Lokales

An Weihnachten in die Heimat

Viele Menschen zieht es über die Feiertage in die Teckregion zu Familie und Freunden

Ob Studenten oder Menschen, die es berufsbedingt in die Ferne gezogen hat: Viele kehren an Weihnachten nach Hause zurück, um dort im Kreise der Familie die Feiertage zu genießen. Der Teckbote hat einige Weihnachtsheimkehrer befragt.

An Weihnachten geht es in die Heimat - das ist für viele Studenten und Menschen, die es berufsbedingt in die Ferne gezogen hat,
An Weihnachten geht es in die Heimat - das ist für viele Studenten und Menschen, die es berufsbedingt in die Ferne gezogen hat, völlig klar.Foto: Dieter Ruoff

Kreis Esslingen. Die 24 Jahre alte Sarah Merkle aus Bissingen lebt und studiert seit mehr als zwei Jahren an der Ostsee in der Hansestadt Greifswald. „Mein Traum vom Medizinstudium hat mich in die Ferne getrieben“, erzählt die junge Frau. Ihr gefällt es sehr gut im hohen Norden – dennoch ist eines für sie völlig klar: An Weihnachten geht es nach Hause. „Dieses Jahr bin ich schon eine Woche vor Weihnachten angekommen, um noch ein wenig die Vorweihnachtszeit im Ländle genießen zu können“, erzählt sie.

Anzeige

„Am meisten gefällt mir an der Heimreise die Atmosphäre auf den Flughäfen und Bahnhöfen.“ Alles sei schön geschmückt. Zwar herrsche überall viel Trubel und Hektik, „aber irgendwie ist es ein besonderes und fast schon magisches Gefühl, zu wissen, dass jeder schnell nach Hause kommen möchte, um das Fest mit seinen Liebsten zu verbringen“, beschreibt die Studentin. Sie möchte sich viel Zeit für ihre Familie nehmen, aber auch am Heiligen Morgen in Kirchheim einige Freunde wiedersehen.

Auch Sophie Schädel aus Kirchheim, die in Dortmund Musikjournalismus studiert, zieht es über die Feiertage in die Teckstadt. Die 18-Jährige lebt seit September in Nordrhein-Westfalen. „Als ich noch in Kirchheim gewohnt habe, wusste ich dies als Heimat gar nicht richtig zu schätzen“, erzählt sie. „Aber wenn ich in Dortmund mal einen schwäbischen Satz aufschnappe, werde ich schon etwas nostalgisch.“ Am meisten vermisst sie ihre Familie und Freunde in Kirchheim. Auch der Abschied von „ihrem“ symphonischen Orchester der Kirchheimer Musikschule sei ihr nicht gerade leicht gefallen.

Weihnachten verbringt die junge Frau mit ihrer Familie. „Außerdem treffe ich noch einige Freunde. Besonders meine beste Freundin hat mir ganz schön gefehlt.“ Wenn die Zeit reicht, würde sie außerdem gerne noch ihre ehemalige Geigenlehrerin besuchen, erzählt sie.

Berufsbedingt ist Sabine Leibnitz aus Kirchheim im Sommer 2011 nach Frankfurt gezogen. Dort arbeitet die 31-Jährige bei der DB Schenker in der Automobillogistik. „Ich fühle mich sehr wohl in Hessen“, erzählt die Kirchheimerin. Dennoch ist sie einen Tag vor Heiligabend in die Heimat zurückgekehrt. „Erst Anfang Januar fahre ich wieder nach Frankfurt. Silvester wird mit Freunden in Stuttgart gefeiert.“

An Weihnachten nach Hause zur Familie zu kommen, sei ein wunderbares Gefühl. „Sobald ich auf der Autobahn die Teck und die Schwäbische Alb erkennen kann, schlägt mein Herz höher“, schwärmt Sabine Leibnitz. Ein besonderes Erlebnis sei alle Jahre wieder der Heilige Morgen in der Teckstadt, „da einfach alle über Weihnachten zu Hause sind und man dort viele Leute trifft, die man ewig nicht gesehen hat“. Auch am späten Heiligabend will die 31-Jährige auf After-Xmas-Partys in Kirchheim noch Freunde treffen.

„Generell freue ich mich jedes Mal aufs Neue, wenn ich in der Heimat zu Besuch bin. Noch schöner ist es aber natürlich an Weihnachten, wenn die Berge hoffentlich mit Schnee bedeckt sind“, sagt Christoph Weil aus Kirchheim, der seit 2009 in Hamburg lebt. Dort arbeitet der 25-Jährige, der Medieninformatik studiert hat, bei autonetzer.de als „Product Developer“.

„In Hamburg ist es schön: Wir haben die Elbe vor der Tür, das Meer ist nur eine Stunde entfernt – aber was fehlt, sind die Berge und Spaziergänge mit dem Hund auf der Schwäbischen Alb“, erzählt Christoph Weil. An Weihnachten erwarten ihn „Oma, Opa, Vater, Mutter und Schwester, die Familie meiner Freundin sowie ein Drei-Gänge-Menü, das ich dieses Jahr zubereiten darf“. Und natürlich will er viele alte Freunde wiedersehen. „An Weihnachten ist fast jeder in der Heimat.“ Da passe es gut, dass zahlreiche Leute aus Kirchheim und Umgebung am Heiligen Morgen anzutreffen sind.

Auch für Pascal Pflüger, der ursprünglich aus Weilheim kommt und über Weihnachten seine Mutter in Dettingen besucht, ist der Heilige Morgen ein Pflichttermin: „Da die Zeit an Weihnachten relativ knapp ist und man meistens nicht alle Freunde besuchen kann, ist es super, dass es den Heiligen Morgen gibt.“ Der 24-Jährige, der Softwaretechnik und Medieninformatik an der Hochschule Esslingen studiert und derzeit ein Auslandssemester in Glasgow absolviert, freut sich außerdem auf die deutsche Küche, denn diese vermisse er sehr – trotz der in Glasgow selbst gemachten Schnitzel und Spätzle.

Dennoch kehrt der 24-Jährige heuer mit zwiegespaltenem Gefühl in die Heimat zurück: „Auf der einen Seite freue ich mich riesig, meine Familie und Freunde wiederzusehen und mit ihnen die Feiertage zu genießen.“ Auf der anderen Seite gehe für ihn die Zeit in Glasgow langsam zu Ende: Im Januar ist er nur noch für zwei Wochen in Schottland. Anschließend schreibt er seine Bachelorarbeit bei einem Softwareunternehmen in Stuttgart.