Lokales

Anpfiff zur zweiten Halbzeit

Kostenberechnung lässt Räte beim Freihof nach schwachem Start auf starke zweite Hälfte hoffen

„Der Halbzeitpfiff ist ertönt: Es geht los“, kommentierte Bürgermeister Riemer die Freigabe der Planung für den Neubau der Freihof-Realschule. Die sprachlichen Anleihen beim Fußball machen deutlich, dass unter die anfänglichen Schwierigkeiten endgültig ein Schlussstrich gezogen werden soll. Die Stadträte zeigten Sportsgeist. Sie bescheinigten der modifizierten Planung Zukunftsfähigkeit und billigten die Kostenberechnung, die sich nun auf gut zwölf Millionen Euro beläuft.

irene strifler

Kirchheim. Zu Beginn der Sitzung des Technischen Ausschusses des Kirchheimer Gemeinderats rief Bürgermeister Günter Riemer kurz die Diskussion über Kostenreduzierungen beim Neubau vom vergangenen Jahr in Erinnerung.

Als Schlüssel zum Sparen hat sich nun eine neue Lösung für die Gymnastikhalle der Freihof-Grundschule ergeben. Entgegen dem ursprünglichen Beschluss soll sie nun kein separates Bauwerk, sondern ein Anbau an die bestehende Sporthalle werden. Architekt Thomas Obermann vom Architekturbüro BKSP aus Hannover nannte gleich eine ganze Reihe von Gründen, weswegen ein Anbau die bessere Lösung sei: So spare der Verbund der Sporteinrichtungen Flächen und damit Kosten. Außerdem bleibe der Abstand zur Lindach größer, womit einerseits dem grünen Ufer höhere Bedeutung beigemessen, andererseits auch die Hochwasserproblematik reduziert wird. Recht unschwäbisch mutet das Argument an, dass der Anbau genau dort ansetzt, wo eine Sanierung der Turnhallenfassade nötig geworden wäre. Diese Baumaßnahme erübrige sich somit. Wichtigster Punkt für Rektor Eberhard Schweizer ist aber die Tatsache, dass für die Zukunft alle Optionen gewahrt bleiben. Langfristig soll die in die Jahre gekommene und nicht normgerechte Sporthalle der Realschule ebenfalls saniert beziehungsweise neu gebaut werden. Diesem Vorhaben steht nun zumindest kein bauliches Hindernis im Weg.

„Aus den Hüttenwerken wurde ein einheitliches Gebäude“, freute sich Peter Bodo Schöllkopf für die SPD über die Einbeziehung der Gymnastikhalle in den Gesamtkomplex, und Sabine Bur am Orde-Käß von den Grünen Alternativen sprach von einer „intelligenten Lösung“. Für die Frauenliste lobte Birgit Müller die Planung. Ulrich Kübler von den Freien Wählern, der die Kostenentwicklung besonders kritisch verfolgt hatte, sprach zufrieden von einer „schlüssigen Weiterentwicklung“. CDU-Fraktionschef Helmut Kapp ergänzte, dass die Gymnastikhalle im Grunde eine vollwertige Sporthalle darstelle und betonte angesichts der gesunkenen Baupreise, für die Kosten gelte nun das Prinzip Hoffnung.

Die Kostenberechnung von BKSP beläuft sich auf 12,04 Millionen Euro. Darin enthalten sind drei Prozent für Unvorhergesehenes. Im vergangenen Jahr drohten die Kosten in Bereiche von über 15 Millionen Euro zu steigen. Eine Kostenschätzung von Dress und Sommer hatte im Oktober knapp zwölf Millionen vorgegeben.

Nach Auskunft von Bürgermeister Günter Riemer liegt das Bauvorhaben voll im Terminplan. Nach Schuljahresende im Sommer sollen die Arbeiten losgehen. Im kommenden Schuljahr werden die Freihof-Realschüler dann in Containern, in der Grundschule und im ehemaligen Pädagogischen Fachseminar die Schulbank drücken. Der Bauausschuss begleitet das Projekt weiter. „Wir hoffen nun auf eine starke zweite Halbzeit“ setzte Ulrich Kübler, der im vergangenen Jahr unter dem Eindruck der Fußballeuropameisterschaft den sportlichen Vergleich initiiert hatte, darauf, dass mit Teamgeist und entsprechendem Willen die Sache zu einem guten Ende kommen könne.

Den symbolischen Anpfiff für die zweite Halbzeit gab das Gremium mit seiner Abstimmung übrigens einstimmig.

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