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Antwort auf viele Fragen

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Zum Artikel "Fernsehshow-Atmosphäre im Gotteshaus", im Teckboten vom 27. März:

Zunächst einmal möchte ich mich bei den Veranstaltern für die sehr gelungene "ProChrist"-Reihe bedanken. In einem Umfeld praktizierter Gastfreundschaft und offener Gespräche konnte sich jeder Teilnehmer wohl fühlen. In einer Zeit, in der täglich bisherige Werte auf dem Prüfstand des Alltags neu bewertet werden, und entweder Bestand haben oder verworfen werden müssen, stellt sich doch für jeden Einzelnen die Frage, was lohnt sich und was nicht.

Die heutige Zeit ist geprägt von Unsicherheit und Angst. Angst vor Arbeitsplatzverlust, Krieg und Terror. Ich denke, "ProChrist" setzt die richtigen Signale und gibt Antwort auf viele Fragen.

Matthias Schipprak

Kirchheim, Alleenstraße

Niederträchtig und feige

Zum Beitrag: "Zwei Hunde vergiftet Qualvoll gestorben", im Teckboten vom 21. März:

Aus eigener Anschauung weiß ich, wie unangenehm es ist, mit kotverschmierten Schuhen nach Hause zu kommen oder Äpfel zwischen Hundehaufen aufklauben zu müssen. Hundehaufen konzentriert auf kleiner Fläche sind ein Ärgernis ohne Zweifel. Aber ist dies ein Grund, seine Wut an unwissenden, und damit unschuldigen Tieren auszulassen? Vom Kot geimpfter und entwurmter Hunde geht bei Beachtung der wichtigsten hygienischen Regeln keine besonders große Gefahr für Mensch oder Nutztier aus, wie Parasitologen feststellten ( www.vdh.de), wohl aber von E 605, das mit den Kampfstoffen Sarin und Tabun chemisch verwandt ist. Übrigens hinterlassen unzählige Tiere ihre Ausscheidungen auf Wiesen und Feldern: Rehe, Hasen, Füchse, Marder, Vögel, Schafe . . . um nur einige zu nennen. Auch Bauern bringen Gülle und Mist aus, dass es vielerorts zum Himmel stinkt. Ganz im Gegensatz zu dem Müll, den der Mensch in der Landschaft verteilt, werden die tierischen Hinterlassenschaften jedoch von Mikroorganismen zersetzt oder von Schnecken gefressen.

Wo kommen wir denn hin, wenn jeder Selbstjustiz übt, dem irgendetwas nicht passt? Die Handlungsweise des Täters war niederträchtig und feige. Im Verborgenen legte er Giftköder aus, fügte zwei Hunden entsetzliche Qualen und ihren arglosen Haltern großes Leid zu und gefährdete zudem harmlose Spaziergänger, vor allem Kinder. Das ist wahrlich keine Heldentat. Welche Bedeutung die getöteten Hunde für ihre Besitzer hatten, zeigen folgende Aussagen: "Crissie war unser Familienmittelpunkt. Sie hat uns so viele schöne Stunden geschenkt." Und über den anderen Hund war zu lesen: "Er hat unser Leben reicher gemacht. So wie jedes Tier den Menschen beschenkt, der ihm wohlwollend begegnet." Mein Mitgefühl gilt den armen Tieren und den Menschen, die sie liebten.

Marie-Luise Strewe

Lenningen

Nebenwirkungen warenexakt bedacht

Ärzte sind weder Gemeinderäten, noch Landes- oder Bundestagsabgeordneten verpflichtet, geschweige denn Parteien, sondern ausschließlich ihren Patienten. Politiker versuchen aber seit Jahren, pausenlos das Arzt-Patienten-Verhältnis zu stören, ja zu zerstören. (Schlechtreden von ärztlicher Ausbildung und Leistung, "Qualitätsmanagement" mit übertriebenen, praxisfremden Bürokratismen, irrationale Budgets, Sparkommissare für verfehlte Gesundheitspolitik, mit 67 Jahren aus der vertragsärztlichen Versorgung rausgeschmissen, weil geistig dazu nicht mehr fähig, während Kollegen noch mit 70 Ministerpräsident werden können. Und jetzt als Höhepunkt die "Bonus-Malus-Regelung".

Dann brauchen sie sich doch nicht wundern, wenn die Ärzte, auch im Interesse ihrer Patienten, plötzlich ihre sonst gezeigte politische Zurückhaltung aufgeben und öffentlich ihren Protest hinausschreien. Es war dafür höchste Zeit. In fairen Diskussionen wird man einfach nicht gehört und im Verbreiten von Halbwahrheiten sind wir einfach nicht so geübt wie Politiker.

Die den Organismus vergiftende Eiterbeulen müssen mit einem tiefen, schmerzhaften Schnitt geöffnet werden, mit Erfolg wie man sieht. Die Therapieempfehlung war richtig und, wie es sich für gute Ärzte gehört, auch die Nebenwirkungen exakt bedacht. Statt beim Wundenlecken jetzt auf vermeintlich Schuldige zu schimpfen, sollten sich die Politiker lieber Gedanken darüber machen, warum so vielen Ärzten die Freude an ihrem Beruf vergangen ist, viele sich in andere Beschäftigungen oder ins Ausland absetzen, Praxen nicht mehr zu besetzen sind und der lang angestaute Zorn der Ärzte sich jetzt entlädt, ganz sicher nicht des Geldes wegen, wie immer böswillig unterstellt. Politikverdrossenheit wird übrigens von Politikern erzeugt, vor allem, wenn sie zu Gesprächen eben nicht bereit sind, sondern Staatssekretäre damit beauftragen müssen, was alles schief gelaufen sei wieder in Ordnung zu bringen. Ich habe sehr bewusst meine Unterschrift zur "Therapieempfehlung" gegeben und stehe dazu, trotz Kritik.

Dr. Hansjörg Köberle

Kirchheim, Kitteneshalde

Die Redaktion nimmt eine sachliche Leserzuschrift, die sich auf eine Veröffentlichung in unserer Zeitung bezieht, gerne entgegen. Sie übernimmt dafür aber nur die presserechtliche Verantwortung und behält sich in jedem Fall Kürzungen vor. Leider können handschriftliche Manuskripte nicht berücksichtigt werden. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.