Lokales

Almodovars "Schlechte Erziehung"

KIRCHHEIM "Schlechte Erziehung" lautet der Titel des neuesten Films eines der Stars des europäischen Kinos, des spanischen Regisseurs Pedro Almodovar. Am Donnerstag, 20. Januar, ist der Streifen ab 20.15 Uhr in der Reihe "Bastionsfilm am Donnerstag" zu sehen.

Anzeige

Pedro Almodovar gelingt mit seinem neuesten Film eine beeindruckende Männergeschichte im Stile des "Film noir", eine gewagte Mischung aus Hitchcock und Fassbinder, wobei Almodovar mit Fassbinder nicht nur die gelebte und filmisch sichtbare Homosexualität verbindet, und er das Thrillergenre a la Hitchcock mit seiner intelligenten Film- und Schnittsprache neu erfindet.

Almodovars diesmal von Männern dominierte Geschichte spielt in Rückblenden in einer Klosterschule der 60er-Jahre und beschäftigt sich mit dem Leben eines Filmregisseurs in der Zeit um 1980. Franco und die damalige Diktatur werden wieder präsent. Trotzdem bleiben Leidenschaft, Liebe und Tod die Themen im Mittelpunkt dieses "Krimis" der besonderen Art, dessen besonderer Reiz durch Rückblenden und verschiedene Wirklichkeitsebenen entsteht. So ist nicht immer alles wirklich und wahr, was zu sehen ist. Zu sehen sind aber wie immer unter der Regie von Pedro Almodovar wunderbare, unverbrauchte Schauspieler in einer unvorhersehbaren Geschichte.

Der spanische Regisseur schafft es, die spanische Gesellschaft unter Franco zu beschreiben und zu kritisieren, die Moral der katholischen Kirche zu entlarven, Ab- und Hintergründe menschlichen Handelns zu zeigen und dabei doch die Menschen nicht bloßzustellen.

pm