Lokales

Auf dem Weg zu prominenter Orgel

ERNST LEUZE

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KIRCHHEIM Nicht Wehmut bestimmte den Ton, sondern Dankbarkeit für die gut sechs Jahre musikalischen Wirkens. Aber auch Stolz schwang mit, dass der Organist der Frauenkirche Dresden und seine Frau aus Kirchheim kommen und von da nicht nur die Konzeption der Truhenorgel mitbringen William Jurgenson wird für Dresden ein Instrument nach Kirchheimer Vorbild bauen sondern dass sie auch grundlegende Berufserfahrungen auf der Orgel, mit der Gemeinde und dem Chor der Martinskirche zum neuen Wirkungsort mitbringen.

Das alles schwang mit in der Würdigung von Dekan Ellinger, der noch besonders auf die geistliche Dimension des kirchenmusikalischen Amtes hinwies und seinem Berufspartner dafür dankte, dass er in aller seiner Arbeit die religiöse Ausrichtung nie aus den Augen verloren habe.

Wie vielfältig und bedeutend Samuel Kummer gewirkt hat, zeigten auch die Grußworte von Vertreten der Pfarrerschaft, des Chores, seines Fördervereines, des ökumenischen Vereins zur Förderung der Kirchenmusik sowie des Kirchenbezirks. Sie wurden gesprochen von Jochen Maier, Brigitte Ziegler, Walter Gölz, Karl-Otto Alpers und Ulrich Müller. Gefehlt hat in diesem Reigen die ökumenische Stimme der katholischen Kirchenmusik.

Der Chor der Martinskirche steuerte unter der Leitung von Martin Dratz drei Chorlieder bei, mit solchem Schwung, dass man richtig Lust bekam, Samuels Kummers Abschiedskonzert am kommenden Sonntag zu besuchen. Bei der Abschiedsfeier musste es der Geehrte ja bei Dankesworten belassen. Dabei erwähnte er ausdrücklich Elisabeth Leuze und Walter Gölz, die sich besonders um die heute unentbehrlichen Sponsoren bemüht haben. Walter Gölz war es auch, der in launigen Reimen Bewunderung und Dank in der Rolle eines liebevoll-kritischen Weggefährten zum Ausdruck brachte. Die Besucher waren hingerissen.

Schön, dass Irute Budryte-Kummer nicht in der üblichen Manier als stille Kraft im Hintergrund dargestellt wurde, sondern als eigenständige Künstlerin keine Selbstverständlichkeit neben einem Samuel Kummer. Dafür gab es spontanen, großen Beifall.

Erwähnung verdient auch der elegante Junktimsatz zum Schlusslied "Komm, Herr, segne uns", von Martin Dratz zu diesem Anlass komponiert und aufgeführt. Wenn sich für Samuel Kummer in Dresden alles so locker zusammenfügen wird wie die unterschiedlichen Programmpunkte seine Verabschiedung: Abendandacht, Gruß- und Dankesworte, Umtrunk und, als Sahnehäubchen, der formidable zweite Teil des Kulturring-Wandelkonzertes, dann war dieser Abschied ein gutes Omen für Familie Kummer auf dem Weg vom Bezirkskantorat in der Schwäbische Provinz zur prominentesten Orgelbank Deutschlands in Dresden.