Lokales

Auf den Spuren von Paul Gerhardt

Vor 400 Jahren wurde Paul Gerhardt geboren. Viele seiner Lieder haben aktuelle Parallelen, denn Gerhardt erlebte Krieg, den Streit um die "richtige" Religion und den Missbrauch staatlicher Macht. Rund 20 Veranstaltungen im neuen Programmheft des Evangelischen Bildungswerks im Kreis Esslingen widmen sich dem Dichter und standhaften Theologen.

KREIS ESSLINGEN Ein weiterer Themenschwerpunkt ist das Thema "Werte". Was bedeuten christliche Werte für die Zukunft der Gesellschaft? Zu diesem Thema referiert im April in Nürtingen kein Geringerer als der EKD-Ratsvorsitzende Bischof Dr. Wolfgang Huber. Als Hinführung gibt es in den Nürtinger Kirchen eine Predigtreihe zu den sogenannten "Sieben Todsünden" Hochmut, Wollust, Geiz, Zorn, Neid, Trägheit und Völlerei etwas angestaubte Begriffe, die dennoch zeigen könnten, was in der Gesellschaft falsch läuft. In der Esslinger Reihe "Klartext im Blarer" ist Dr. Yuval Lapide zu Gast, am 20. März referiert er zum Thema "Wie liest ein Jude das Neue Testament?"

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Das Anliegen von Bildungsreferent Günther Alius, mehr diakonische Themen aufzunehmen, wurde ebenfalls verwirklicht: Der "SozialKomPass", gemeinsam angeboten mit der Caritas, dem Kreisdiakonieverband, der Diakonischen Bezirksstelle und dem Katholischen Bildungswerk, soll Schwellen zum sozialen Engagement abbauen und Orientierung bieten. Der mehrteilige Kurs mit Praxisphase beginnt im Mai. Ebenfalls im Mai startet die kultur- und kirchengeschichtliche Reise nach Mitteldeutschland, bei der Dekan Rainer Kiess (Bernhausen) und Pfarrer Ernst Burmann (Wippingen) ihre Gruppe nicht nur auf den Spuren Paul Gerhardts, sondern auch Luthers, Bachs, Kleppers und Bonhoeffers führen.

Wie unterschiedlich betrachten ein Therapeut, ein Rechtsanwalt und ein Pfarrer das Thema "Schuld und Vergebung"? Das Podiumsgespräch am 14. März in Esslingen unter der Moderation von Uwe Mönninghof (SWR) möchte dies klären. Die Kraft der Vergebung ist auch eines der Themen beim Ehekurs im "Alten Pfarrhaus" in Gutenberg.

Der Erste Landesbeamte und Musiker Matthias Berg, in den 1960er-Jahren contergangeschädigt ohne Arme geboren, berichtet am 18. April im Abendforum in Bissingen aus seinem Leben mit Behinderung. Drei Wochen vorher gibt es am gleichen Ort eine klimapolitische Diskussion zum Film "Eine unbequeme Wahrheit" von und mit Al Gore.

Viel inhaltliche Abwechslung gibt es bei den monatlichen literarischen Abenden im Evangelischen Gemeindehaus Aichschieß: Im März liest die Esslinger Autorin Renate Finckh, im April geht es um Heinrichs Böll Verhältnis zur Kirche, im Mai um Annette von Droste-Hülshoff und im Juni um Paul Gerhardt.

pd

INFODas neue Programm gibt es kostenlos beim Evangelischen Bildungswerk, Telefon 0 70 22/90 57 60, bei den Pfarrämtern und im Internet unter www.ev-bildungswerk-esslingen.de.