Lokales

Alte Schmiede muss hochmodernem Labor weichen

Der Beruf des Schmieds ist bei Jugendlichen nicht mehr gefragt. Umso mehr wollen aber eine Ausbildung zum Installateur machen. Deswegen wird in der Friedrich-Ebert-Schule nicht mehr geschmiedet, sondern geheizt. Das hochmoderne Heizungs-, Lüftungs- und Klimalabor wurde gestern feierlich eröffnet.

JULIA HETTICH

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ESSLINGEN "Ohne Unterstützung aus dem Handwerk wäre die Verwirklichung dieses Projekts nicht möglich gewesen", bilanzierte Schulleiter Waldemar Futter. Auch Landrat Heinz Einiger unterstrich, dass so etwas nur zu Stande kommen könne, wenn Schule und Handwerk zusammenarbeiteten.

Die Unterstützung der sieben Sponsoren belief sich auf 80 000 Euro, durch die Mitarbeit der Lehrer und Schüler an den Umbauten wurden sogar 100 000 Euro eingespart. Doch sie alle werden auch von dem neuen Labor profitieren. "Wir haben drei Kunden: Das Handwerk, das unsere Schüler übernimmt, die Gesellschaft, die von der Arbeit von gut ausgebildeten Handwerkern profitiert, vor allem aber die Schüler, die in den Genuss einer praxisnahen Ausbildung kommen", sagte Futter.

Auch Rainer Reichhold, Präsident der Handwerkskammer Stuttgart, weiß wie wichtig diese Zukunftswerkstatt ist. "Problemorientiertes Denken kann kein Computer ersetzen", sagte er. In den vergangenen Jahren hat eine wahre Revolution im Heizungs-, Klima- und Sanitärgewerbe stattgefunden. Aus dem Klempner ist ein High-Tech-Beruf geworden. Das Rüstzeug bekommen die Jugendlichen während der Ausbildung. "Deshalb investieren wir in die Schulen", betonte Landrat Eininger.

Gerüstet werden die Schüler mit dem neuen Labor auf jeden Fall sein. Es verfügt über modernste Geräte wie eine Solaranlage oder ein Hydraulikmodul. An den Modulen können die Schüler simulierte Situationen aus dem Betriebsalltag selbst bearbeiten. "Nur so werden sie später selbstbewusst vor einer Heizungsanlage stehen können", sagte Uwe Thal, der das neue Labor geplant hat. Mit diesem Selbstbewusstsein würden die Schüler einen der knapp 200 Innungsbetriebe sicher bereichern.

Auch Klaus Weinmann, Obermeister der Innung für Sanitär, Heizung und Klima, weiß das moderne Labor zu schätzen: "In den Lehr-Werkstätten stehen oft so alte Dinger, die es draußen gar nicht mehr gibt", erzählte er. Um das moderne Equipment zu vervollständigen, spendete die Innung 3000 Euro für zwei Rauchgasanalysegeräte. Ganz so freigiebig zeigte sich die Friedrich-Ebert-Schule dann nicht: Den selbstgeschmiedeten Riesen-Schlüssel, der dem Landrat symbolisch überreicht wurde, wollten Lehrer und Schüler dann doch nicht hergeben.