Lokales

Auf der Suche nach kostengünstiger Blütenpracht


IRENE STRIFLER

Anzeige

KIRCHHEIM

O:508F402.EPSBürger haben meist dann mit dem oberhalb der Stadtbücherei untergebrachten Grünflächenamt Kontakt, wenn es um Fragen rund ums Thema Friedhof geht. "Was ist, wenn ein Grab abgelaufen ist?" ist eine typische Frage, auf die die beiden Halbtagskräfte Sabine Peuser und Elisabeth Mössner Antwort wissen. Rund 400 Bestattungen jährlich auf dem Waldfriedhof, dem Alten Friedhof sowie den Friedhöfen in Ötlingen und Lindorf werden von ihnen betreut. Sie koordinieren die Bestattungen, sind für die Abrechnung der jeweiligen Leistungen zuständig und walten als Aufsicht im Hintergrund. "Das sind Posten, bei denen Fingerspitzengefühl gefragt ist", weiß Amtsleiter Völker auch von kritischen Situationen mit Trauernden zu berichten.


Jürgen Völker und Michael Magdanz wiederum betreuen das städtische Grün von der Sportanlage über die Verkehrsinsel bis zum Spielplatz. Die Bauhof-Mitarbeiter sowie beauftragte Privatfirmen, die die anfallenden Arbeiten vor Ort ausführen, stehen mit ihnen in engem Kontakt. Gleiches gilt für die Garten- und Landschaftsarchitekten, die bei der Neueinrichtung von Grünanlagen zu Rate gezogen werden. Und natürlich spricht auch der Gemeinderat ein Wörtchen mit, ehe sich Völker und Magdanz detaillierte Gedanken über aktuelle Pflanzaktionen machen. Ob zum Beispiel Sommerblumen auf Verkehrsinseln sein müssen oder nicht, ist durchaus eine politische Frage. "Der Standard ist in den vergangenen Jahren einfacher geworden", meint Völker, der seit 1990 im Grünflächenamt das Regiment führt. Sein Studium hat der im Saarland geborene Diplom-Ingenieur (FH) für Landespflege in Nürtingen absolviert.


Sparen heißt freilich nicht, dass auf Blütenschmuck gänzlich verzichtet wird. Jürgen Völker tritt spontan den Gegenbeweis an und verweist auf die mediterranen Blüten-Pflanzen, die seit diesem Sommer die Kirchheimer Innenstadt zieren. Und was würde Völker machen, wenn er nicht auf jeden Euro schielen müsste? "Ich würde das Konzept der mediterranen Bepflanzung mit Schwerpunkt in der kompletten Innenstadt ausweiten", betont er überzeugt.


Wer glaubt, dass die Grünflächenamtmitarbeiter stets die Nase im Wind und einen Platz an der Sonne haben, der irrt. Am Schreibtisch wird eine ganze Menge Verwaltungstätigkeit absolviert. Wichtig ist auch die Abstimmung mit dem Bauhof sowie anderen Ämtern, allen voran dem Hoch- und Tiefbauamt und dem Bauverwaltungsamt, die ebenso wie das Grünflächenamt dem Geschäftskreis 3, Hoch- und Tiefbau, unter Leitung von Martin Zimmert angehören.

Jürgen Völker (rechts) und Michael Magdanz inspizieren die Oleander, die in der Innenstadt für sommerliche Stimmung sorgen.

Foto: Jean-Luc Jacques