Lokales

Aufklärung durch Fachleute

KREIS ESSLINGEN Offiziell startet die Präventionswoche am Montag, 2. Juli, 20 Uhr mit einer Vortragsveranstaltung im Stadthaus im Scharnhauser Park in Ostfildern. Der Vorsitzende des Kelly-Insel e. V. Andreas Koch wird gemeinsam mit dem Schirmherrn der Veranstaltungsreihe Polizeipräsident Konrad Jelden, der auch inhaltlich in das Thema einführen wird, den "Startschuss" geben.

Der Fortschritt in der medialen Welt hat viele Vorteile gebracht. Dennoch gilt es auch hier Gefahren zu erkennen, um angemessen auf bedenkliche Entwicklungen zu reagieren. Nur wer Gefahren erkennt, kann Kinder und Jugendliche schützen und ihnen ein kompetenter Ansprechpartner sein. Der Konsum von Medien durch Kinder und Jugendlichen hat in den vergangenen Jahren drastisch zugenommen. Häufig sind die Medien ein einflussreicherer Begleiter als die eigenen Eltern und Freunde.

Kinder und Jugendlichen die heutzutage wie "selbstverständlich" mit den "Neuen Medien" umgehen, zeigen nach außen hin eine vermeintliche Kompetenz. Gerade im Internet basiert diese Kompetenz jedoch oft nur auf Halbwissen. Tatsächlich fehlt vielen der verantwortungsvolle Umgang mit den scheinbar fast grenzenlosen Möglichkeiten. Viele Eltern können den aktuellen Entwicklungen und Möglichkeiten dieser Medien nicht folgen. Zu rasant schreitet die Entwicklung voran. Das führt häufig dazu, dass sie ihre Kinder im Umgang mit Medien sich selbst überlassen. Da sich Computer und Handys häufig im Wohnbereich beziehungsweise im Kinderzimmer befinden, wird von einer vermeintlichen Sicherheit ausgegangen, da nicht realisiert wird, dass auch hier Straftaten oder Übergriffe erfolgen können. Risiken bestehen durch die zunehmende Menge an jugendgefährdenden Inhalten, auf die man beim Surfen stoßen kann. Aber auch beim Chatten und Mailen sind enorme Gefahrenpotenziale vorhanden.

Viele Kinder und Jugendliche haben den Eindruck, dass es sich bei der Mediennutzung um einen rechtsfreien Raum handelt. Das Unrechtsbewusstsein ist häufig sehr gering, insbesondere was Downloads im Musik- und Filmbereich betrifft. Dies betrifft aber nicht ausschließlich diese Altersgruppe: Auch bei den Erwachsenen stellt man fest, dass im Internet aufgrund der Anonymität hemmungsloser betrogen wird, wie im direkten Kontakt mit Personen.

Aus diesen Gründen haben sich die Polizeidirektion Esslingen und der gemeinnützige Verein Kelly-Insel entschlossen, diese Thematik aufzugreifen. Erklärtes Ziel der Aktion ist es, Kinder, Jugendliche, Eltern und Pädagogen im Umgang mit medialer Gewalt, Gefährdungen, dem Kinderschutz und für kindgerechte Nutzung der Neuen Medien zu sensibilisieren und ihre Medienkompetenz zu erhöhen.

Im Zeitraum vom 2. bis 12. Juli werden anerkannte Medienpädagogen und kompetente Referenten der Polizeidirektion Esslingen in Ostfildern, Leinfelden-Echterdingen, Nürtingen, Kirchheim, Esslingen und Filderstadt Fachvorträge halten. Parallel dazu kommt das sogenannte Check-it-Mobil an sechs im Landkreis ausgesuchten vierten Grundschulklassen zum Einsatz. Als Rahmenprogramm dazu gibt es jeweils zwei Mitmachstationen auf den Schulhöfen, gestaltet von der Polizei und dem Kelly-Verein. Ein Polizeiquiz rundet an diesen Aktionstagen das Info-Angebot ab.

Der mobile Medienbus Check-it-Mobil der Waldhaus-Sozialpädagogischen Jugendhilfe-Einrichtung in Hildrizhausen, ist mit modernster Medientechnik ausgestattet. Eine medienpädagogische Betreuung zu den Themen "Gefahren im Internet" (chatten, surfen, mailen) erfolgt durch Pädagogen des Waldhauses, dem Kreisjugendring Esslingen sowie durch Mentoren des Projekts "Bürger gehen Online". Alle Aktionen sind im Rahmen der Landesjugendwochen unter dem Motto "Mit Wirkung für morgen" eingebettet. Sämtliche Informationen findet man auf der Website www.kelly-insel.de.

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