Lokales

Anklage gegen Autoschieber

Drei polnische Staatsangehörige im Alter zwischen 31 und 39 Jahren mit letzten Wohnsitzen Kirchheim und Polen sitzen jetzt auf der Anklagebank einer Großen Strafkammer am Stuttgarter Landgericht wegen insgesamt 22-fachen Autodiebstahls und Hehlerei.

BERND WINCKLER

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STUTTGART Die Angeklagten sollen Anfang bis Mitte vergangenen Jahres in Kirchheim und im Göppinger, Plochinger und Nürtinger Umland gebrauchte Fahrzeuge gestohlen und umfrisiert in Polen verkauft haben. Die drei Männer sollen einer Bande angehören, die sich darauf spezialisiert hat, bundesdeutsche Kraftfahrzeuge zu stehlen und dann mit gefälschten Unterlagen in ihrer polnischen Heimat gewinnbringend zu verkaufen. Unklar ist indes noch, nach Meinung ihrer Verteidiger, warum sie es ausschließlich auf gebrauchte Autos und dabei noch auf recht billige und technisch in schlechtem Zustand befindliche Fahrzeuge abgesehen haben.

Laut der Anklage soll das Trio am 8. März 2005 zunächst in Oberboihingen einen Fiat im Wert von 13 000 Euro gestohlen haben. Man habe dabei raffiniert die Wegfahrsperre ausgebaut und das Fahrzeug dann in eine eigens dafür in Polen angemietete Werkstatt gebracht, wo der Wagen umlackiert und mit neuen Papieren versehen wurde. Auf dieselbe Weise soll Anfang Mai 2005 in Kirchheim ein 18 000 Euro teurer Audi A 6 gestohlen und in Polen verkauft worden sein.

Weitere Fahrzeugdiebstähle in Plochingen, Albershausen, Wendlingen, Esslingen und Zizishausen wirft der Staatsanwalt dem Trio noch vor. Am 9. Juli vergangenen Jahres sollen sie dann vom Hof einer Firma in Kirchheim einen fast neuen VW-Passat gestohlen und versucht haben, diesen bei einem Händler in Polen zu verkaufen. Inzwischen aber war auch bei den polnischen Kraftfahrzeugwerkstätten eine Warnung der deutschen Polizei eingegangen, in der vom Ankauf gebrauchter Autos äußerste Vorsicht walten zu lassen sei. Der Händler lehnte daraufhin den Ankauf des Kirchheimer Passats ab.

Trotzdem sollen die drei zwei Wochen später in Esslingen wieder einen Passat im Gebrauchtwert von 11 200 Euro gestohlen und in Polen zu Bargeld gemacht haben. Als ihnen dann der Boden in Deutschland zu heiß wurde, setzten sie sich zunächst in ihre Heimat ab. Am 21. Februar diesen Jahres klickten aber dann doch noch die Handschellen das Trio war wieder in die Bundesrepublik eingereist. Ob sie erneut die Absicht hatten, ihre Diebstahlserie fortzusetzen, ist der Staatsanwaltschaft nicht bekannt. Bekannt ist laut Anklage noch, dass sie kurz nach ihrer Einreise in Hochdorf mehrere Einbrüche auf LkW-Fahrzeuge verübten und dabei Werkzeuge und Baumaschinen von beträchtlichem Wert erbeutet haben sollen.

Zu den Vorwürfen selbst haben die Angeklagten zum Prozessauftakt noch keine Angaben gemacht. Die Verhandlung ist auf den 15. November vertagt worden.