Lokales

Aufbruchstimmung in Sankt Hedwig

Manfred Kurz ist neuer Leiter des Kirchheimer Altenzentrums – Zukunftspläne für das Raunergebiet

Das Kirchheimer Altenzentrum Sankt Hedwig hat einen neuen Steuermann an Bord: Der Theologe und Sozialpädagoge Manfred Kurz soll die Einrichtung in die Zukunft führen. An erster Stelle steht für ihn, die Lebensqualität der Bewohner zu sichern. Eine Aufgabe wird aber auch sein, gemeinsam mit Stadt und Kreisbau seniorengerechte Konzepte für das Wohngebiet Rauner auszuarbeiten.

Bianca Lütz-Holoch

Kirchheim. „Ich spüre den guten Geist im Haus.“ Manfred Kurz ließ bei seiner offiziellen Einsetzung am Montag keinen Zweifel daran, dass er sich schon gut in Sankt Hedwig eingelebt hat. Anfang März hat der 44-Jährige seine neue Aufgabe als Einrichtungsleiter des Kirchheimer Altenzentrums angetreten. Fast ein Dreivierteljahr lang war die Stelle vakant gewesen. Als Interimsleiter sprang in dieser Zeit Johannes Gruber, Leiter von Sankt Vinzenz in Filderstadt, ein.

Die vergangenen Monate seien zwar sehr gut überbrückt worden, lobte Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker. Sie freute sich dennoch darüber, dass Sankt Hedwig nun Manfred Kurz als „Steuermann an Bord“ habe. Das Haus in der Lichtensteinstraße sei, was die Platzzahl angeht, immerhin die größte der zehn stationären Altenhilfeeinrichtungen in Kirchheim. Neben der Leitung von Sankt Hedwig hat Manfred Kurz Anfang März zudem die Leitung von Sankt Lukas in Wernau übernommen. Trägerin beider Häuser ist die Paul-Wilhelm-von-Keppler-Stiftung mit Sitz in Sindelfingen.

Dr. Alfons Maurer, Vorstand und Geschäftsführer der Keppler-Stiftung, berief sich bei der Einsetzungsfeier auf die Leitsätze der Organisation: „Die Arbeit der Stiftung ist zunächst Begegnung mit den Menschen.“ Konzeptionen, Planungen und Handeln sollten sich am einzelnen Menschen und dessen Gewohnheiten, Kompetenzen und vor allem Bedürfnissen orientieren. Aufgabe von Manfred Kurz sei es nun, diese Leitsätze zum Leben zu erwecken und sie in Sankt Hedwig umzusetzen.

Genügend Erfahrung in diesem Bereich bringt Manfred Kurz mit. Er ist lange Zeit Leiter einer Seniorenstiftung in Zuffenhausen gewesen. „Nach 17 Jahren war die Zeit nun reif für neue Ufer“, begründete der 44-Jährige seinen Wechsel nach Kirchheim. Ganz bewusst habe er sich dieses Mal für einen katholischen Träger entschieden. Kurz hat in Tübingen und Indien Theologie studiert, bevor er 1992 noch ein sozialpädagogisches Studium aufnahm.

Für seine Einsetzung in Sankt Hedwig hatte sich Manfred Kurz einen Vers unter der Überschrift „Ich will aufbrechen“ ausgesucht. Innerhalb der Einrichtung will er zusammen mit dem bewährten Team dafür sorgen, das der „gute Geist“ erhalten bleibt und die Bewohner auch im hohen Alter noch Lebensqualität erfahren. Ihm zur Seite stehen die Sozialdienstleiterin Christine Knauer-Dickhoff, die Pflegedienstleiterin Johanna Mack-Siebott und Elke Zinßer, die die Hauswirtschaftsleitung innehat.

Große Aufgaben warten aber auch rund um das Altenzentrum. Von Manfred Kurz wünschte sich Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker deshalb nicht nur, dafür zu sorgen, dass die Bewohner von Sankt Hedwig würdevoll altern können. Sie erhofft sich auch Unterstützung von ihm und der Keppler-Stiftung bei den Zukunftsplänen der Stadt für das Wohngebiet rund um das Altenzentrum. „Wir wollen, dass sich die alten Menschen in der Stadt in jeder Phase des Älterwerdens wohl fühlen“, berief sich Matt-Heidecker auf die Kirchheimer Altenhilfeplanung.

Ein Schritt dahin wäre es, dass das Heim sich öffnet, zur Begegnungsstätte wird und das Gemeinwesen stärker in den Vordergrund rückt – eine Idee, die Manfred Kurz gerne aufnahm. Schließlich habe er schon an seiner letzten Wirkungsstätte eben solche Projekte mitgestaltet. Er kann sich gut vorstellen, dass Sankt Hedwig künftig auch Essen auf Rädern oder einen Mittagstisch für Nachbarn anbietet und sich dort sämtliche Generationen treffen – angefangen von den Kindern, die nebenan den Kindergarten besuchen, bis hin zu den ältesten Bürgern. Auch sieht er die Möglichkeit, kulturelle Angebote auszubauen und Menschen aus dem Wohngebiet dabei einzubinden.

Zu der Idee, dass Senioren so lange in ihren eigenen vier Wänden bleiben sollen, wie sie es wünschen, gehört aber auch, geeignete Wohnbedingungen zu schaffen, damit sie dort tatsächlich gut altern können. Darum hat die Oberbürgermeisterin schon vor einiger Zeit die Kreisbaugenossenschaft zum Thema „neues Wohnen“ ins Boot geholt. „Im Raunergebiet hat die Genossenschaft rund 300 bis 400 Wohnungen“, informierte Kreisbau-Geschäftsführer Bernd Weiler beim Empfang. „Wir werden nun versuchen, einige Objekte fit für die Zukunft zu machen.“ Um sie seniorengerecht zu gestalten, könnten beispielsweise Bäder umgebaut und Aufzüge installiert werden.

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