschätzungen, Bedarfsermittlung" waren die Anlagen benannt, die dem Tagesordnungspunkt "Neubau einer Sporthalle bei der Raunerschule" in der jüngsten Sitzung des Kirchheimer Ratsgremiums mit auf den Weg gegeben wurden. Nachdem zuvor überraschend die Verabschiedung des Haushalts vertagt worden war, hatte freilich auch dieser Punkt plötzlich viel von seinem einstigen Zauber verloren.

WOLF-DIETER TRUPPAT

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KIRCHHEIM "Wir gehen zu sehr in Details", lautete dann auch rasch die Kritik des CDU-Fraktionsführers Helmut Kapp an seinen Vorrednern. Ihm erschien zunächst wichtig, über was nach der Klausurtagung des Gemeinderats überhaupt noch geredet werden kann. Nachdem der Bedarf der Rauner- und der Teckrealschule für den Neubau einer Sporthalle nur knapp über der Leistungsfähigkeit einer zweiteiligen Halle liege, hielt er es für möglich, dass eventuell auch eine zweiteilige Sporthalle in Angriff genommen werden könnte.

Wie SPD-Stadtrat Bodo Schöllkopf zeigte sich auch Helmut Kapp überzeugt davon, dass über die bereits vorgesehene Einfachverglasung und den bewussten Verzicht auf eine Lüftung hinaus weitere Einsparungen möglich erscheinen. Während der CDU-Fraktionschef dann aber doch laut über eine größere Halle nachdachte, deren zwei dem Sportunterricht und für Sondernutzungen uneingeschränkt zur Verfügung stehenden Teile durch eine von Sponsoren doch zusätzlich ermöglichte fest eingebaute Bewegungslandschaft ergänzt werden könnten, hatte sich Stadträtin Birgit Müller zuvor für die Frauenliste klar dafür ausgesprochen, die neu zu bauende Sporthalle an der Raunerschule vor allem auch im Blick auf die laufenden Kosten eher zweiteilig zu planen und die zusätzlichen Bewegungsangebote für Kinder eher im Freien anzubieten.

Ob eine zweiteilige Halle angesichts sich deutlich verringernder Schülerzahlen nicht tatsächlich völlig ausreichen könne, lautete auch die von Stadtrat Bernhard Most (FDP/KiBü) in die Diskussion geworfene Überlegung. Grundsätzlich fragte er sich und die Verwaltung, ob ohne einen entsprechenden Haushaltstitel überhaupt über eine Vergabe entschieden werden könne. Noch grundsätzlicher stellte SPD-Fraktionsführer Walter Aeugle anschließend in Frage, ob es sich überhaupt um eine Vergabe oder aber um eine Kenntnisnahme handle.

Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker verwies im Blick auf die zur Weiterbearbeitung der vorliegenden Entwürfe erforderliche Beauftragung der Fachingenieure für die Heizung-Lüftung-Sanitär-Elektroplanung sowie der Statik auf die bereits durchgeführten Vorarbeiten zur Kostenermittlung.

Das am 6. März vergangenen Jahres mit der Planung einer Sporthalle bei der Raunerschule vom Ratsgremium beauftragte Kirchheimer Architekturbüro hatte ein klar gegliedertes und wirtschaftliches Konzept erarbeitet, das aus einem Hallenteil mit einer Statteldachkonstruktion aus Holzleimbindern und einem Nebenraumbereich als Massivkonstruktion mit Flachdach besteht. Auf die Trennung zwischen Turnschuh- und Stiefelgang wurde dabei aus Kostengründen bewusst verzichtet. Um auch ohne Sonnenschutz auskommen zu können, wurden die Fenster der Halle nach Norden orientiert. Über diese Fenster und über Oberlichter kann die Halle auch entsprechend entlüftet werden. Eine Entlüftungsanlage ist daher nur im Umkleidebereich vorgesehen. Die Erschließung erfolgt von Norden über den Parkplatz des Teckkellers, wo auch die baurechtlich notwendigen Parkplätze angelegt sind.

Für eine dreiteilige Halle der Größe 22 x 44 Meter ohne Bewegungslandschaft ist in der Sitzungsvorlage ein Betrag in Höhe von rund 2,834 Millionen Euro festgeschrieben.

Im Rahmen des Landeskinderturnfestes war die Idee entstanden, im dritten Teil der Sporthalle eine Bewegungslandschaft einzubauen. Eine solche feststehende Gerätelandschaft ermöglicht vielfältige Bewegungserfahrungen für Kinder. Durch eine kindgemäße Ausstattung insbesondere durch eine Schnitzelgrube können mit einer solchen Bewegungslandschaft motorische Grundbewegungen und Übungen angstfrei geschult werden.

Die Gesamtkosten einer dreiteilbaren Halle 45 x 22 Meter mit einer solchen Bewegungslandschaft wurden von dem beauftragten Architekturbüro mit rund 3,046 Millionen veranschlagt, wobei die Bewegungslandschaft selbst mit einem Betrag in Höhe von 140 000 Euro enthalten ist. Die restlichen Mehrkosten in Höhe von rund 72 000 Euro sind dabei durch zusätzlich erforderliche bauliche Maßnahmen bedingt.

Die Kosten einer 34 x 22 Meter großen Halle, die durch zwei Vorhänge geteilt werden könnte, sodass insgesamt drei Spielflächen mit jeweils 11 x 22,70 Metern entstehen würden, werden schließlich mit rund 2,679 Millionen Euro angegeben.

Die grundsätzliche Zustimmung zu den erforderlichen Vergaben für Statik, Planung und für die Außenanlagen verbanden die Gremiumsmitglieder mit der Hoffnung, dass bei den für die drei Hallenvarianten angegebenen Kosten weitere Einsparungen möglich sein könnten.