Lokales

Alles dreht sich um die Menschen im dritten Lebensabschnitt

Am Sonntag, 15. Oktober, findet die erste Lenninger Senioren-Messe statt. Von 10 bis 18 Uhr präsentieren Unternehmen, die hauptsächlich aus dem Lenninger Tal kommen, ihre Angebote speziell für Senioren in der Sporthalle Lenningen.

IRIS HÄFNER

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LENNINGEN "Uns ist es wichtig, die Senioren bei dieser Veranstaltung in den Mittelpunkt zu stellen. Wir haben eine bunt gemischte Angebotspalette zum Beispiel auch Reisen, wobei wir allerdings auf die Raftingtour verzichtet haben", beschreibt Lenningens Bürgermeister Schlecht augenzwinkernd den Grundgedanken der Veranstaltung. Bewusst wird auf Aussteller verzichtet, wie sie auf Verbrauchermessen anzutreffen sind, den Gemüsehobel oder das Poliertuch werden die Besucher in der Sporthalle vergeblich suchen.

Die Messe wollen Michael Schlecht und Werner Schulmeyer, ehrenamtlicher Geschäftsführer des Lenninger Netzes, als "generationenübergreifende Aktion" verstanden wissen, auch wenn der dritte Lebensabschnitt klar im Vordergrund steht. Nicht selten gibt es pflegende Angehörige, die sich ebenfalls über die Angebote vor Ort informieren können. Zudem raten Fachleute, frühzeitig die Weichen fürs Alter zu stellen. Dies kann vom Testament über Vollmachten bis hin zur Investition in entsprechende Wohnungen reichen. "Wir wollen das Bewusstsein schärfen, dass sich die Menschen frühzeitig um solche Dinge Gedanken machen", so Werner Schulmeyer.

Der Geschäftsführer freut sich über die gute Zusammenarbeit mit den Kirchen. "Wir beginnen um 10 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Halle. Keine Gemeinde hat einen eigenen Gottesdienst das zeigt, dass die Pfarrer zum Lenninger Netz stehen", so Werner Schulmeyer. Um 11 Uhr ist dann die Eröffnung der Messe durch Landrat Heinz Eininger. Zur Stärkung stehen zwei Mittagessen zur Auswahl, die Schleckermäuler erwartet Kaffee und Kuchen.

Ein buntes Unterhaltungsprogramm, an dem sich auch Jugendgruppen beteiligen, begleitet die Messe. "Einige Vereine unterstützen das Lenninger Netz", freut sich Werner Schulmeyer, der selbst lange Jahre Vorsitzender des TSV Oberlenningen war. Neben sportlichen und musikalischen Vorführungen stehen auch einige Vorträge auf dem Programm, beispielsweise über Osteoporose, Osteopathie oder zum Thema "Länger selbstständig zu Hause leben". Außerdem wird über den Erbfall informiert. Das Schlusswort wird Michael Schlecht dann gegen 18 Uhr zu den Besuchern sprechen.

Überrascht sind Michael Schlecht und Werner Schulmeyer, wie leicht der eine oder andere Unternehmer abgesagt hat, obwohl die demografische Entwicklung zeigt, dass die speziellen Angebote für Senioren ein Markt der Zukunft sind. "Nichtsdestotrotz haben wir eine gute Mischung von Ausstellern und werden die Tür auch vor weiteren interessierten Anbietern nicht verschließen", so der Schultes. Bislang haben unter anderem die drei Lenninger Krankenpflegevereine ihr Kommen angesagt, ebenso die Diakoniestation Teck und der Kreisverband des DRK. Das Lenninger Netz selbst mit AG Hospiz-Region Kirchheim, Wohnberatung Esslingen und Rheumaliga Baden-Württemberg stellen sich ebenfalls vor.

"Uns geht es darum, dass die Lenninger wissen, dass es kompetente Anbieter für ihre Belange vor Ort gibt, denn es gibt nichts besseres als persönliche Kontakte ", ist Michael Schlecht überzeugt. Ihm geht es um die Präsenz der örtlichen Firmen, damit auch zwischen Unternehmen und Kunden ein Netzwerk entsteht. "Bei der Messe können die Geschäftsleute zeigen, wie kundenfreundlich sie sind", so der Schultes.

Das Lenninger Netz selbst ist auf der Erfolgsspur. "Wir wurden vom Sozialministerium Baden-Württemberg aufgenommen als Modellprojekt für neue Wohnformen im Alter. Das ist nicht selbstverständlich für eine Gemeinde wie Lenningen. Wir sind in einem Boot mit Ulm, Konstanz oder Heilbronn, also allesamt große Städte, die aus einem weit größeren Fundus schöpfen können. Das zeigt mir, dass wir auf dem richtigen Weg sind und uns einen Stellenwert erarbeitet haben", gibt sich Michael Schlecht selbstbewusst. So ist er Teil der Podiumsrunde bei der Fachtagung "Gesund altern", das das Ministerium für Arbeit und Soziales mit dem Regierungspräsidium Stuttgart veranstaltet. Von dieser Teilnahme verspricht sich der Schultes Impulse für seine Gemeinde.

Welches Vertrauen das Lenninger Netz zwischenzeitlich genießt, zeigt sich auch darin, dass es die Betreuung der geplanten altersgerechten Wohnanlage in der Oberlenninger Ortsmitte übernehmen wird. "Das ist die Fortsetzung unserer Arbeit. Ein professioneller Anbieter sieht in uns einen professionellen Partner", freuen sich Werner Schulmeyer und Michael Schlecht. Das Lenninger Netz will dafür sorgen, dass ein "gewisses Klima" in dem Haus entsteht. Die Mitarbeiter wollen Ansprechpartner sein, die Interessen der Bewohner ausloten, mit anderen Vereinen zusammenarbeiten und Veranstaltungen anbieten. "Das Lenninger Netz will dafür sorgen, dass Leben in die Bude kommt", bringt es Michael Schlecht auf den Punkt.

INFOAm Montag, 9. Oktober, können sich Interessierte ab 19 Uhr im Julius-von-Jan-Gemeindehaus in Oberlenningen über die altersgerechte Wohnanlage der FWD und die geplanten Aktivitäten des Lenninger Netz informieren.