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Auf Weiterbildung schauen

"Das Handwerk hat heute mehr denn je eine gute Zukunft", sagte der Präsident der Handwerkskammer Region Stuttgart, Rainer Reichhold, bei der Lehrabschlussfeier im Zentrum Zell. 222 Lehrlinge aus dem Kreis Esslingen, so viel waren es seit 2004 nicht mehr, haben nun ihren Gesellenbrief in der Tasche. Weiterbildung sei jedoch das A und O, waren sich die Redner einig.

SABINE FÖRSTERLING

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KREIS ESSLINGEN Los gehen und sich nicht zurücklehnen sei das richtige Signal, meinte Kreishandwerksmeister Manfred Scharpf. So werden nämlich einer alten Tradition im Handwerk zufolge die Lehrlinge nach bestandener Gesellenprüfung los gesprochen. Dies ließen sich heuer neben Vertretern des Handwerks, der Berufsschulen und Banken auch nicht die Landtagsvizepräsidentin Christa Vossschulte (CDU), Ulrich Noll, Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion, und die Landtagsabgeordnete Carla Bregenzer (SPD) entgehen.

"Mit 222 Lehrlingen aus 26 Berufen haben wir seit 2004 wieder einen Höchststand erreicht", freute sich Hartmut Wörner, Geschäftsführer der Kreishandwerkskammer. Darüber hinaus sei es ungewöhnlich, dass drei Auszubildende ihre Gesellenprüfung im praktischen sowie theoretischen Teil mit der Note "Sehr gut" bestanden haben.

Nach wie vor gibt es unter den Schulabgängern eine Top-Ten-Liste bei der Berufswahl. So wurden allein 70 Gesellen im Kraftfahrzeug-Bereich ausgebildet. Darunter gab es auch eine Frau.

Ulrike Lux aus Nürtingen ist nun Kraftfahrzeugmechatronikerin und erhielt wegen ihres guten Abschneidens einen Preis von der Kammer. Eigentlich wollte die Gymnasiastin Pilotin werden. Nach einem Praktikum in der elften Klasse, stellte die heute 20-jährige Technikbegeisterte fest, dass ihr die Praxis mehr liegt, als graue Theorie. Lux will sich jetzt aber auf dem Gesellenbrief nicht ausruhen und wird ab September auf die Technische Oberschule gehen. Die Ausbildung, vor allem der Umgang mit den Kunden habe sie positiv geprägt, sagte die Mechatronikerin am Rande der Feier.

"Nutzen sie jede Chance auf Weiterbildung", gab denn auch Manfred Scharpf den Gesellinnen und Gesellen mit auf den Weg. Nach wie vor gebe es im Handwerk ein Defizit an hochqualifizierten Facharbeitern.

Der Kreishandwerksmeister sah optimistisch in die Zukunft. Die Zahlen würden für einen deutlichen, wirtschaftlichen Aufschwung sprechen. Die Betriebe melden laut Rainer Reichhold gute Zuwachsraten. Der Präsident der Handwerkskammer Region Stuttgart forderte alle Unternehmer auf, ihren Nachwuchs selbst auszubilden. Und an die Politiker appellierte der Handwerksmeister, das duale Ausbildungssystem zu stärken. Reichhold bedauerte jedoch, dass nur ein Drittel der Gesellen später die Meisterprüfung ablegen. Es sei nach wie vor nicht selbstverständlich, dass alle Lehrlinge übernommen werden, wies der frischgebackene Anlagenmechaniker Stefan Salzsäuler hin. Immerhin konnten sich insgesamt sieben Gesellinnen und Gesellen, die mit "Sehr gut" oder "Gut" abgeschnitten haben, über eine Auszeichnung freuen.

Mit der Note "Sehr gut" haben bestanden Thomas Götz, Elektro-Nürk GmbH Nürtingen, Carina Bogner J.7 Hairstyling Kirchheim und Michael Fischer, Autohaus Wilhelm Jesinger Esslingen. Die Note "Gut" haben erhalten Ulrike Lux, Kunusch und Wallner Wendlingen, David Rothe sowie Valerie Sankin, beide Kunusch und Entenmann GmbH Esslingen und Ulrich Schilder, Karl Westermann GmbH Denkendorf.