Lokales

Anlaufstelle für viele

Das eher unscheinbare Haus in der Kirchheimer Paradiesstraße 21 ist für viele Menschen seit Jahren eine wichtige Adresse. Beherbergt im Erdgeschoss ist das Tageszentrum, eine Tagesstätte für psychisch kranke Menschen.

KIRCHHEIM 1978 erwarb der Reha-Verein zum Aufbau sozialer Psychiatrie das Haus, um Wohnraum für diesen Personenkreis zu schaffen. Und 1979 wurde im Erdgeschoss das Tageszentrum eröffnet, das mittlerweile zu einem wichtigen Baustein in der gemeindenahen psychiatrischen Versorgung geworden ist.

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Drei verschiedene Bereiche werden in der Einrichtung vorgehalten: Die Tagesstätte, die als Einstieg Kontakt- und Anlaufstellenfunktion hat, um sozialer Isolation vorzubeugen. In der Regel zeigt sich, dass psychisch Erkrankte dazu neigen, sich in ihre häuslichen vier Wände zurückzuziehen, Kontakte abzubrechen und nur noch in ihrer eigenen Welt zu leben. Dem soll entgegengewirkt werden. Daneben unterstützen die Mitarbeiterinnen Gisela John und Cordula Dold die Menschen in Krisensituationen, bieten Betreuung und begleitende Hilfe an. Von Montag bis Freitag werden im Tageszentrum Frühstück und Mittagstisch angeboten. Jeweils zwei Personen kochen unter Anleitung ein Mittagessen.

Das zwischen Besuchern und Mitarbeitern wöchentlich neu zusammengestellte Programm beinhaltet Aktivitäten im hauswirtschaftlichen, kreativen, kognitiven und Freizeitbereich. Es spricht unterschiedlichste Fähigkeiten und Fertigkeiten der Besucher an und bietet so Hilfe zur Selbsthilfe, um mit den Anforderungen eines selbstständigen Lebens in der Gesellschaft besser zurechtzukommen.

Beim betreuten Einzelwohnen werden Menschen zwischen 18 und 60 Jahren angesprochen, die auf Grund ihrer psychischen Erkrankung oder Behinderung Schwierigkeiten haben, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten und die ihr Leben wieder selbstständiger gestalten wollen. Cordula Dold bietet kontinuierlich Beratung in Einzelgesprächen auch im häuslichen Umfeld des Erkrankten. Daneben gibt sie auch Unterstützung im alltagspraktischen Bereich, in finanziellen und sozialhilferechtlichen Fragen, im Bereich Arbeit und Beschäftigung und bei der Verarbeitung der Krankheits- und Lebensgeschichte. Die Mitarbeiterin Gisela John betreibt für den Reha-Verein eine Praxis für Ergotherapie. Ergotherapie arbeitet mit handlungsorientierten und aktivierenden Verfahren, wendet dabei verschiedene Methoden an und setzt unterschiedliche Medien ein. Das Handeln kann sich sowohl auf selbstständige Lebensführung, auf Arbeit oder Freizeitgestaltung beziehen.

Anlässlich seines 25-jährigen Bestehens veranstaltet das Tageszentrum für Betroffene, Angehörige und Interessenten am Donnerstag, 4. November, von 10 bis 16 Uhr einen Tag der offenen Tür. Es gibt Selbstgebackenes und Getränke.

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