Lokales

Anbindung an B 297 bleibt ein Zankapfel

Bestimmendes Thema der jüngsten Gemeinderatssitzung in Schlierbach war der Bebauungsplanentwurf für das neue Gewerbegebiet "Beim Schopf". Dabei erzielten Rat und Verwaltung über große Strecken Einigkeit in der Beratung. Jedoch sorgte einmal mehr die geplante Anbindung des Gewerbegebiets an die B 297 für recht hitzige Diskussionen.

VOLKMAR SCHREIER

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SCHLIERBACH Wie die Planfestsetzungen aussehen sollen, stellte Fachplaner Brettschneider vom Stuttgarter Ingenieurbüro Hils vor. Insbesondere soll, so der Plan, möglichst vielen verschiedenen Betrieben die Möglichkeit zur Ansiedlung gegeben werden. Deshalb wurden auch die örtlichen Bauvorschriften im Entwurf sehr weit gefasst: Es sollen sich Verwaltungsgebäude, Lagerhäuser, Gewerbe aller Art oder Speditionen ansiedeln können. Auch eine Tankstelle wäre möglich. Eine Einschränkung gibt es allerdings: Dem Einzelhandel wurde eine klare Absage erteilt, um die Geschäfte im Ortskern vor der Konkurrenz durch Discounter zu schützen.

Für Erregung im Ratsrund sorgte jedoch, dass auch im vorgestellten Planungsentwurf für die Anbindung des Gewerbegebiets an die B 297 in der Verlängerung der Maybachstraße wieder eine Straßenbreite von 6,50 Metern angegeben war, hatte der Rat doch bei der letzten Beratung über die Anbindung Mitte April den Fachplanern mehrheitlich den Auftrag erteilt, Alternativplanungen mit 7 und 7,50 Metern Straßenbreite zu entwickeln. Kurt Moll von der CDU stellte gar die Frage, ob hier nicht von einer Missachtung des Ratswillens gesprochen werden könne. Erklärtes Ziel der neuen Anbindung sei doch, den Schwerlastverkehr gezielt auf die Maybachstraße zu lenken.

Ähnlich äußerte sich auch Marco Emmert (CDU). Deutlich kritisierte er, dass die Verwaltung offensichtlich dem Ratsbeschluss nicht nachgekommen sei. Außerdem, so sei ihm aufgefallen, seien in den letzten Jahren nach und nach alle Zufahrtsstraßen zum Industriegebiet auf 6,50 Meter Breite reduziert worden mit dem Ergebnis, dass hier der Verkehr nur noch schlecht fließe. "Und nun soll die neue Hauptentlastungsstraße auch nur 6,50 Meter breit werden?", so seine Frage. In anderen Gemeinden seien die Straßen ja auch wesentlich breiter.

Jörn Feldsieper brachte für die FUW-Fraktion seine Verwunderung über die Beschlussvorlage der Gemeindeverwaltung zum Ausdruck. Auch er wollte in seinem Redebeitrag nochmals nachdrücklich den Wunsch des Rats berücksichtigt wissen. Und seine Fraktionskollegin Sabine Hiedels, die sich extra im Vorfeld der Sitzung nochmals bei einem Fuhrunternehmer Rat bezüglich der idealen Straßenbreite eingeholt hatte, wies darauf hin, dass bei der Planung auch die zukünftige Entwicklung im Schwerlastverkehr mit einbezogen werden sollte. Und gerade unter diesem Gesichtspunkt sei eine breitere Straße als von der Verwaltung vorgeschlagen unabdingbar.

Bürgermeister Paul Schmid stellte nochmals den Standpunkt der Verwaltung dar. Für diese spiele bei der Entscheidungsfindung ein Mix aus Verkehrssicherheitsaspekten, Kosten und der Parkproblematik eine wichtige Rolle. Dass breite Straßen zum "Wildparken" verleiteten sei eine Tatsache. Bauchschmerzen bereiten dem Rathauschef auch die prognostizierten Mehrkosten von rund 35 000 Euro, die eine Verbreiterung von 6,50 Metern auf 7,50 Metern mit sich bringen würde, zumal diese Kosten nicht auf die Anwohner umgelegt werden könnten, da der Grund ja in Gemeindebesitz sei.

Diese rund 35 000 Euro wurden von der Mehrheit der Ratsmitglieder jedoch als "Investition in die Zukunft" (so Gemeinderat Emmert) angesehen. Dem Beschlussantrag, den Planungsentwurf zu billigen, wurde auch einstimmig zugestimmt, nachdem die Entscheidung über die Straßenbreite ausgenommen worden war. In diesem nun separat abgestimmten Punkt beschlossen die Ratsmitglieder bei zwei Gegenstimmen, die Breite der neuen Anschlussstraße auf 7,50 Meter festzulegen. Auch die Verbreiterung der Maybachstraße im Abschnitt zwischen Diesel- und Siemensstraße auf insgesamt 9,80 Meter inklusive ausgewiesenem Parkstreifen fand bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung eine Mehrheit.