Lokales

"Alles hat mit Holzstangen und Folien angefangen"

Mit Pauken und Trompeten wurde am Samstag in Bissingen die 28. Kelterhocketse eröffnet. "Es ist kein wirkliches Kelterfest, es heißt nur so, da es um das Gebäude der Kelterei stattfindet eigentlich ist es ein Straßenfest" erklärt Günter Reinöhl, Erster Vorsitzender der Vereinsgemeinschaft Bissingen.

MARIA GLOTZBACH

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BISSINGEN Daher war der Mittelpunkt nicht die Kelterei, sondern die Bissinger Vereinsgemeinschaft, die mit ihren Ständen für das leibliche Wohl der Besucher sorgten, und die musikalischen Einlagen des Bissinger Musikvereines umrahmten das Fest bis spät in die Nacht hinein.

Als 1977 die erste Kelterhocketse in Bissingen eröffnet wurde, hatten die Organisatoren der Vereinsgemeinschaft mit dem Wetter nicht so viel Glück gehabt, erinnert sich Rudolf Thaler, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereines. "Alles hat mit Holzstangen und Folien und viel Improvisation angefangen. Doch jedes Jahr wurde es professioneller", weiß Reinöhl zu berichten. Dank der guten Organisation verlief die Planung des Festes, der Aufbau der Zelte und die Kooperation der Anlieger um die Kelterei reibungslos, und der Altweibersommer trug seinen Teil bei.

Vizebürgermeister Siegfried Nägele lobte die gute Zusammenarbeit der verschiedenen Bissinger Vereine und entschuldige sich für die schwierige Verkehrslage im Ort, da durch die Sanierung der Pflastersteine der Vorderen Straße kein direkter Zugang zum Festplatz möglich war. Ferner bedauerte und erklärte Nägele den Wegfall der PML-Disco: "Die Disco ist wegen dem Krach nicht mehr kontrollierbar".

Doch dies trübte die Stimmung nicht. Von Böllerschüssen und Musik unterstützt, vollzog Nägele den Fass-anstich, eröffnete die Kelterhocketse offiziell und überreichte das erste Bier seinem Kollegen, Vizebürgermeister Joachim Maszurim.

Das Angebot der Vereine zog Alt und Jung nach Bissingen. So sammelten sich Kinder und Jugendliche um den Schießbudenstand des Schützenvereins, die sich mit Süßigkeiten des Sozialverbands VdK Bissingen versorgen konnten oder im Hausclub-Verein unter Gleichaltrigen und eine "crazy summer party" feiern konnten. Die Waffeln des Männergesangsvereins zogen dagegen nicht nur die jungen Gäste an. Mit viele Liebe wurde das Gebäck auf traditionellen Holzöfen zubereitet, wobei die Waffelformen als drehbare Scheiben auf den Holzöfen befestigt waren. Neben den Klassikern bot der Kleintierzuchtverein seine berühmten Bissinger Göckele an, und der Landfrauenverein Nabern/Bissingen das Naberner Holzofenbrot, Zwiebelkuchen und Naberner Seelen. Ferner konnten die Gäste beim AMC, beim Musikverein, bei der Oldtimer- und Veteranengemeinschaft oder beim Roten Kreuz für ihr leibliches Wohl sorgen. Wer Exotisches bevorzugte, konnte sich beim Stand des Männergesangvereins, Abteilung "Frischer Wind", Cocktails holen. Ferner hatten die Gäste noch die Möglichkeit, beim Obst- und Gartenbauverein württembergische Weine und Bissinger Destillate zu verkosten. Schließlich kümmerte sich der Schwäbische Albverein um die Gäste über 33 Jahre und lockte sie in ihr Zelt durch die 60er-Jahre-Dekoration.