Lokales

Anstrengung und herrliche Blicke

17 Schlierbacher Albvereinsmitglieder machten sich jüngst zu einer Hochgebirgstour auf. Ziel war die Marteller Hütte (2610 Meter) im Talschluss des Martelltales am Fuße der Zufallspitze (Monte Cevedale 3760 Meter).

SCHLIERBACH Nach einer kurzen Rast am Reschensee mit Kaffee und Hefezopf ging die Fahrt durch den Vinschgau. Über Schlanders und Goldrain erreichten die Schlierbacher Albvereinler das Martelltal. Bei der Enzianhütte (1980 Meter) im hinteren Martelltal wurden die Busse abgestellt und bei herrlichem Bergwetter begann der Aufstieg zur Zufall-Hütte (Rifugio Corsi), 2264 Meter, wo eingekehrt und die Kräfte für den weiteren Aufstieg gesammelt wurden.

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Nach einer Besichtigung der Gedächtniskapelle für die Tiroler Kaiserjäger, die im Ersten Weltkrieg im Cevedalegebiet gekämpft hatten, begann der weitere Aufstieg zur Marteller Hütte mit herrlichen Blicken auf die Gletscherwelt des Zufallferners und des Monte Cevedale. Durch das Hochtal des Plimabaches, über einen im Jahr 1830 aus Natursteinen aufgeschichteten Staudamm, erfolgte der Aufstieg zur Marteller Hütte. Der schweißtreibende Aufstieg war ob des herrlichen Panoramas der Gletscherwelt von Königspitze, Zebrü und Cevedale bald vergessen. Ein großartiger Sonnenuntergang über der Königsspitze krönte den ersten Tag.

Am zweiten Tag erfolgte bei strahlend blauem Himmel der Aufstieg durch die Endmoränen des Schranferners zur Schranspitze, 2988 Meter, wo Mittagsrast gehalten wurde. Den Schranferner säumen nicht weniger als sieben Dreitausender. So war es selbstverständlich, dass einer dieser Gipfel bestiegen werden musste. Der Aufstieg zur Marteller Rotspitze, 3033 Meter, forderte den Gipfelstürmern alles ab. An manchen mit Seilen gesicherten Passagen ging es fast senkrecht nach oben.

Der Lohn war ein grandioses Panorama vom Ortler im Westen über Zebrü, Königspitze, Monte Cevedale zum Adamello im Süden bis zur Marmolada im Osten, im Norden über dem Vischgau die Stubaier Alpen mit dem Simelaungletscher über dem Schnalstal und der Texselgruppe. Auf diesen tollen Bergtag folgte ein zünftiger Hüttenabend.

Am dritten Tag war es mit dem schönen Wetter vorbei, die Hütte in Nebel gehüllt und von den umliegenden Bergen nichts mehr zu sehen. Als die Sicht etwas besser wurde, machte sich ein Teil der Gruppe trotz Nieselregen in Richtung Hochferner Joch auf. Der Rest zog es vor, in der Hütte zu bleiben und sich das Warten auf besseres Wetter mit Kartenspielen zu vertreiben. Nach zwei Stunden kehrten die ganz mutigen durchnässt wieder zur Hütte zurück. Am Abend wurde, begleitet von Bernd mit der Gitarre, zünftig gesungen.

Walter Holzknecht bedankte sich für den Albverein und im Namen der Teilnehmer bei Kurt Moll für die Organisation und Führung dieser tollen Gebirgstour.

Der Sonntagmorgen überraschte mit rund 20 Zentimeter Neuschnee. Trotz des verschneiten Pfades haben die Wanderer sich beim Abstieg nicht einmal verstiegen und man kam um die Mittagszeit wieder bei der Edelweißhütte an, von wo aus die Heimfahrt nach Schlierbach angetreten wurde.

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