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Auf dem Weg zu mehr Attraktivität

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Pünktlich zur Eröffnung der neuen Tiefgarage Schweinemarkt soll ein neues Parkleitsystem Ortsunkundige durch Kirchheim führen. Außerdem liegen jetzt konkrete Pläne für die Gestaltung des Stadteingangs in die Max-Eyth-Straße bei der Tiefgarage vor.

IRENE STRIFLER

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KIRCHHEIM "Das neue Parkleitsystem dient dazu, die Attraktivität der Innenstadt zu steigern", erläuterte Bürgermeister Günter Riemer im Technischen Ausschuss des Gemeinderates. Die Inbetriebnahme der Tiefgarage Schweinemarkt, die für Mai geplant ist, wird zum Anlass genommen, das gesamte Parkleitsystem übersichtlicher zu gestalten und den Schilderwald ein wenig zu "entrümpeln". "Unser bisheriges System ist nicht schlecht, aber eben in die Jahre gekommen", meinte Martin Zimmert, Leiter des Geschäftskreises für Hoch- und Tiefbau.

Künftig soll der Kirchheim-Besucher auf einen Blick über die fünf größten Parkflächen in Kirchheim informiert werden. Den ersten Überblick wird es an den "Points of Informations" geben, die allerdings erst später an den verschiedenen Stadt-eingängen eingerichtet werden. Übersichtstafeln sind schon jetzt für sechs weitere Punkte geplant, beispielsweise auf der Stuttgarter Straße, für alle die aus Richtung Ötlingen kommen, oder in Freibadnähe an der Jesinger Straße. Die Tafeln sollen die Namen der fünf großen Parkmöglichkeiten in der Innenstadt aufweisen: Krautmarkt, Schweinemarkt, Rossmarkt, Teckcenter und Ziegelwasen. Weiter wird die Zahl der Stellplätze genannt sowie ein Hinweis auf Überdachungen und Besonderheiten wie Kurzparkplätze oder kostenlose Stellflächen. Zusätzliche Hinweistafeln helfen an den einzelnen Kreuzungen weiter.

Für die SPD sprach Martin Mendler von einem "sichtbaren Fortschritt gegenüber dem Status quo", bedauerte aber das Fehlen einer digitalen Anzeige für freie Plätze. Sabine Bur am Orde-Käß von den Grünen Alternativen regte an, später auch das geplante Bahnhofs-Parkhaus auszuweisen. Sie kritisierte allerdings, dass die Schilder für den Vorbeifahrenden bereits jetzt zu viele Informationen enthielten. Die Planung erinnere ein wenig an eine Parkhausroute, ähnlich einer Hotelroute, nach dem Motto: "Fahren Sie mal alle ab, irgendwo wird sich schon was finden."

Martin Zimmert verteidigte das Konzept, das der Wirtschaftsbeirat bereits zur Kenntnis genommen hatte, indem er auf Beispiele aus anderen Städten verwies. Überdies argumentierte er mit den Kosten: "Eine elektronische Anzeige wäre toll, aber da ist man schnell im sechsstelligen Bereich." Für das aktuelle Konzept, das jederzeit durch weitere Schilder ergänzt werden kann, sind 5000 Euro im Verwaltungshaushalt vorhanden, die Summe wird jedoch nicht ganz ausreichen. Einstimmig stimmte der Ausschuss zu.

Weitgehend Einigkeit herrschte auch bei der Vorstellung des Innenstadteingangs an der östlichen Max-Eyth-Straße, also im Bereich der Schweinemarkt-Tiefgarage. Ihr Baufortschritt gibt auch hier den Zeitplan vor. Der Stadteingang soll gemeinsam mit den Freianlagen rund um die Tiefgarage angelegt werden und bis November fertig gestellt sein. Mit einer Enthaltung billigte das Gremium die Planung und gab die Ausschreibung frei. Etwa 55 000 Euro wird das Vorhaben nach Berechnung des Landschaftsarchitektur-Büros Koeber kosten. Wichtigster Bestandteil ist eine lange Natursteinmauer, die sozusagen in die Altstadt leitet. Hier sollen die Horizontalen betont werden, sodass sich die neue Wand klar vom historischen Mauerwerk der Bastion im Hintergrund abhebt. Auf der Mauer wird eine Tafel über Veranstaltungshighlights und Stadtgeschichte informieren. Darunter wird eine Art "Sünderbank" zwar das Abstellen einer Tasche ermöglichen, aber nicht zum langen Verweilen einladen.

Grundsätzlich kam im Rund Zustimmung zur Planung. CDU-Fraktionsvor-sitzender Helmut Kapp stellte zunächst die aufwändige komplette Verblendung der Mauer infrage. Albert Kahle (Kibü/FDP) plädierte dafür, die Rückwand lieber zu bepflanzen. Weiter stieß er sich am geplanten gestalterischen Gegensatz zur historischen Bastion. Die "lineare Mauerei" entspreche der historischen Stadtsituation nicht, argumentierte er. So stellte er den Antrag auf Ausführung in polygonalem Mauerwerk, dem allerdings sonst niemand folgte.

Die Idee, die Mauer rundum zu verblenden, setzte sich durch. Bürgermeister Riemer hatte zuvor eingeräumt, man könne zwar über Geschmack streiten, nicht aber über Kosten: Der Aufwand für die Grünpflege bei einer Bepflanzung sei beträchtlich.

Ebenfalls in Zusammenhang mit der Baustelle am Schweinemarkt steht eine Baumaßnahme an einem entgegengesetzten Punkt des Alleenrings: Zwischen der Einfahrt zur Tiefgarage Krautmarkt und der Jahnstraße sind Straßen- und Kanalbauarbeiten vorgesehen, ebenso der Straßenausbau zwischen der Gaststätte Krone und dem Schlossgraben. Um die Belastung für den innerstädtischen Handel zu reduzieren, schlug die Verwaltung vor, auf den Ausbau der Straße hinter der "Krone" vorerst zu verzichten. Die andere Maßnahme soll in zwei Bauabschnitten durchgeführt werden, wobei der erste auf die Sommerferien terminiert ist. "Voraussetzung ist, dass an der Tiefgarage Schweinemarkt bis dahin alles 100-prozentig läuft", machte Martin Zimmert klar, dass der Alleenring nicht mit mehreren Brennpunkten gleichzeitig behaftet werden soll. Das neue Vorhaben erfordert nämlich eine Vollsperrung. Das Gremium stimmte dem Zeitplan zu und kalkulierte gleichzeitig Mehrkosten in Höhe von 80 000 Euro ein. Die neue Kalkulation basiert auf Erfahrungen aus der Eichendorffstraße. Laut den Ausführungen der Verwaltung wird mit einer hohen Konzentration so genannter "polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe" im Straßenaufbruch gerechnet. Die Entsorgung des belasteten Materials erhöht die Kosten.

Bei den genannten Themen klang durchweg die Option eines Einbahnverkehrs am Alleenring durch. Seine Einrichtung soll auf jeden Fall durch nichts verbaut werden. Die Verkehrsführung in der Kirchheimer Innenstadt wird am kommenden Mittwoch erneut Thema der Gemeinderatssitzung sein.