Lokales

Auf den Spuren von Prinz Charles unterwegs

Der offizielle Herr des Landes gab sich nicht die Ehre: Doch auch ohne Prinz Charles genossen Mitglieder und Gäste des Schwäbischen Heimatbunds ihre Reise nach Wales. Mit Burgen, Schlössern und idyllischen Städtchen, eingerahmt von beeindruckenden Landschaftsbildern, zeigte sich das Land von seiner schönsten Seite

KIRCHHEIM Die kleine Universitätsstadt Bangor im Nordwesten des Landes war die Basis für die Ausflüge der Kirchheimer Reisegruppe. Für viele Teilnehmer wurde ein Spaziergang hinab zum Pier mit Blick auf den Sonnenaufgang über Meer und Strand zum Einstieg in den Tag. Entgegen aller Vorurteile gab es übrigens fast nur sonnige und warme Tage. Die Ausflüge des sechstägigen Aufenthalts zeigten den Teilnehmern die ganze kulturelle Breite und landschaftliche Schönheit des Landes.

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Dazu zählten die mächtigen Burganlagen, die der englische König bei der Eroberung von Wales errichten ließ. Als besterhaltene Burgen des Mittelalters gehören sie heute zum offiziellen Weltkulturerbe der Menschheit. In der Burg Caernarfon wurde Charles 1968 als Prince of Wales eingesetzt. Auch Anglesey, eine Insel, die Wales vorgelagert ist, wurde auf der Rundfahrt besucht. Kaum ein Teilnehmer der Reise wird den herrlichen Sonnenuntergang mit Blick auf Atlantik und Leuchtturm vergessen.

Die gepflegte Lebensart des britischen Adels machte bei Besuchen in verschiedenen Herrensitzen Eindruck. Freilich gab es auch hier "Extremfälle": Die neureichen Erbauer von Penrhyn Castle überspielten das fehlende Alter ihrer Familie mit den immensen Dimensionen ihres Schlossbaus. Eine besondere Überraschung bot das kleine Schlösschen Gwydir, dessen heutiger Besitzer der Gruppe in bestem Deutsch Grüße nach Schwaben auftrug, wohin er familiäre Verbindungen besitzt.

Jedes der besuchten Herrenhäuser hatte seine gepflegte Parkanlage, doch der schönste Garten fand sich in Bodnant, zu Recht als eine der originellsten Gartenanlagen der britischen Inseln gefeiert. Zu einem Höhepunkt wurde auch die Fahrt hinein in die Höhenzüge des Snowdonia Nationalparks, der beeindruckende Szenerien und Panoramen bot.

Ergänzt um Besuche in Klosterruinen, gediegenen Seebädern, auf dem Leuchtturm oder im Freilichtmuseum, das die schwere Arbeit in den Schieferbrüchen dokumentiert, gelang es Ruth Müller-Kneile und Holger Starzmann, Nordwales in seiner ganzen Vielfalt vorzustellen. Und wie auch beim Wetter, mussten die Kirchheimer noch ein weiteres Vorurteil begraben: Nicht zuletzt das gute Essen trug nämlich dazu bei, dass die Tage in Wales zu einer echten Genießerreise wurden.

rmk