Lokales

Anfahrtsproblematik mit Bravour gelöst

Die Abteilungsfeuerwehren aus den drei Lenninger Ortsteilen Schlattstall, Gutenberg und Schopfloch stellten bei der Feuerwehrhauptübung am vergangenen Samstag ihre Qualifikation eindrucksvoll unter Beweis. Im kleinen Weiler Schlattstall können die Einwohner ob der gezeigten Einsatzfähigkeit der Wehren und des DRK weiterhin beruhigt schlafen.

RAINER STEPHAN

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LENNINGEN Mitten im Schlattstaller Flecken wurde als inszenierter Brandort ein landwirtschaftliches Anwesen in der Etterstraße ausgewählt. Durch einen defekten Motor in der Scheune entzündete sich ein Feuer, das rasch auf den Heubarn und die Stallung übergriff. Dazu kam noch eine Staubexplosion, die einen Funkenflug auslöste und die danebenliegende Werkstatt und andere Gebäude gefährdete.

Der zuerst eintreffende Angriffstrupp der Schlattstaller Wehr erkundete mit zwei Personen unter Atemschutz die Lage. Derweil bauten die anderen Feuerwehrmänner eine Zapfstelle an der Lauter auf. So konnte rasch die "Riegelstellung" zwischen Scheune und Holzschuppen das Spritzen von Wasser zwischen den beiden Gebäuden zur Verhinderung eines Flammenübertritts angegangen werden.

Im Gebäudeinneren wurden zwei verletzte Personen geborgen und dem Roten Kreuz zur weiteren Versorgung anvertraut. Abteilungskommandant Andreas Metzger erläuterte und kommentierte fachkundig den Übungsablauf, sodass die zahlreichen Einwohner, die zusammen mit Bürgermeister Michael Schlecht die Hauptübung verfolgten, immer bestens im Bilde waren.

Die mit ihrem Löschfahrzeug eintreffende Abteilungswehr Gutenberg entnahm ebenfalls das Löschwasser aus der Lauter, um den Brand im Heustock zu bekämpfen und das Wohnhaus abzusichern. Auch hier stand die Menschenrettung mit Atemschutz im Vordergrund: Die mit einer Steckleiter in den Heubarn einsteigenden Feuerwehrmänner konnten alsbald zwei Verletzte dem DRK übergeben. Das enge Tal um Schlattstall erschwert einen Feuerwehreinsatz wegen fehlender Zufahrtsmöglichkeiten ungemein. So war es lediglich Übungsannahme, dass die später eintreffenden Schopflocher noch am Hauptbrandort vorbei und über so genannte "Schlauchbrücken" hinweg zu ihrem Einsatzort kommen konnten. Im Ernstfall hätten sie mit ihren beiden Löschfahrzeugen die Route über einen weit weg liegenden Waldweg nehmen müssen. Ihre Aufgabe, den Brand in Werkstatt und Garage zu bekämpfen und ein Menschenleben zu retten, meisterten die Älbler mit Bravour.

Bei der anschließenden Manöverkritik in Gutenbergs "Linde" dankte Kommandant Günther Hummel allen Beteiligten und stellte zutreffend fest, dass "Wasser in Schlattstall nicht das Problem ist". Auch Abteilungskommandant Metzger hob auf die Anfahrtsproblematik bei später einrückenden Löschfahrzeugen ab. Er lobte die insgesamt 53 Übungsteilnehmer von Feuerwehr und Rotem Kreuz für ihren kooperativen Einsatz. "Wenn der Kommandant nichts gefunden hat, dann wird auch der Laie nichts dazu sagen", resümierte Bürgermeister Michael Schlecht. Die zahlreiche Teilnahme der Bürgerschaft habe gezeigt, dass die Feuerwehr akzeptiert sei, die Leistungsfähigkeit stimme und somit, so der Schultes, "die Gelder gut aufgehoben sind".

Mit sehr persönlichen Worten wandte sich der Besitzer des landwirtschaftliches Anwesens, Dr. Ulrich Jaudas, an die Feuerwehrleute und Sanitäter: "Danke für den Nachmittag, den sie geopfert haben. Mir ist deutlich geworden, dass es wichtig ist, die Leute vor Ort zu haben. Ich habe ein richtig gutes Gefühl gehabt."