Lokales

Antenne stößt auf Ablehnung

Geschlossen hat sich der Dettinger Gemeinderat gegen die Errichtung eines Mobilfunkmastens zwischen Autobahn und Guckenrain ausgesprochen. Mit 30 Metern Höhe und 1,5 Metern Durchmesser würde die UMTS-Sendeanlage nach Ansicht der Bürgervertreter das Landschaftsbild empfindlich stören.

BIANCA LÜTZDETTINGEN Die Betreibergesellschaft O2 hat den Antrag gestellt, in Dettingen eine neue Mobilfunkanlage errichten zu dürfen. Bislang unterhält die Gesellschaft eine Antenne auf dem Berger-Areal. Weil dort in naher Zukunft jedoch Wohnhäuser entstehen sollen, wurde der Vertrag gekündigt. Nun ist O2 auf der Suche nach einem neuen Standort, der sich nicht nur für die herkömmliche GSM-Technik, sondern auch für UMTS eignen soll. Im Visier des Betreibers: ein Privatgrundstück in den Unteren Dörneräckern zwischen Autobahn und der Kreisstraße 1250.

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"Mobilfunkantennen sind privilegiert", verwies Bürgermeister Rainer Haußmann auf die rechtliche Lage bei der Versorgung mit Telekommunikationsdienstleistungen. Wird durch die Errichtung eines Mastens außerhalb der Ortschaft jedoch das Landschaftsbild verunstaltet, so kann die Gemeinde ihr Einvernehmen versagen. "Der Betreiber ist dazu verpflichtet, unter größtmöglicher Schonung der Landschaft zu handeln", so Haußmann. "Bedenklich ist die Höhe des Mastens", betonte die stellvertretende Hauptamtsleiterin Agnes Nowak. Durch den 30 Meter hohen und 1,5 Meter breiten UMTS-Masten werde das Landschaftsbild zwischen Autobahn und Guckenrain stark beeinträchtigt.

Aus diesem Grund hat die Gemeinde Dettingen der Betreibergesellschaft zwei Alternativstandorte im Gewann Untere Halde und beim Wasserhochbehälter Eichhalde angeboten. Auf einem Strommasten beim Hochbehälter unterhalten bereits zwei weitere Mobilfunkanbieter Antennen. O2 jedoch kann sich mit einer Sendeanlage im Westen der Gemeinde nicht anfreunden. "Die Alternativvorschläge hat der Betreiber kategorisch abgelehnt", informierte Jochen Sokolowski, Leiter des Technischen Bereichs im Dettinger Rathaus. Grund dafür seien vor allem wirtschaftliche Faktoren. "O2 möchte mit dem Masten das Gewerbegebiet Dettingen und den Guckenrain versorgen", ergänzte Sokolowski. Da UMTS eine geringere Reichweite habe als GSM, sei diese Doppelversorgung laut Betreiber vom Westen der Gemeinde aus nicht möglich.

Aus Sicht des Bürgermeisters rechtfertigt dies jedoch nicht den massiven Eingriff in die Landschaft. "Die Konkurrenz ist doch auch in der Lage, andere Standorte zu finden", gab Rainer Haußmann zu bedenken. So habe ein anderer Mobilfunkanbieter beispielsweise eine weitere Antenne in Nabern errichtet, die den Guckenrain abdeckt. Vor diesem Hintergrund gelte es, abzuklären, ob für O2 tatsächlich nur der eine anvisierte Standort in Frage komme.

"Es ist ein Unding, wenn ein einzelner Anbieter einen Masten mitten in die Landschaft stellt", sagte Johannes Stulz von der CDU/FWV. Einen solchen Eingriff in das Terrain lehnte auch sein Fraktionskollege Roland Sigel ab. Seinem Antrag, das Einvernehmen für das Vorhaben des Mobilfunkanbieters nicht zu erteilen, stimmte der Gemeinderat geschlossen zu. Auf Anregung von Dietmar Vogt (SPD) soll O2 zudem überprüfen, ob als Standort für die Antenne möglicherweise auch ein Strommasten in der Nähe der Autobahnmeisterei in Frage kommt.