Lokales

Apfelpause und Kinderkonferenz

Seit rund zwei Monaten hat die Ganztagesgruppe im Kindergarten Unterlenningen ihre Pforten geöffnet. Wie das Projekt angelaufen ist, beschrieb Martina Hirmer dem Lenninger Gemeinderat in dessen jüngster Sitzung.

IRIS HÄFNER

Anzeige

LENNINGEN "Die Ganztagesgruppe funktioniert nur im Schichtbetrieb", erklärte Erzieherin Martina Hirmer. Versetzte Zeiten der Angestellten gewähren eine Rundum-Betreuung von 7 bis 17 Uhr von Montag bis Freitag. Insgesamt drei Kinder sind für alle Wochentage angemeldet, drei Kinder für drei Tage die Woche und vier Kinder für zwei Tage. "Wir haben neben den zehn Ganztageskindergartenkindern noch acht weitere, die die Regelgruppe besuchen", nannte Martina Hirmer Zahlen.

Bevor sich die Kleinen der Regelgruppe um 12.15 Uhr nach Hause verabschieden, versammelt sich die Truppe der Ganztageskinder um den Mittagstisch im Kindergarten. "Wir versuchen, ihn nett zu gestalten", sagt die Erzieherin. Während die eine Kraft die Regelkinder zu ihren Eltern entlässt, bereitet die andere das Essen vor, das zusätzlich zu den Gebühren bezahlt wird. Immer wieder gibt es auch einen leckeren Nachtisch, der dann von einer Erzieherin persönlich zubereitet wird.

Nach dem Essen legen sich die meisten Kinder im Schlafraum zur Ruhe. Zwar schlummern nicht immer alle ein, aber hin und wieder schlafen ein oder zwei von ihnen nach der Geschichte bis 14 Uhr durch. "Die Regelkinder haben zwischenzeitlich gelernt, Rücksicht auf ihre schlafenden Freunde zu nehmen, wenn sie am Nachmittag wiederkommen. Das klappt zwar nicht immer, aber dafür immer öfter", erzählt Martina Hirmer.

Um 7 Uhr startet die Gruppe mit dem Freispiel, vor dem Mittagessen gibt es noch Gruppenarbeit und eine Zwischenmahlzeit, die individuell eingenommen wird. Im Mittagskreis setzen sich alle zusammen, dabei konnte beispielsweise jeder sein Lieblingsbuch mitbringen. Es gibt eine Kinderkonferenz und nachmittags um 15 Uhr eine Apfelpause. "Den verspeisen alle, auch wenn sie sonst keinen essen", meint die Erzieherin lachend.

"Das ist ein enger Plan. Wir müssen aufpassen, dass uns noch Luft bleibt", resümiert Martina Hirmer. Die Erfahrung in der kurzen Zeit hat gezeigt, dass es sinnvoll ist, ein Gruppenbuch zu führen. Wichtig seien aber auch Gespräche mit Eltern, beziehungsweise eine intensive Zusammenarbeit mit ihnen.

"Seit knapp zwei Monaten ist diese Kindergartenform im Echtbetrieb, da kann noch niemand ein Fazit ziehen. Wir wollen mit diesem Bericht zeigen, wie das Projekt angelaufen ist", erklärte dazu Bürgermeister Schlecht. Zehn angemeldete Kinder sind seiner Ansicht nach für eine Gemeinde wie Lenningen nicht wenig.

Bettina Schmid wollte von Martina Hirmer wissen, ob ständig Kinder von 7 bis 17 Uhr da wären. "Viele bleiben bis 17 Uhr, auch freitags", sagte dazu die Erzieherin. Dieses Angebot nutzen beispielsweise allein Erziehende. Am Monatg ist auch ein Kind hinzugekommen, dessen Mutter in der Ausbildung ist.