Lokales

Auch ein seelisches Trauma kann entstehen

Ein Einbruch in die Wohnung oder das eigene Haus ist oft mit langfristigen Folgen für den Betroffenen verbunden, wird doch das Gefühl, in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher zu sein, oft als seelisches Trauma erlebt. Die psychischen Probleme kommen zu den Verlusten von Geld, Schmuck oder anderen Wertgegenständen hinzu.

PETER SCHUSTER

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KIRCHHEIM Um darüber zu informieren, wie Wohnungen, Häuser und gewerbliche Immobilien sicherer gemacht werden können, lud Haus und Grund Kirchheim und Umgebung die Mitglieder zu einer Vortragsveranstaltung mit dem Kriminalhauptkommissar Uwe Röder von der Beratungsstelle der Polizeidirektion in Esslingen ein. Er sprach in der Kirchheimer Stadthalle zum Thema "Möglichkeiten der Sicherungstechnik zur Verhinderung von Einbruchsdiebstählen".

Anhand zahlreicher Anschauungsobjekte zeigte der Kommissar auf, wie die Wohnung sicherer gemacht werden kann. Laut Röder ist die Zeit von Oktober bis März die Zeit, in der am meisten eingebrochen wird, und zwar hauptsächlich nach Einbruch der Dunkelheit. Die Empfehlung: "Erwecken Sie den Eindruck, dass sich jemand in der Wohnung befindet, sei es durch das Anlassen des Lichts oder durch die Verwendung einer Zeitschaltuhr, die das Licht automatisch einschaltet." Besonders Fenster und Balkontüren sind nach den Erfahrungen der Polizei bevorzugte Einstiegsobjekte für Einbrecher, da sie mit Hilfe von Schraubenziehern aufgehebelt werden. Uwe Röder riet zur Verhinderung dieser Einbruchstechnik zu einem rundumlaufenden einbruchhemmenden Fensterbeschlag, der im gesamten Fensterrahmen angebracht ist. Besonders bei Neubauten und anstehenden Renovierungen empfahl der Experte, Fenster und Balkontüren mit solchen Einrichtungen anzuschaffen, da die normalen Fensterbeschläge schnell brechen, wenn die Fenster aufgehebelt werden. Auch ergänzende Sicherungen wie Stangenverschlüsse, die auf bereits eingebaute Fenster aufgesetzt werden können, machen die Wohnung sicherer.

Uwe Röder berichtete von einem gewerblich genutzten Gebäude im Kreis Esslingen, bei dem alle zehn Fenster mit aufgesetzten Stangenverschlüssen versehen wurden und ein Einbruchsversuch verhindert werden konnte. "Bei den Haustüren sind oft die Schließbleche der Schwachpunkt, da sie viel zu kurz sind, um einem mit entsprechender Gewalt angesetzten Hebelwerkzeug standhalten zu können", ergänzte er. Schon ein 50 Zentimeter langes Schließblech bewirkt stärkeren Widerstand und damit eine höhere Stabilität. Eine Schließplatte mit Metallzapfen auf der Scharnierseite der Tür vermag hier zusätzlichen Schutz zu bieten. Außerdem erreicht man durch Mehrfachverriegelungen eine höhere Sicherheit.

Versicherungsrechtlich muss die Tür beim Verlassen des Hauses abgeschlossen sein, sagte der Kommissar. Das gelte auch für Fenster, die auf Erdgeschossebene liegen. Hochwertige Schließzylinder dienen ebenfalls dazu, die Haustür sicherer zu machen. Schließzylinder mit vielen Zuhaltungsstiften bieten besseren Schutz vor Einbrüchen als Schließzylinder mit wenigen Zuhaltungsstiften. Noch wirksamer sind mechatronische Schließzylinder, bei denen die Schließmechanik mit elektronischen Elementen verbunden ist. Dort kommt zur Schließmechanik ein elektronischer Code des Schlüssels und des Zylinders hinzu. Der Zylinder kann bei Verlust eines Schlüssels einfach umprogrammiert werden, so dass ein Austausch des Zylinders nicht mehr erforderlich ist.

Elektronische Verschlussanlagen, bei denen das Schloss den Fingerabdruck über eine elektronische Einrichtung einliest und dann beim Auflegen des Fingers die Tür öffnet, sind vor allen für Gewerbeobjekte interessant. Bis zu 99 Fingerabdrücke können eingelesen werden. 99 Personen können die Tür dann öffnen.

Kriminalhauptkommissar Uwe Röder bot den Mitgliedern von Haus und Grund an, nach Terminabsprache vor Ort eine kostenlose und unverbindliche Beratung durchzuführen, um auf Verbesserungsmöglichkeiten beim Schutz der Immobilie hinzuweisen.

Neben dem Vortrag standen auch Wahlen und Beschlüsse auf der Tagesordnung. In seinem Rechenschaftsbericht konnte der Vorsitzende von Haus und Grund Kirchheim und Umgebung, Reinhard Spieth, die Versammlung über den Eintritt von neuen Mitgliedern informieren. Der Verein hat jetzt über 2000 Mitglieder. Reinhard Spieth führte das auf die hervorragenden Beratungsangebote des Vereins zurück. Bei den Wahlen wurden Eberhard Bischoff, Ulrich Schäufele und Adolf Rubenwolf, die bereits dem Ausschuss von Haus und Grund angehörten, wiedergewählt. Neu in den Ausschuss wurden Günter Lang, Stephanie Heemann und Petra Vögele gewählt. Nicht wieder für den Ausschuss kandidierten Ida Breuning, Sigmund Knauer und Frau Melber-Lehmann.

Nach einer längeren Diskussion beschlossen die Mitglieder, ab 2010 die Mitgliederzeitschrift "Haus und Grund Württemberg" zu beziehen, den Bezug für alle Mitglieder verpflichtend zu machen, und deshalb ab 2010 den Mitgliedsbeitrag um zehn Euro pro Jahr und Mitglied zu erhöhen. Ebenfalls wurde einem Antrag mehrheitlich zugestimmt, der ab 1. Januar 2007 die Erhöhung des Mitgliedsbeitrags um zwei auf 37 Euro pro Mitglied und Jahr vorsieht. Zu dieser Erhöhung sah sich Haus und Grund gezwungen, da der Landesverband seine Umlage pro Mitglied und Jahr ebenfalls erhöht. Mehrheitlich stimmten die Mitglieder für die Erhöhung der Aufnahmegebühr bei Haus und Grund von 30 auf 50 Euro, da die Erfahrung gezeigt hatte, dass einzelne nur in den Verein eintraten, um das Beratungsangebot zu nutzen, und kurze Zeit danach wieder ausgetreten waren. Die Broschüre "Sicher wohnen Einbruchschutz" ist bei der Polizeidirektion Esslingen zu beziehen.