Lokales

Arbeitslosenzahl im Mai gesunken

Die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Göppingen ist im Mai deutlich zurückgegangen: 22 929 Frauen und Männer waren ohne Arbeit; das sind 923 oder 3,9 Prozent weniger als im April. Dieser Rückgang ist so deutlich, dass er sich auch auf die Arbeitslosenquote auswirkt, die bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen von 6,0 auf 5,7 Prozent zurückgegangen ist.

GÖPPINGEN Auch im Vergleich zum Vorjahresmonat ist der Rückgang bemerkenswert: es sind jetzt 1 688 arbeitslose Menschen weniger gemeldet. Im Mai 2005 lag die Arbeitslosenquote bei 6,2 Prozent. Verantwortlich für den deutlichen Rückgang sind zum einen saisonale Gründe. Nach dem langen Winter war der Rückgang in diesem Mai stärker ausgefallen als im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Ein zweiter Grund für den deutlichen Rückgang beruht auf einer statistischen Größe: die jährliche Anpassung der Bezugsgröße für die Berechnung der amtlichen Arbeitslosenquote. Die Bezugsgröße, die Zahl aller zivilen Erwerbspersonen, setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen: die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, geringfügig Beschäftigten, Beamte, die Selbstständigen und mithelfenden Familienangehörigen sowie Grenzarbeitnehmer und Arbeitslose. Diese Komponenten wurden im Mai 2006 wohnortbezogen aufbereitet und wirken sich ebenfalls auf die Arbeitslosenquote aus. Die Auswirkung der statistischen Anpassung auf die Arbeitslosenquote ist allerdings als sehr gering einzustufen.

Anzeige

Deutlich positive Impulse, die aus einer verbesserten konjunkturellen Lage resultieren, sind noch nicht erkennbar.

11 730 Personen, knapp die Hälfte der gemeldeten arbeitslosen Menschen, gehören zum Rechtskreis Sozialgesetzbuch II (SGB II). 4 153 Menschen sind bei den Job-Centern des Landkreises Göppingen registriert (im April waren es 4 127). Bei den Job-Centern des Landkreises Esslingen werden, mit einem Rückgang um 167 Personen oder 2,2 Prozent, 7 577 Menschen gezählt (im Vormonat waren es noch 7 744).

Die Arbeitslosenquote, berechnet auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen, des Landkreises Göppingen verringert sich im Vergleich zum Vormonat auf 6,4 Prozent mit der Hauptagentur in Göppingen bei 6,3 und der Geschäftsstelle in Geislingen bei 6,8. Die Quote bei den Geschäftsstellen des Landkreises Esslingen (Esslingen: 5,8 Prozent; Kirchheim: 5,4 Prozent; Leinfelden-Echterdingen: 4,2 Prozent und Nürtingen: 5,4 Prozent) liegt bei 5,4 Prozent. Damit hat sich die Arbeitslosenquote in allen Geschäftsstellen deutlich verbessert.

Mit 461 offenen Stellen mehr (plus 12,3 Prozent gegenüber dem Vormonat) sind wieder deutlich mehr Stellen gemeldet als im Monat April und in den vergangenen Monaten. Von den Betrieben und Verwaltungen in den beiden Landkreisen Göppingen und Esslingen wurden im Mai 2 159 Stellen gemeldet. Im Vormonat waren es 1 585 zu besetzende Arbeitsplätze. Die meisten der neu gemeldeten freien Arbeitsstellen wurden aus dem Dienstleistungsbereich gemeldet. An ungeförderten Stellen also freie Arbeitsplätze ohne Einbeziehung geförderter Stellen wie Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM), von Personal-Service-Agenturen (PSA) angebotene Arbeitsplätze oder Arbeitsgelegenheiten nach dem Sozialgesetzbuch II stehen dem Arbeitsmarkt im gesamten Agenturbezirk 3 972 gemeldete Arbeitsplatzangebote für die Vermittlung zur Verfügung. Hinzu kommen weitere 247 geförderte Stellenangebote, darunter 220 so genannte Arbeitsgelegenheiten (1-Euro-Jobs). Die gestiegene Zahl von gemeldeten Stellen, die einer reduzierten Zahl von Bewerbern gegenübersteht, bietet den arbeitgeberorientierten Vermittlern der Agentur und der Job-Center, die in jeder der sechs Geschäftsstellen arbeiten, eine weitaus bessere Ausgangssituation für ihre Vermittlungstätigkeit und den passgenauen Abgleich zwischen den von den Betriebenen gemeldeten und zu besetzenden Stellen und den für die Vermittlung zur Verfügung stehenden arbeitsuchenden Menschen.

Die Wetterbesserung wirkt sich auch auf die Zahl der Kurzarbeiter aus, die im April (die Kurzarbeiterzahlen werden um einen Monat zeitversetzt veröffentlicht) gemeldet waren: im Bezirk der Agentur für Arbeit Göppingen gab es 2 933 Kurzarbeiter, 868 weniger als im März. 143 Betriebe (59 weniger als noch im Vormonat) hatten Kurzarbeit angemeldet (Landkreis Göppingen: 958 Kurzarbeiter in 55 Betrieben; Landkreis Esslingen: 1 975 Kurzarbeiter in 88 Betrieben). Gegenüber April 2005 waren jetzt 512 oder 21,1 Prozent und damit mehr Männer und Frauen in Kurzarbeit. Positiver Einsatz arbeitsmarktpolitischer InstrumenteMit dem Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente konnte auch in diesem Monat für zahlreiche Personen im Bezirk der Agentur für Arbeit die Arbeitslosigkeit beendet oder verhindert werden. Insgesamt konnten in 5 049 Fällen arbeitslose Menschen von den arbeitsmarktpolitischen Instrumenten profitieren. Schwerpunkt bildet wie im Vormonat die Förderung der Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit, durch die im Mai 2 394 Menschen beim Aufbau einer eigenen Existenz unterstützt wurden. Intensiv wurde auch das Instrument der Trainingsmaßnahmen eingesetzt, durch das zum einen die Eignung für eine berufliche Tätigkeit festgestellt werden kann und Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt werden, aber auch die Selbstsuche oder die Vermittlung von Arbeitslosen unterstützt wird. Insgesamt nahmen 533 Menschen an einer solchen Trainingsmaßnahme teil. Von den Teilnehmern an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik stammten aus dem Rechtskreis Sozialgesetzbuch II im Mai 1 896 Frauen und Männer.

Im April 2006 waren die Jugendlichen unter 20 Jahren und die Jüngeren unter 25 Jahren die einzige Personengruppe, bei der ein Rückgang der als arbeitslos gemeldeten Menschen registriert werden konnte. Umso erfreulicher ist die Bilanz, die im Mai 2006 von Heidrun Schulz, der Leiterin der Agentur für Arbeit in Göppingen, gezogen werden kann: "Alle Personengruppen, sowohl Jüngere, Jugendliche, 50-Jährige und Ältere, als auch Langzeitarbeitslose und Schwerbehinderte profitieren vom Rückgang der Arbeitslosigkeit. Besonders sind es aber wieder die Jugendlichen unter 20 Jahren, deren Zahl erneut auch durch den gezielten Einsatz arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen reduziert werden konnte." Mit 46 jungen Menschen oder 12,1 Prozent weniger ist bei ihnen auch prozentual gesehen der deutlichste Rückgang erkennbar. Damit sind im Mai noch 335 Jugendliche unter 20 Jahren bei der Agentur gemeldet; im Jahr zuvor waren es noch 108 Personen mehr.

Aber auch bei den Jüngeren unter 25 Jahren ist der Rückgang laut Arbeitsagentur beeindruckend: bei einer Zahl von 2 313 sind 254 jüngere Menschen (9,9 Prozent) weniger als im Vormonat als arbeitslos registriert. "Trotz des deutlichen Rückgangs um 96 Personen oder 1,3 Prozent ist aber der Anteil der Menschen, die ein Jahr oder länger einen Arbeitsplatz suchen und somit langzeitarbeitslos sind, nämlich 7 336, noch immer zu hoch: knapp ein Drittel aller Arbeitslosen gehört zum Personenkreis der Langzeitarbeitslosen", so Schulz.

ba