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An Investitionen führt kein Weg vorbei

Eine rege Diskussion gab es in der jüngsten Sitzung des Lenninger Gemeinderats, als es um die Gebührenerhöhung von Wasser und Abwasser ging. Die Mehrheit sprach sich schweren Herzens in beiden Punkten dafür aus.

IRIS HÄFNER

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LENNINGEN Beim Jahresabschluss 2005 ergab sich bei der Wasserversorgung ein Verlust von knapp 36 000 Euro. Zudem steht eine große Investition an, da es bereits mehrere Rohrbrüche in der Fernleitung von der Quelle zum Hochbehälter gegeben hat. Dies bewog die Verwaltung dazu, dem Gemeinderat bei der Gebührenkalkulation für die Jahre 2007 bis 2009 entsprechende Zahlen vorzulegen. Für den Kubikmeter Wasser sollen die Lenninger in Zukunft 1,65 Euro bezahlen. Bei fünf Gegenstimmen sprach sich die Mehrheit des Gremiums dafür aus.

"Die Fixkosten, Wasser bereitzuhalten, sind gleich. Dies ist der Preis für sauberes Wasser", sagte Bürgermeister Schlecht. Welcher Großkunde 8000 bis 9000 Kubikmeter Wasser gegenüber 2005 weniger abnehmen wird, verriet Michael Schlecht auch auf Nachfrage nicht. Somit ergibt sich die paradoxe Situation, dass beim Sparen von Wasser der Preis teurer wird.

Den Vorschlag einiger Gemeinderäte, die Investition für die Überlandleitung aus der Kalkulation herauszunehmen, widersprachen Schultes und Kämmerer Herbert Braun. Wird diese Maßnahme aufgeschoben, sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Verteuerung für die Bürger noch drastischer wird.

Drei Gegenstimmen und eine Enthaltung gab es bei der Festsetzung der Abwassergebühren von 2007 bis 2009. Pro Kubikmeter müssen die Lenninger 3,58 Euro zahlen. Hier schlägt die Sanierung der Kläranlage Gutenberg zu Buche. Teile des Gemeinderats zweifelten die Kostenschätzung für diese Maßnahme an. Auch die Frage nach einer Überdimensionierung wurde laut. Beidem widersprach die Verwaltung. "Es gibt keinen Grund, an der Ausführung zu zweifeln. In den vergangenen 30 Jahren wurde dort wenig gemacht", sagte Herbert Braun. Tiefbauamtsleiter Karl-Heinz Griesinger ergänzte: "Die Kläranlage ist baulich in sehr schlechtem Zustand." An einer Erweiterung führe nichts vorbei, zudem habe das Planungsbüro zwei Varianten vorgelegt. "Amtliche Untersuchungen haben Überschreitungen von Grenzwerten ergeben, wir müssen in diesem Bereich aktiv werden", so der Kämmerer weiter. Auch Michael Schlecht sieht keinen Grund, die Zahlen des Ingenieurbüros in Frage zu stellen, zumal die Kontrollbehörde bei Planungsfehlern reagiert hätte. "Trotz des Risikos sollten wir die Gutenberger Kläranlage aufdimensionieren", sagte Michael Schlecht. Ob sich ein Schopflocher Betrieb mit dem Gedanken trägt, die Produktion zu verlagern, ist nicht zu erfahren. "Wir bekommen keine längerfristige Aussage", so der Schultes. Seiner Ansicht wäre es ein noch größeres Fiasko, würde der Betrieb an seinem Schopflocher Standort festhalten und die Kläranlage wäre zu klein. Da die gesetzlichen Vorgaben immer strenger würden, müsste schon allein aus diesem Grund in die Anlage investiert werden.