Lokales

An dem Wichtel mit Zipfelmütze streiten sich die Geister

Einen besonderen Aktionstag bietet das Freilichtmuseum des Landkreises in Beuren gemeinsam mit der AOK Nürtingen-Kirchheim am Sonntag, 5. Juni, im Frei-lichtmuseum an: Das Motto des Familientages lautet "133 Jahre Gartenzwerg".

BEUREN Wer sich mit dem Thema "Garten" beschäftigt, wie zum Beispiel das Freilichtmuseum des Landkreises Esslingen in Beuren, kommt früher oder später am Gartenzwerg nicht vorbei. Egal, ob vom Typ Malocher, Musensohn oder Faulpelz, an den Zwergen scheiden sich die Geister. Sogar Gerichtsprozesse gab es schon um die Winzlinge in deutschen Vorgärten. Allen Feindschaftsbekundungen zum Trotz haben sie dennoch viele Anhänger, die ihnen ein weit über einhundertjähriges Dasein bescherten.

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Rein statistisch gesehen nennen drei von zehn Einwohnern in Deutschland einen Gartenzwerg ihr eigen. Zur Ehre des Kultzwergs mit der roten Mütze gibt es am Sonntag, 5. Juni, im Freilichtmuseum Beuren einen besonderen Aktionstag. "Allerdings legen wir Wert auf eine friedliche Ausstellung. Die neueste Entwicklung auf diesem Sektor, die Terror-Gartenzwerge wie Ali the Gun oder Juri Bombastic, bleiben bei uns ausgesperrt," erklärte Museumspädagoge Jörg Dehlinger.

Unter dem Motto "Hassen oder Lieben? 133 Jahre Gartenzwerg" wird von 13 bis 18 Uhr ein vielseitiges Programm für Kinder und Erwachsene angeboten. Dazu gehören Vorträge vom jetzigen Firmeninhaber einer der ersten Gartenzwergmanufakturen, Reinhard Griebel aus Thüringen, über den "Mythos Gartenzwerg" und die Geschichte der Gartenzwergmanufaktur. Die Kinderbuchautorin Irmgard Schoer aus Königsfeld liest aus ihrem Märchen "Frau Wunderlich und die Wichtelmännchen". Vorgeführt wird der Kriminalfilm "Der Fall Gartenzwerg" für Kinder. Aufgeführt wird der Tanz der Gar-tenzwerge vom Waldkindergarten7-Zwerge aus Weil im Schönbuch. Mitglieder der Narrenzunft "D'Gartazwergla" aus Unterensingen treiben in ihrem Gartenzwerg-Häs mit Maske Schabernack auf dem Museumsgelände. Lieblings-Gartenzwerge dürfen übrigens auch mitkommen. Ausgestellt im eigens hergerichteten Vorgarten des Museumsdorfes winkt den Schönsten und Originellsten eine Prämie. Vor Ort können auch selbst welche hergestellt werden beim Zwergefilzen mit Schafwolle oder Zwergebacken im Museumsbackhaus. Wer der erste Schöpfer der Gartenzwerge aus Ton gewesen ist, lässt sich nicht eindeutig klären. Laut Firmenlegende startete die Luxus-Tonwaren-Fabrik Heissner in Gräfenroda in Thüringen im Jahr 1872 die Serienproduktion der Zwergfiguren. In Gräfenroda gab es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Vielzahl von Terrakotta- und Porzellanbetrieben, die sich mit der Anfertigung von Gartenfiguren beschäftigten. Die Firma Philipp Griebel GmbH gehörte auch dazu. Sie fertigt seit 1874 bis auf den heutigen Tag Terrakotta-Figuren im traditionellen Hohlgussverfahren. Angefangen hatte man in Thüringen einst mit Tierfiguren und Tierköpfen, zum Ende des 19. Jahrhunderts kamen dann die Gartenzwerge hinzu. Zwischen 1914 und 1945 stockte der Absatz. Erst danach setzte die große Verbreitung der Gartenzwerge ein. Heute stehen in deutschen Gärten schätzungsweise an die 25 Millionen Gartenzwerge aus den unterschiedlichsten Materialien.

AOK-Versicherte erhalten am Sonntag gegen Vorlage der Versichertenkarte im Freilichtmuseum einen deutlich ermäßigten Eintritt. Dabei muss jedes Familienmitglied seine Versichertenkarte vorzeigen.

Das Freilichtmuseum des Landkreises Esslingen in Beuren zeigt ländliche Geschichte von Schwäbischer Alb und Mittlerem Neckarraum. Es ist täglich außer montags von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

Weitere Informationen: Freilichtmuseum Beuren, In den Herbstwiesen 72660 Beuren, Info-Telefon: 0 70 25/9 11 90-90, Fax 0 70 25/9 11 90-10, www.freilichtmuseum-beuren.de.

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