Lokales

Altes "Totenhäuschen" mit neuer Bestimmung

Die Kapelle auf dem Ötlinger Friedhof war in einen Dornröschenschlaf versunken. Das alte "Totenhäuschen" diente dem Grünflächenamt als Abstellraum. Auf Betreiben engagierter Ötlinger Bürger und mit Unterstützung der Stadt sowie einiger Handwerksbetriebe konnte Ortsvorsteher Hermann Kik die renovierte Kapelle nun ihrer neuen Bestimmung übergeben.

BRIGITTE GERSTENBERGER

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KIRCHHEIM Ein wahres Kleinod ist entstanden, das den Friedhofsbesuchern zukünftig Raum für Besinnlichkeit und Meditation bietet. Ein Ort, der durch seine schlichte und sanfte Gestaltung den Besucher zu Ruhe und Einkehr einlädt. Akzentuiert und mit Liebe zum Detail versehen, gestaltete die Steinmetzin und Bildhauerin Monika Majer den Innenraum der alten Kapelle. In Zusammenarbeit mit dem Leiter des Grünflächenamtes, Jürgen Völker, entwickelte sie das Nutzungskonzept.

Im Mittelpunkt der Kapelle das kunstvoll geschmiedete Kreuz, angefertigt und gestiftet vom Ötlinger Kunstschmied Edmund Graeber, und vom Grafiker Wolfgang Znaimer stammt der Schriftzug, der den Eingang zur Kapelle umrahmt. "Ich kam 1948 nach Kirchheim, mit vierzehn Jahren habe ich die Schrift gemalt, die ein Steinmetz dann rausgeschlagen hat, das war mein erster öffentlicher Auftrag." Die Firma Ernst Hummel übernahm eine Reihe von Malerarbeiten an Turmspitze und Fenstern.

Über das Engagement der Ötlinger Bürger zeigte sich Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker hocherfreut. "Ohne das vielfältige Engagement aus der Bürgerschaft, kann eine Stadt wie Kirchheim einfach nicht existieren".

Einen kurzen historischen Einblick über die Geschichte der alten Friedhofskapelle, die auch als "Totenhäuschen" bezeichnet wurde, gab Amtsleiter Völker. Die 1949 auf der Südseite des alten Friedhofs erbaute Kapelle sorgte zunächst für Unmut bei den Ötlingern, wollten diese doch den Standort der Kapelle verlagert wissen, um einer künftigen Erweiterung des Friedhofes Rechnung tragen zu können. Die daraufhin eingereichte Beschwerde beim Innenministerium blieb jedoch ohne Folgen. Die Kapelle behielt ihren heutigen Standort.

Die Innen-Umbauarbeiten in der Aussegnungshalle wurden ebenfalls abgeschlossen, dadurch stehen den Trauergästen fortan mehr Sitzplätze zur Verfügung. Und durch die Spendenaktion der beiden Ötlinger Kirchengemeinden konnte eine neue Orgel beschafft werden. Eingeweiht durch die langjährige Organistin der Johanneskirche, Gertrud Find, erschallte der sonorig-warme Grundton der neuen Orgel mit Musik von Händel und Bach.