Lokales

Am Montag geht der Abbruch mit schwerem Gerät los

Im Herzen Kirchheims tut sich was: Die Gebäude der ehemaligen Metzgerei Riethmüller in der Flachsstraße weichen einem Neubau. Bereits im März 2007 soll an dieser Stelle der dm-Drogeriemarkt seine Pforten öffnen. Im denkmalgeschützten Bereich an der Ecke Marktstraße / Flachsstraße sind lediglich für das Erdgeschoss größere Umbauten vorgesehen.

ANDREAS VOLZKIRCHHEIM Der Um- und Neubau mitten im Zentrum ist für Bürgermeister Günter Riemer ein wichtiges Zeichen dafür, dass Kirchheim attraktiv bleibt. Bei der Frage, was die Stadt so attraktiv mache, würden die meisten auf den geschlossenen Eindruck verweisen, den die Gebäude innerhalb des Altstadtrings vermitteln. Hinzu komme die Vielfalt des innerörtlichen Handels und eine weitere Besonderheit: "Wir haben nur ganz wenig Leerstände, im Vergleich zu anderen Städten." Riemer verweist auf die Notwendigkeit, die Attraktivität des "Einkaufszentrums Innenstadt" aufrechtzuerhalten. Dafür seien große Anstrengungen zu unternehmen.

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"Die Handabbrucharbeiten haben bereits begonnen", berichtet Matthias Bankwitz vom Kirchheimer Büro Bankwitz Architekten, das mit der Planung und Betreuung des Vorhabens beauftragt ist. "Was die Öffentlichkeit dann wirklich merken wird, ist, wenn Bagger und schwere Geräte anfahren." Am Montag, gleich nach dem "Haft- ond Hokafescht", soll es so weit sein. Rund 14 Tage werden die Abbrucharbeiten mit schwerem Gerät in Anspruch nehmen.

Ende Juli / Anfang August beginnt der eigentliche Neu- beziehungsweise Umbau. Für März ist die Eröffnung des Drogeriemarkts vorgesehen. Die gesamte Maßnahme soll bis Juli nächsten Jahres abgeschlossen sein. Voraussetzung dafür sei, dass das Wetter mitmacht, erzählt Bankwitz: "Dieses Jahr konnte man beispielsweise fünf Monate lang keinen Außenputz aufbringen."

Auch wenn das alte denkmalgeschützte Gebäude mit seiner Fassade zur Marktstraße hin bestehen bleibt, wird ein Teil der Fußgängerzone während der Baumaßnahmen abgesperrt voraussichtlich bis Dezember. "Wir wollen versuchen, das bis zum Weihnachtsgeschäft wegzukriegen", zeigt Matthias Bankwitz Verständnis für mögliche Bedenken aus der Nachbarschaft. Weil es sich bei einer Baustelle im Herzen der Stadt um ein besonders sensibles Thema handle, seien die unmittelbaren Nachbarn alle informiert worden.

Absperrungen sind allerdings notwendig der Sicherheit und der Gesundheit wegen, wie Bankwitz betont. Auch die Flachsstraße wird der Öffentlichkeit für einen längeren Zeitraum bis etwa Juli 2007 nur eingeschränkt zur Verfügung stehen. "Zu Fuß wird man durchkommen", verspricht der Architekt im Vorfeld der Baumaßnahme. In der Innenstadt sei es eben wesentlich komplizierter zu bauen als "irgendwo draußen".

Auch die Anfahrt zur Baustelle gestalte sich problematisch. Sie muss über die Fußgängerzone oder über den Marktplatz erfolgen. Vom Schweinemarkt her geht es auf keinen Fall, weil die Straßen zu eng sind. Bürgermeister Günter Riemer hofft in diesem Zusammenhang, dass sich für die Anlieferung vorrangig Tageszeiten nutzen lassen, "in denen noch nicht so viele Menschen in der Stadt sind".

Außer dem Drogeriemarkt mit knapp 600 Quadratmetern Verkaufsfläche entstehen auf dem Areal des einstigen traditionellen Handwerksbetriebs Riethmüller fünf Wohnungen. Dem Bürgermeister liegt auch das sehr am Herzen: "Die Attraktivität des Wohnens in der Innenstadt steigt an, das ist ein spürbarer Trend. Die Stadt soll belebt sein, da sollen auch Menschen wohnen." In diesem Fall scheint das Konzept bereits aufzugehen: Nach Informationen von Architekt Bankwitz sind vier der fünf Wohnungen bereits verkauft.