Lokales

Auf dem Friedhof kehrt Ruhe ein

Bauarbeiten in Neidlingen fast beendet – Kapelle erhält Klimagerät

Die Endabnahme der Bauarbeiten auf dem Neidlinger Friedhof musste nochmals um ein paar Tage verschoben werden, doch ist ihr Ende inzwischen abzusehen. Bei einem einstündigen Ortstermin zeigten sich die Gemeinderäte mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

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PETER DIETRICH

Neidlingen. Schaut man vom gegenüberliegenden Hang auf den Neidlinger Friedhof, sehen seine neuen Wege ähnlich wie das Euro-Zeichen aus. Für Gemeinderat Ulrich Zaiser (NWV) ist das ein treffendes Zeichen, dass hier viel Geld verbaut wurde. Doch nach einer langen Bauphase mit vielen Problemen, sogar einem Wechsel des Planers, beginnt bei Bürgermeister Rolf Kammerlander und den Gemeinderäten langsam das große Aufatmen.

„Ich schaue lieber ein wenig mehr auf das Geld als auf die Termine“, meinte der Weilheimer Landschaftsarchitekt Roland Rendler. Weil die Gemeinde mit dem vorherigen Planer extrem unzufrieden war, hatte sie ihm das Projekt entzogen und stattdessen Rendler beauftragt. Den treppenlosen Weg in den oberen Teil des Friedhofs mit gleichmäßiger Steigung von elf Prozent, den sein Vorgänger für nicht möglich hielt, hat Rendler gebaut. Entlang des Weges wurden Zierkirschen und Felsenbirnen gepflanzt. Auf großen Flächen ist längst wieder Gras gewachsen, am Hang kann der Besucher dank Jutematten mit vorgekeimtem Samen dem Gras beim schnellen Wachsen zusehen.

Doch stehen noch einige Restarbeiten aus, unter anderem das Aufstellen der neuen Brunnen. Zu den beiden Schöpfbrunnen kommen zwei Stelen, die im Gegensatz zu den Schöpfbrunnen auch bei Frostgefahr in Betrieb bleiben. Der Weg oberhalb der neuen Doppelgarage muss noch verlängert werden, einzelne Treppengeländer fehlen ebenfalls noch. Der Holzzaun mit breiten Latten, der Besucher oberhalb eines steilen Hangs vor einem Absturz bewahren soll, passt für Gemeinderätin Petra Feller (NWV) nicht zum ansonsten sehr luftigen Eindruck des neu gestalteten Friedhofs. Bisher sollte der Zaun bleiben. Ob er nun doch noch durch ein filigraneres Metallgeländer ersetzt wird, ist noch nicht entschieden.

Für die Bauarbeiten waren drei Umbettungen nötig, allen hatten die Angehörigen zuvor zugestimmt. Einige andere Gräber, deren Ruhezeit abgelaufen ist, wurden aufgelöst. Rechts von der Kapelle wurde eine Urnenwand geschaffen. Vor der Kapelle gibt es auf einem Schotterrasen Platz für Trauergäste und den Chor. Noch ungeklärt ist die Überdachung, sie könnte mit einem großen Schirm erfolgen, der sowohl vor Regen als auch vor Sonne schützt.

Die Doppelgarage dient zum Unterstellen von Werkzeug und Geräten, in ihr wird auch der Grünabfall gesammelt. Der Natursteinmauer zur Linken ist nicht anzusehen, dass sie neu aufgebaut wurde. Der Stein mit der Jahreszahl 1886 wurde der hinteren Mauer entnommen und in die neue Mauer eingesetzt, rechts neben dem um 50 Zentimeter verbreiterten Eingangstor. Auf der anderen Seite des Friedhofs, hinter der Kapelle, soll es eventuell später einen zweiten Eingang geben, die Voraussetzungen dafür wurden geschaffen.

Laut Bestattungsordnung müssen die Räume einer Leichenhalle gut lüftbar, leicht zu reinigen, sicher gegen das Eindringen von Tieren und kühl sein. Letzteres ist in der unisolierten Aussegnungskapelle bisher nicht der Fall, vor allem an heißen Sommertagen. Deshalb mussten in den vergangenen Jahren immer wieder Verstorbene in auswärtigen Leichenhallen aufgebahrt werden.

Zur Lösung des Problems gibt es zwei Alternativen: Entweder wird der Sarg in einer Kühltruhe aufbewahrt, oder der gesamte Raum wird gekühlt. Für die erste Lösung fehlt der Platz, auch bildet sich dabei im Sarg und am Sichtfenster schnell Schwitzwasser. Deshalb beschafft die Gemeinde ein Klimagerät für die Kapelle. Dessen Außeneinheit wird unauffällig an der Rückseite montiert. Die Kosten werden auf 3 500 Euro geschätzt, den Einkauf wollen Neidlingen und Ohmden gemeinsam vornehmen. Holzmaden und Notzingen haben eine solche Kühlung seit Jahren. Da das Gerät nur wenige Tage im Jahr in Betrieb sein wird, lohnt sich eine Isolierung der Kapelle mit Ausnahme der Decke nicht.