Lokales

Applaus und Jubelrufe für eine tolle Leistung

Zum ersten Mal in Baden-Württemberg ist das Sportabzeichen einer Gruppe geistigbehinderter Schüler innerhalb des Sportunterrichts abgenommen worden. Im Rahmen einer Feierstunde an der Esslinger Rohräckerschule hat der Sportkreis Esslingen dreizehn Mädchen und Jungen mit diesem einzigartigen deutschen Sportorden ausgezeichnet.

KREIS ESSLINGEN Applaus und Jubelrufe im voll besetzten Gymnastikraum der Rohräckerschule. Rektor Heinz Weigle hat den Mädchen und Jungen gerade erklärt, dass das Sportabzeichen für Menschen mit Behinderungen eine besondere Auszeichnung darstellt. "Es erstaunt mich, dass wir die einzige Schule für Geistigbehinderte sind, die so etwas macht", sagt Rektor Weigle und schmunzelt, weil er weiß, dass die Rohräckerschule Kinder und Jugendliche im Sport überdurchschnittlich fördert: "Beim EZ-City-Lauf machen unsere Schüler beispielsweise auch mit."

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Susanne Wansky-Domhoever, Sportbeauftragte der Schule und früher selbst international erfolgreiche Läuferin, freut sich, dass mehr als ein Dutzend junger Menschen mit Handicaps das Sportabzeichen geschafft hat. "Wenn man sich anstrengt", sagt sie den Mädchen und Jungen im Saal, "kann man auch etwas erreichen". Die Sportbeauftragte hatte schon im Jahr 2005 damit begonnen, mit einzelnen Schülern das Sportabzeichen abzulegen.

Nach einem sportlich-musikalischen Auftakt zum Aufwärmen zeichnen die Sportkreis-Vorsitzende Anna Maria Burges und Eberhard Durst, Leiter der Kreissparkassenfiliale Zollberg, gemeinsam die erfolgreichen jungen Sportlerinnen und Sportler aus. Für jeden gibt es eine Urkunde mit Urkundenmappe, Anstecknadel und einen Sportrucksack.

Bei der weiblichen Jugend (8 bis 17 Jahre) bekommt Marigona Loxhaj das Sportabzeichen in Bronze, Silber gibt es für Sarah Schütt. In der männlichen Jugend holen Christian Gerner und Falk Rothe Bronze, Hasan Tiskaya, Julian Hohl, Sven Mintel, Tim Schmidt und Nasuf Kollagi jeweils Silber. Sven Vogel erhält als Einziger das Sportabzeichen in Gold. Bei den Frauen ab 18 Jahren bekommt Ayse Ozer das Sportabzeichen in Bronze überreicht, bei den Männern sind Alexander Nußbaum und Manuel Krotzek ebenfalls mit Bronze erfolgreich.

Eberhard Durst spornt die jungen Sportler an: "Macht weiter so!" Wie Berthold Uhl, Leiter Privatkunden Esslingen der Kreissparkasse, erklärt, unterstützt die Kreissparkasse den Sportabzeichen-Wettbewerb im Landkreis Esslingen aus gutem Grund: "Hier sieht man, wie sinnvoll es ist, Kinder frühzeitig an Sport und Bewegung heranzuführen. Das Sportabzeichen setzt wichtige Bewegungsanreize, die gerade auch für behinderte Menschen wertvoll sind." Berthold Uhl hofft deshalb, dass bald weitere Behinderten-Einrichtungen im Landkreis sowie in ganz Baden-Württemberg dem Beispiel der Esslinger Rohräckerschule folgen werden.

Über die Kreissparkasse und ihre Stiftung flossen allein im Jahr 2006 über 200 000 Euro in die Sportförderung, die vom Breiten-, Schul- und Leistungssport bis hin zum Spitzensport reicht. Als größter nicht staatlicher Sportförderer in Deutschland ist die Sparkassen-Finanzgruppe neuer Olympia-Partner des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und wird als nationaler Sponsor für die Olympischen Spiele 2008 in Peking, 2010 in Vancouver und 2012 in London die deutschen Top-Athleten unterstützen.

Wolfgang Seyferle, Sportabzeichen-Referent beim Sportkreis Esslingen, erläutert die Besonderheiten beim Sportabzeichen für Menschen mit Behinderungen. "Je nach Behinderungsgrad werden die Teilnehmer in verschiedene Leistungsklassen eingeteilt. Es müssen Übungen in fünf Kategorien erfüllt werden", sagt Seyferle. In der Regel sind dies Schwimmen, Springen, Sprinten, Werfen sowie eine längere Laufstrecke.

Weitere Informationen zum Sportabzeichen für Menschen mit Behinderungen gibt es beim Sportkreis Esslingen unter der Telefonnummer 07 11/31 18 64.

pm