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Allein trauen sich Mädchen mehr

Das weibliche Gegenstück zum Film-Oscar heißt "Elektra", zumindest im Kreis Esslingen. Beim zweiten Mädchenkurzfilmfestival des Kreisjugendrings wird die knallige Frauenpower-Figur zehn Mal vergeben. Morgen Abend findet die Präsentation der Video-Kurzfilme samt Preisträgerinnen im Traumpalast in Esslingen statt.

KARIN AIT ATMANE

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WENDLINGEN Bei der Preisverleihung wird es so viele Kategorien wie Filme geben, denn jede teilnehmende Gruppe wird gewürdigt. "Für die Mädchen ist es ein tolles Erlebnis, wenn ihr Film mal auf der richtig großen Leinwand im Kino läuft", weiß Elisabeth Yupanqui-Werner, die stellvertretende Geschäftsführerin des Kreisjugendrings. Die Sparte Horrorkomödie ist ebenso abgedeckt wie der Anti-Drogen- oder der Dokumentarfilm, der mit den Augen dreier Mädchen ans Thema "Tierversuche" heranführt. Insgesamt zehn Gruppen haben am Projekt teilgenommen, das in erster Linie von Jugendhaus-Mitarbeiterinnen im Kreis organisiert wurde, teilweise in Zusammenarbeit mit Schulen.

Die Teilnehmerinnen waren bunt gemischt, im Alter zwischen acht und 18, viele haben einen Migrationshintergrund. Spaß am Drehen hatten sie alle es war Wunsch der Mädchen, dass das Kurzfilmprojekt vom letzten Jahr wiederholt wurde. Gerade in diesem Bereich ist die Geschlechtertrennung durchaus sinnvoll, sagen die betreuenden Pädagoginnen: Denn Jungen gingen unbefangener mit technischen Geräten um und hätten oft größere Vorkenntnisse. Wenn man alle gemeinsam ranlasse, "gibt es unserer Erfahrung nach leider eine ziemlich klare Rollenverteilung", so Yupanqui-Werner.

Jetzt sollten die Mädels ausdrücklich alles selbst machen. Drehbuch und "Story-Board" (Skizzen der Einstellungen), Kamera, Licht, Ton, Regie, Schnitt, Filmplakate und was sonst noch dazu gehört. Beim Anblick des Schneide-Computers hätten ihre Teilnehmerinnen zunächst aufgestöhnt ("Das blicken wir nie!"), erzählt Geli Kugler vom Nürtinger Jugendhaus und dann "ausdauernd und lang" gearbeitet.

Auch dem Lions-Club Esslingen-Neckar gefiel der Ansatz des Projektes, weil Mädchen dabei "enorm an Selbstbewusstsein zulegen" könnten, sagt Präsident Dr. Theo Rombach. Dazu trage der Umgang mit Technik bei, aber auch, dass die Beteiligten später im Scheinwerferlicht stehen. Der Lions-Club finanziert deshalb den Festival-Abend im Traumpalast mit 500 bis 1 000 Euro, je nach Bedarf. Neben den Filmen, die maximal fünf Minuten lang sind, ist auch ein Rahmenprogramm geboten: Es gibt ein großes Büffet, Fruchtcocktails und Mitmach-Aktionen. So dürfen Zuschauerinnen filmen und fotografieren oder den "Verfolgungsscheinwerfer" bedienen. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr, ab 17.30 Uhr werden an der Abendkasse die noch übrigen Karten verkauft.