Lokales

Alte Handwerkskunst beim "Markt rund ums Papier"

Ein buntes Programm gibt es zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 11. September, im Schlössle in Oberlenningen. Auch die romanische Sankt-Martins-Kirche hat ihre Pforten für die Besucher geöffnet.

IRIS HÄFNER

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LENNINGEN "Krieg und Frieden" lautet das Thema des Denkmaltages. Sowohl die Martinskirche als auch das Schlössle stehen auf kleinen Hügeln und sind von festen Mauern umgeben nicht ohne Grund, bedenkt man die unruhigen Zeiten, in denen sie erbaut wurden. Die Veranstalter möchten auf die Entwicklung der Architektur und deren Schutzanforderungen aufmerksam machen.

Der Musizierkreis und die Renaissance-Tanzgruppe Dantz und Hupfauf aus Lenningen spielen unter dem Motto "In Fried' und Freud' kommt ihr Gspielen . . ." um 11 Uhr im Kirchhof und bei gutem Wetter ab 12 Uhr vor dem Schlössle auf. Führungen durch die Sankt-Martins-Kirche finden um 11.30 und 15 Uhr statt.

Im Schillingschen Schlössle dreht sich am kommenden Sonntag von 11 bis 17 Uhr alles um das friedliche Medium Papier. Die Bücherei ist in dieser Zeit geöffnet und erstmals beim Tag des offenen Denkmals können Bücher auch ausgeliehen werden. Zudem gibt es einen "Markt rund ums Papier". Ein Kalliograf wird seine Kunst zeigen, ebenso ein Papierschöpfer. Außerdem lässt sich ein Buchrestaurator bei der Arbeit über die Schulter schauen und eine kleine Ausstellung zum Thema Marmorieren rundet das Angebot ab.

Das Museum für Papier- und Buchkunst ist kostenlos zugänglich. Mitglieder des Förderkreises Schlössle stehen für Fragen zur Verfügung. Dort treffen die Besucher zwischen 14 und 16 Uhr auch den in New York lebenden Andreas Kocks an. Der aus dem Rheinland stammende Künstler hat anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Papierfabrik Scheufelen die neueste Installation im Schlössle geschaffen. "Ich wollte schon immer eine Bodeninstallation machen, hier in Lenningen hatte ich die Gelegenheit dazu", freut sich Andreas Kocks. Intensiv hat er sich mit dem denkmalgeschützten Raum auseinandergesetzt. "Beim Schlössle handelt es sich um einen bäuerlichen Renaissancebau. Damals fingen die Menschen an, bewusst Gärten anzulegen. Viele meiner Arbeiten haben etwas Florales und so habe ich mir einfach einen Garten vorgestellt", erzählt der Künstler. Entstanden ist ein Garten mit strenger Grundform eben wie es in jener Zeit üblich war. "Das korrespondiert auch gut mit den Linien der Fachwerkholzbalken an den Wänden", so Andreas Kocks. In seinen Garten darf man eintreten. "Man findet sich dann sofort in der Mitte. Das spiegelt ebenfalls die Renaissance wider, die den Menschen in den Mittelpunkt rückte", beschreibt er seine Installation. Wichtig ist für ihn auch, dass sein Werk im Rhythmus mit der Umgebung ist. "Es muss ein Klang entstehen, eine Harmonie, ein Einklang", charakterisiert er seine Arbeiten und beschreibt sie als Wahrnehmungsobjekte mit stiller Präsenz.