Lokales

An die Mütter denken und danken

Muttertag, das ist bei uns das ganze Jahr über. Aber wird der Muttertag nicht auch vergessen? Die Ausreden fallen dann verschieden aus: Wir tragen doch das ganze Jahr über unsere Mutter auf Händen, da brauchen wir doch keinen besonderen Tag dafür. Das ist doch nur Geldmacherei von Blumen- und Geschenkläden und so weiter. Hat nicht Hitler den Muttertag eingeführt und so was sollen wir auch noch feiern? Die Liste ließe sich fortsetzen. Nach außen wird die Vergesslichkeit vehement verteidigt, um billige Ausreden zu suchen und so die Gedankenlosigkeit zu vertuschen.

Ist es nicht gut, einmal im Jahr über die Rolle der Mutter nachzudenken, sich zu erinnern, was sie für uns getan hat. Wer hat uns groß gezogen, uns als Kleinkinder im wahrsten Sinne des Wortes auf Händen getragen, wenn wir krank oder müde waren? Das war Arbeit, die sich nicht mit links erledigen ließ. Und dabei sind heute immer mehr Frauen gezwungen, nebenher noch zur Arbeit zu gehen.

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Wer sich einmal im Jahr erinnert, wie viel eine Mutter zu leisten hat, der kann nicht den Rest des Jahres die Beine hoch legen . . . Und damit reihen sich die Ausreden zum Muttertag in eine Reihe mit anderen ein: Warum soll ich mein Auto stehen lassen und zu Fuß gehen, wenn so viele andere das auch tun? Warum soll ich für Tsunami-Opfer spenden, wenn ich dann erfahre, dass Gelder auch veruntreut oder zweckentfremdet werden? Warum soll es Sinn machen, den Gottesdienst zu besuchen, wenn man Gott doch auch in der Natur begegnen kann?

Jedes Argument hat für sich eine Berechtigung und doch wissen wir: Bewegung hält gesund, selbst kleine Beiträge helfen die Not lindern, Gemeinschaft im Gottesdienst tut gut. Und natürlich: dass unsere Mütter viel leisten und es sie verdient haben, wenn wir an sie denken und ihnen danken. Pfarrer Johann-Albrecht Link Evangelische Kirchengemeinde Erkenbrechtsweiler-Hochwang