Lokales

"Auf gute Nachbarschaft . . ."

Der neue Stadtteiltreff im Pavillon auf dem Rambouilletplatz ist fertig. Vergangenen Freitag übergab ihn Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker seiner Bestimmung und appellierte an die Bewohner des Dettinger Weges: "Bringen Sie sich ein."

RICHARD UMSTADT

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KIRCHHEIM "Welcome @ Pavi" "Willkommen im Pavillon". Schon von weitem prangte das Transparent den Gästen auf dem Rambouilletplatz, darunter Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker, entgegen. Grund für diesen Willkommensgruß bot die Einweihungsfeier des neuen Stadtteiltreffs am Dettinger Weg. Alt und Jung waren gekommen, um nach einer bewegten Vorgeschichte endlich den Pavillon offiziell seiner Bestimmung zu übergeben.

Bewusst hatte das Pavillon-Team das Motto "Auf gute Nachbarschaft" gewählt, denn wie die Oberbürgermeisterin in ihrer Rede erinnerte, war es um die nicht immer bestens bestellt. Krach und Streit und ein vehementes "Nein" der Anwohner standen am Beginn des Projekts Jugendtreff. Die Stadt nahm sich der Sache an. Eine Lösungswerkstatt tastete behutsam das Konfliktpotenzial ab und lotete Möglichkeiten eines friedlichen Miteinanders aus.

322 000 Euro hatten die Stadtväter 1998 locker gemacht, um den Rambouilletplatz umzugestalten. Vier Jahre später setzte der Technische Ausschuss seine Spendierfreudigkeit fort und gab Geld für den Bau eines Pavillons frei. Der reine Jugendtreff verwandelte sich in einen Stadtteiltreff. "In ihm soll sich die gesamte Bürgerschaft wohlfühlen", wünschte sich Angelika Matt-Heidecker einen lebendigen Treffpunkt für alle Generationen.

Nach der Öffnung des Pavillons Ende Juni steuerte die Thomaskirchengemeinde das Mobiliar bei. Durch eine großzügige Spende der Firma Mosolf konnte der Treff schließlich Tische und Stühle anschaffen, die Küchenzeile wurde vom Schlossgymnasium übernommen. Die Oberbürgermeisterin bezeichnete denn auch den Treffpunkt als ein Beispiel gelungener Zusammenarbeit verschiedener Organisationen und Einrichtungen in Kirchheim wie dem Sozialen Dienst, dem Brückenhaus, KiZ und GO JEG sowie der Kirchen.

Angelika Matt-Heidecker appellierte an Jung und Alt: "Bringen Sie sich in diesen Stadtteiltreff ein", und versprach: "Die Stadt und der Gemeinderat werden Sie gerne begleiten." In der Partnerschaft zwischen Rambouillet und Kirchheim sah sie ein bewährtes Vorbild für gut nachbarschaftliche Beziehungen auch auf dem Rambouilletplatz.

Betina Rößler vom Pavillon-Team stellte den Gästen ihre Mannschaft, bestehend aus Angelika Gölz, Marina, Sergej, Niko und Waldemar, sowie die Einrichtung kurz vor und gab einen Ausblick. Ihr Wunsch: Noch mehr Gruppen sollten sich in den Pavillon einbringen und auch für Privatfeste wie goldene Hochzeiten, Geburtstage, Taufen und ähnliche Feiern könne er genutzt werden.

Wolfgang Müller, Jugendseelsorger der katholischen Kirche, der auch im Namen seiner Kollegin vom anderen Gesangbuch, Dr. Juliane Baur von der evangelischen Christuskirche, sprach, lobte die vorbildliche Jugendarbeit in Kirchheim, die seit vielen Jahren hier geleistet werde.

Karl-Heinz Rieforth überreichte eine Spende des Partnerschaftsausschusses und hoffte, dass sich die Nachbarschaft ebenso eng entwickeln möge wie das festgefügte Pflaster vor dem Pavillon.

Mit rockigen Eigenkompositionen, einem russischen und einem englischen Coversong trugen Sewa, Albert und Marina zum Gelingen des Einweihungsfestes bei.

Apropos Ausblick: Am Mittwoch, 12. Oktober, gibt es im neuen Pavillon von 15 bis 18 Uhr den ersten Nachmittag der Begegnung für die Bürger des Dettinger Weges. Nach den Herbstferien organisieren CVJM und Thomaskirche ein Schülercafe.