Lokales

Angst vor finanziellen Nachteilen

PETER DIETRICH

NEIDLINGEN Von 2007 bis ins Jahr 2013 soll das Förderprogramm für strukturschwache Gemeinden laufen, dass die EU unter dem Namen "LEADER" neu auflegen wird. Und in dem es um viel Geld geht, weit mehr als die in Aussicht gestellten Projektmittel für das Biosphärengebiet. Kammerlander kritisiert in scharfen Worten, dass nach aktueller Lage eine Teilnahme am Biosphärengebiet den Zugang zum neuen Förderprogramm verschließen soll: "Die starre Haltung des Landes ist schwer nachvollziehbar und sachlich nicht gerechtfertigt." Denn die Förderziele würden sich nicht überschneiden, sondern ergänzen: Während die Förderung im Biosphärengebiet eher natur- und produktionsbezogen sei, gehe es bei der EU-Förderung um die Verbesserung der Struktur und Lebensverhältnisse in den ländlichen Gemeinden.

Landräte interveniertenDeshalb, so Rolf Kammerlander weiter, hätten die Landräte der Landkreise Esslingen und Alb-Donau beim zuständigen Ministerium interveniert und um Klärung gebeten. Sollte sich die Haltung des Landes nicht ändern, stehe wegen der möglichen finanziellen Nachteile das grundsätzliche "Ja" der Gemeinde zum Biosphärengebiet in Frage.

Um die Anerkennung des Biosphärengebiets durch die UNESCO zu erreichen, müssen mindestens drei Prozent der Fläche zur streng geschützten Kernzone gehören. Weil das Erreichen dieser Quote nicht sicher sei, hatte das Kreisforstamt die Gemeinde Neidlingen gebeten, die Ausweisung weiterer Kernzonen zu prüfen. "Wir könnten uns durchaus damit anfreunden", meinte Kammerlander im Blick auf ein schwer zu bewirtschaftendes Waldstück im Osten von Neidlingen. Voraussetzung sei jedoch, dass die Ausweisung von Gemeindewald als Kernzone der Gemeinde auf einem Ökokonto positiv angerechnet werde.

Angesichts der finanziellen Unklarheiten wollte der Gemeinderat jedoch keine Entscheidung zu einer Erweiterung der Kernzone treffen. Der Beschluss wurde auf die nächste Sitzung vertagt.

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