Lokales

Arbeitsmarkt gewinnt an Fahrt

Die Zahl der Arbeitslosen geht weiter zurück, auf 15 058 Personen

Eigentlich kann von einer Frühjahrsbelebung nicht gesprochen werden, da der Arbeitsmarkt durch den konjunkturellen Aufschwung und die milde Witterung in den Wintermonaten nahezu stabil war. Nur zum Jahreswechsel fand ein geringer Anstieg der Arbeitslosenzahlen statt. Der Rückgang, den die Leiterin der Göppinger Arbeits­agentur, Heidrun Schulz, nun aber anhand der statistischen Zahlen feststellt, ist dennoch kraftvoll.

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Göppingen. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit in den letzten drei Jahren sei nur durch wenige Monate unterbrochen worden, in denen die Arbeitslosigkeit kurzfristig anstieg. Bei den günstigen Bedingungen, die derzeit am Arbeitsmarkt im Bezirk vorherrschen, ist sie sicher, dass im nächsten Monat im gesamten Bezirk unter 15 000 Arbeitslose gezählt werden.

Der Einsatz aller arbeitsmarktpolitischer Instrumente und die starke Konjunktur hätten dazu geführt, dass im Bezirk der Agentur für Arbeit Göppingen, der die Landkreise Esslingen und Göppingen umfasst, im April noch 15 058 Arbeitslose gemeldet waren – das sind 286 oder 1,9 Prozent weniger als noch im Vormonat.

Noch deutlicher sei der Vergleich mit dem Vorjahr: Im April 2007 waren fast 4 000 Menschen mehr arbeitslos gemeldet (+20,7 Prozent). Im April 2001 war die Zahl der Arbeitslosen mit 15 015 letztmalig niedriger. Im Februar 2005 hatte die Arbeitslosigkeit mit 26 472 Arbeitslosen ihren Höchststand erreicht“, beurteilt Regine Schulz den Rückblick auf die vergangenen Jahre.

Von den insgesamt 15 058 Arbeitslosen im Bezirk gehören 8 224 zum Rechtskreis Sozialgesetzbuch II (SGB II). Im März waren es 8 332 – ein Rückgang um 1,3 Prozent.

Bei den Job-Centern des Landkreises Göppingen mit zwei Standorten sind 2 869 Menschen arbeitslos registriert. Das sind 7 mehr (+0,2 Prozent) als im März (2 862 Menschen).Bei den Job-Centern des Landkreises Esslingen mit vier Standorten sind nach einem Rückgang im Vergleich zum Vormonat um 115 Personen (-2,1 Prozent) noch 5 355 Arbeitslose gemeldet. Im März waren es 5 470.

Bei den unter 25-Jährigen waren im April 1 429 arbeitslos gemeldet, das sind 120 oder 7,7 Prozent weniger als im Vormonat und 390 oder 21,4 Prozent weniger als im April 2007. Bei den Jugendlichen unter 20 Jahren sind 239 Arbeitslose gemeldet; der Rückgang beträgt 35 oder 12,8 Prozent. Im Vorjahresmonat waren es 70 mehr (+22,7 Prozent). Im April hat die Agentur die Halbjahresbilanz zum Ausbildungsmarkt 2007/2008 gezogen: einer deutlichen Zunahme bei den gemeldeten Ausbildungsstellen steht eine rückläufige Zahl an Bewerbern gegenüber. Damit gibt es deutlich bessere Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Schulabgängern bietet sich jetzt ein vielfältiges Angebot an Ausbildungsstellen. Für Bewerber lohnt sich also das Vermittlungsangebot der Agentur für Arbeit unter der Hotline 0 18 01 / 55 5 1 11.

Ein deutlicher Rückgang bei den Langzeitarbeitslosen

Ein deutlicher Rückgang fand bei den Langzeitarbeitslosen statt, die seit einem Jahr oder länger nach einem neuen Job suchen: mit 4 361 waren 122 Menschen oder 2,7 Prozent weniger als im Vormonat beziehungsweise 2 196 oder 33,5 Prozent weniger als im Vorjahresmonat bei der Agentur und den Job-Centern arbeitslos gemeldet.

Eine Zunahme der Arbeitslosigkeit fand bei den 50-Jährigen und Älteren statt. Bei ihnen beträgt die Zunahme +39 oder +0,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat; ihre Zahl liegt nun bei 4 177. Im April 2007 waren es 1 028 oder 19,8 Prozent mehr. Bei den Schwerbehinderten (963 Arbeitslose) beträgt die Zunahme 4,2 Prozent (+39 Prozent schwerbehinderte Arbeitslose) im Vergleich zum März. Im April 2007 waren es 11,1 Prozent oder 120 mehr.

Die Arbeitslosenquote liegt im April bei 3,7 Prozent. Das ist ein Rückgang zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte. Im April 2007 lag die Arbeitslosenquote noch bei 4,7 Prozent.

Die Quote des Landkreises Göppingen liegt bei 4,1 Prozent, mit der Hauptagentur in Göppingen bei 4,3 und der Geschäftsstelle in Geislingen bei 3,6 Prozent. Die Quote bei den Geschäftsstellen des Landkreises Esslingen (Esslingen: 3,9 Prozent; Kirchheim: 3,4 Prozent; Leinfelden-Echterdingen: 2,5 Prozent und Nürtingen: 3,7 Prozent) liegt bei 3,5 Prozent. Nur bei zwei Geschäftsstellen, Geislingen und Nürtingen, ist die Quote um +0,1 Prozentpunkt gestiegen. „Besonders die Entwicklung im Bezirk der Geschäftsstelle Leinfelden-Echterdingen ist sehr positiv und weist Tendenzen zur Vollbeschäftigung auf. Dass auch hier die Quote noch immer rückläufig ist, ist bemerkenswert. Die Vermittlerinnen und Vermittler suchen verstärkt auch überregional nach Personal für die Unternehmen und beziehen alle Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen, in ihren Suchprozess mit ein“, sagt Schulz.

Nicht nur der Rückgang der Arbeitslosigkeit, sondern auch die gegenüberstehenden offenen Stellen sind die Indikatoren am Arbeitsmarkt. 2 724 neue offene Stellen wurden dem Arbeitgeberservice der ­Agentur und der beiden Job-Center zur Besetzung gemeldet: das sind 528 (+24 Prozent) mehr als im Vormonat und 317 (+13,2 Prozent) mehr als im Vorjahr.

Auch der Bestand an offenen Stellen ist deutlich höher: angeboten werden insgesamt 6 297 ungeförderte Stellen. Hinzu kommen 1 093 geförderte Stellenangebote. Damit standen dem Arbeitgeberservices insgesamt 7 406 freie Arbeitsplätze für die Vermittlung zur Verfügung. Das sind 982 (+15,3 Prozent) mehr als im Vormonat und 653 (+9,7 Prozent) mehr als im Vorjahr. „Rein rechnerisch kommen auf eine Stelle zwei Arbeitslose, freut sich Heidrun Schulz.

Bei ihrem Dienstleistungsangebot gehen die Agentur und die Job-Center mit ihrem Arbeitgeberservice neue Wege: Mehr und mehr wird das Internet mit neuen Funktionen der Jobbörse genutzt. pm