Lokales

Auf unseriöse Angebote achten

Die Aktion Jugendschutz, das Landeskriminalamt Baden-Württemberg und die Landesarbeitsgemeinschaft feministischer Beratungsstellen gegen sexualisierte Gewalt an Frauen, Mädchen und Jungen informieren über Qualitätskriterien für Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungskurse für Kinder.

KREIS ESSLINGEN Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungskurse spielen eine große Rolle in der Prävention von Gewalt und sexueller Gewalt gegen Mädchen und Jungen. Mit jedem Fall von Kindesmissbrauch, der über die Medien bekannt wird, steigt die Nachfrage und damit auch das Angebot an Kursen. Das Thema boomt.

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Eltern und Schulen können zwischen vielfältigen Kursangeboten von Vereinen und Initiativen wählen. Dabei fällt es bei diesem hochsensiblen Thema oft schwer zu beurteilen, ob ein Kurs geeignet, sinnvoll und wirkungsvoll ist. Die zahlreichen Anfragen und Nachfragen bei den verschiedenen Beratungsstellen belegen dies.

Der nun vorliegende Info-Flyer gibt den Eltern eine Entscheidungshilfe an die Hand, mit der sie konkrete Kursangebote prüfen und vergleichen können. Die Herausgeber haben die wichtigsten Informationen über Selbstbehauptungskurse für Kinder zusammengestellt und geben einen Überblick über seriöse Kursinhalte und -ziele. Eine Checkliste beschreibt die Merkmale eines guten und wirkungsvollen Kurses.

Wichtig ist, dass Eltern über Inhalt und Ablauf der Kurse Bescheid wissen und Informationen erhalten, wie sie selber im Alltag zum Schutz ihrer Kinder beitragen können. Die Kurse müssen von qualifizierten Trainern durchgeführt werden, die über fundierte pädagogische Kenntnisse verfügen und kompetent mit möglichen Gewalterfahrungen von Kindern umgehen können. Ein Kurs sollte eine geschlechterdifferenzierte Konzeption haben und an den Stärken und Fähigkeiten der Mädchen und Jungen ansetzen. Darauf aufbauend werden die Kinder für Grenzverletzungen und gefährdende Situationen im Alltag sensibilisiert.

Gewarnt wird vor unseriösen Werbestrategien wie zum Beispiel "Geld zurück bei Nichterfolg". Die Herausgeber legen Wert auf den Hinweis, dass ein Kurs vorbeugende Erziehung der Eltern immer nur ergänzen, aber nicht ersetzen kann. Auf keinen Fall darf der Kurs den Kindern einen falschen Eindruck von Sicherheit vermitteln. Kinder sind nicht verantwortlich für Gewalt, die ihnen angetan wird.

Die Polizeidirektion Esslingen hat mehrere Präventionsprojekte zum Kinderschutz entwickelt, unter anderem "Powerkids", ein Selbstbehauptungskurs für Schulkinder im Alter von 8 bis 11 Jahren. Ziel ist es, Kinder zu stärken und sie angstfrei gegen verschiedene Gefahren zu sensibilisieren. Qualifizierte Anbieter von Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungskursen für Kinder und Jugendliche werden in regelmäßigen Workshops fortgebildet. Die Trainerinnen und Trainer erfüllen bestimmte Rahmenbedingungen und halten sich bei der Durchführung an festgelegte Qualitätsstandards.

Weitere Informationen und eine Anbieterliste gibt es bei der Polizeidirektion Esslingen Kriminalprävention, Telefon 07 11/39 90-1 30 oder per E-Mail unter kbst@pdes.bwl.de. Der Info-Flyer "Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungskurse für Kinder Kritisch hinsehen und bewusst auswählen" ist ab sofort kostenlos erhältlich bei allen Polizeidienststellen, dem Landeskriminalamt Baden-Württemberg, der ajs und der LAG oder als download-Datei unter www.ajs-bw.de, www.lag-gsg-bw.de und www.lka-bw.de.

kh